• Dürre-Wüste statt grünem Band: Das etwa 23.000m2 oder etwa drei Fußballfelder  große Dach des Autobahntunnels zwischen Neuromed Campus und dem Wankmüllerhofviertel hat es diesen Sommer ganz besonders erwischt. Das nur etwa 50cm dicke, schattenlose  Erdreich auf der 560 Meter langen Einhausung wurde so richtig durchgegrillt.
In der Vergangenheit gab es bekanntlich immer wieder Vorstöße, die Fläche zu öffnen und urban nutzbar zu machen – als Fläche zum Garteln oder als Sport- und Spielplatz mit Sonnensegeln. Passiert ist bis dato nichts. Gemeinderat und Stadtentwickler Lorenz Potocnik  brachte die Idee bereits 2020 erstmals in den Gemeinderat, blitzte bei den anderen Parteien aber ab. Es wäre das größte derartige Projekt in Europa gewesen. Linz pflanzte lieber in der Innenstadt einzelne Bäume um einen mittlerweile siebenstelligen Betrag. 

Die Einhausung Niedernhart wurde 2005 verwirklicht. Anders als beim angrenzenden Bindermichl-Tunnel wurde damals aber – wohl aus Kostengründen – auf die Möglichkeit einer Begehung, Querung und eine Nutzbarmachung verzichtet, obwohl das Dach mit einer Wiesenfläche bewachsen ist. „Schade, denn in vielen anderen Städten werden genau solche Flächen jetzt urban nutzbar gemacht. Genau an solchen Stellen könnte mit vergleichsweise wenig Aufwand viel für die „Klimahauptstadt“ herausgeholt werden“, so Linzplus-Propeller Lorenz Potocnik .

Fotos: zVG
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Sie fährt und fährt und fährt… seit 128 Jahren!

Die Pöstlingbergbahn wechselt in den Sommerfahrplan

25. Februar 2026
in Freizeit, Kultur, Linz, Unterwegs
Beliebter denn je: die Pöstlingbergbahn.

Beliebter denn je: die Pöstlingbergbahn.

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Linz ohne Pöstlingbergbahn? Undenkbar! Seit 1898 – oder 128 Jahren! – verbindet die Bahn das Linzer Stadtzentrum mit dem aussichtsreichen Linzer Hausberg. Ab kommenden Sonntag fährt die „Pösti“ wieder im Sommerfahrplan – heißt: Sa, So & Feiertag gibt’s einen 15min-Takt.

Die Geschichte der Bahn ist interessant: Ende des 19. Jahrhunderts suchten die Verantwortlichen in Linz nach Wegen, die junge Elektrizität populär zu machen und den Pöstlingberg als Ausflugsziel attraktiver zu gestalten. Der 537 Meter hohe Hügel mit seiner barocken Wallfahrtskirche (erbaut 1742–1774) und den Resten der ehemaligen Befestigungsanlage waren das perfekte Umfeld für diese technische Meisterleistung.

1897 begann der Bau unter der Regie der Tramway- und Elektrizitäts-Gesellschaft Linz-Urfahr (Vorläuferin der heutigen Linz AG Linien). Die Arbeiten waren enorm aufwendig: Alle Erdarbeiten erfolgten per Hand und mit Ochsenkarren, das Gelände war anspruchsvoll. Trotzdem ging es zügig voran – in nur zehn Monaten war die 2,9 Kilometer lange Strecke fertig.

Am Pfingstsonntag, dem 29. Mai 1898, nahm die Pöstlingbergbahn ihren Betrieb auf. Die erste Fahrt fand bei Sturm und Regen statt, viele Wagen waren damals noch offen. Die meterspurige (1.000 mm) Kleinbahn galt von Beginn an als technische Sensation: Mit einer maximalen Steigung von 10,6 % ist sie die steilste Adhäsionsbahn der Welt. Jahrzehntelang pendelte die Bahn zwischen Urfahr und der Bergstation am Pöstlingberg. 1906 ergänzte die Grottenbahn im ehemaligen Befestigungsturm das Angebot und wurde schnell zum Publikumsmagneten für Familien.

Die Pöstlingbergbahn überstand Kriege, Wirtschaftskrisen und Modernisierungen. Lange Zeit verkehrten historische Triebwagen, die bei Einheimischen und Touristen Kultstatus genossen. 2008/2009 erfolgte der größte Eingriff in die Geschichte: Um die Bahn besser in das Linzer Straßenbahnnetz zu integrieren, wurde die Spurweite auf 900 mm umgespurt, die Strecke bis ins Stadtzentrum verlängert und der Fuhrpark modernisiert. Seitdem fährt die „Pöstlingi“ nahtlos vom Hauptplatz bis zur Bergstation – barrierefrei und mit neuen, komfortablen Fahrzeugen.

Heute ist die Pöstlingbergbahn nicht nur Verkehrsmittel, sondern ein echtes Wahrzeichen: Sie bringt jährlich hunderttausende Besucher zum Panoramablick über Linz, zur Basilika und zur Grottenbahn. Die idyllische Streckenführung durch Weinberge und Grünflächen, kombiniert mit der Mischung aus Tradition und moderner Technik, macht jede Fahrt zu einem kleinen Abenteuer.

Die Pöstlingbergbahn steht sinnbildlich für den Erfindergeist und die Entwicklung Linz’ – von der industriellen Aufbruchsstimmung um 1900 bis zur smarten Mobilität des 21. Jahrhunderts. Wer heute einsteigt, fährt nicht nur auf den Berg, sondern durch 128 Jahre Stadt- und Technikgeschichte.

Der Linzer Künstler Gazmend Freitag widmete sich in einem eigenen Zyklus in mehreren großformatigen Bildern der Pöstlingbergbahn. (Foto: Andi Brugger)

Als Wahl-Linzer wendet sich der Albaner Gazmend Freitag in seiner künstlerischen Arbeit immer wieder den Sehenswürdigkeiten und Menschen der Stadt zu. In einem eigenen Werkzyklus widmet sich Gazmend Freitag der historischen Pöstlingbergbahn, die seit 1898 Gäste aus aller Welt mit ihrer außergewöhnlichen und idyllischen Streckenführung begeistert. Sie ist eine der steilsten Adhäsionsbahnen Europas und schafft mit ihrem Design eine harmonische Verbindung von Nostalgie und Moderne.

„Diese Atmosphäre habe ich in einer Sammlung von zehn Gemälden festhalten. In unterschiedliche Stimmungen, Perspektiven und Farben soll sich die Pöstlingbergbahn in ihrer Eleganz, Geschichte und Verbindung zur Stadt Linz zeigen“, so der Künstler. Dazu gehört natürlich auch die Landschaft, durch die sie sich bewegt, vor allem der Pöstlingberg, der als Linzer Hausberg ein beliebtes Ausflugsziel ist. Neben einem großartigen Ausblick über die Stadt und die Donaulandschaft kann man sich dort an dem Linzer Zoo, der Grottenbahn, der Kulinarik des Pöstlingbergschlössl und einem reichen kulturellen Programm erfreuen. Besonders anziehend findet Gazmend Freitag die Gipfelregion, die  aus militärischen Gründen 1809 und in den 1830er Jahren abgeholzt wurde und seitdem eine beeindruckende Aussicht freigibt. www.gazmendfreitag.com

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