Seit 1956 ermöglicht die „Linz-Aktion“ des Landes Oberösterreich jährlich tausenden Viertklässlern, ihre Landeshauptstadt hautnah zu erleben. Im Jubiläumsjahr 2026 feiert das erfolgreiche Bildungsprojekt sein 70-jähriges Bestehen – mit über 340.000 teilgenommenen Kindern, bewährter Tradition und neuen innovativen Formaten wie der freiZeit-Tour.
Über die Jahrzehnte hinweg haben mehr als 340.000 Kinder an der Linz-Aktion teilgenommen. Jährlich nehmen durchschnittlich 6.000 bis 7.000 Viertklässler an ein- oder zweitägigen Programmen teil. Die Teilnahmezahlen der jüngeren Jahre zeigen die anhaltende Nachfrage: 2018 nahmen 7.644 Kinder teil, 2019 waren es 7.750, nach den pandemiebedingten Einschränkungen in 2020 (1.421) und 2021 (950) stieg die Zahl wieder auf 7.542 (2022), 7.905 (2023), 6.036 (2024), 6.537 (2025) und im Jubiläumsjahr 2026 bisher 6.574 Teilnehmende. „70 Jahre Linz-Aktion stehen für 70 Jahre gelebte Heimatliebe in Oberösterreich. Es geht dabei nicht nur um einen Ausflug in die Landeshauptstadt, sondern um einen bewussten Impuls für persönliche Entwicklung“, sagt Jugend-Landesrat Christian Dörfel.

Historische Entwicklung
Die Linz-Aktion entstand 1956 auf Initiative des damaligen Landeshauptmanns und Jugendreferenten Heinrich Gleißner sowie des Landesjugendreferenten Dr. Walter Buchberger. In der Nachkriegszeit stand das Projekt im Dienst der staatsbürgerlichen Erziehung – heute würde man von politischer Bildung sprechen – und der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Kinder aus allen Regionen Oberösterreichs erhielten erstmals die Möglichkeit, die Landeshauptstadt kennenzulernen. Was als mutiges Vorhaben in schwierigen Zeiten begann, hat sich zu einem festen Bestandteil der außerschulischen Bildung entwickelt und macht Geschichte, Kultur sowie das städtische Leben für die jungen Teilnehmenden greifbar.
„70 Jahre Linz-Aktion stehen für 70 Jahre gelebte Heimatliebe in Oberösterreich. Es geht dabei nicht nur um einen Ausflug in die Landeshauptstadt, sondern um einen bewussten Impuls für persönliche Entwicklung. Wer als Kind das Landhaus als Herz der Demokratie besucht, einen Blick hinter die Kulissen des Musiktheaters wirft, Ehrenamt hautnah in der Landesfeuerwehrzentrale miterlebt oder erstmals im Ars Electronica die Zukunft spürt, merkt sich das ein Leben lang. Genau das ist unser Anspruch: Die Vielfalt unseres Landes greifbar machen und die Jugend für das Leben in Oberösterreich begeistern.“
Jugend-Landesrat Dr. Christian Dörfel
Tradition trifft Innovation
Das Programm verbindet bewährte Inhalte politischer und kultureller Bildung mit aktuellen Schwerpunkten aus Innovation, Wissenschaft und Technologie. Zu den klassischen Programmpunkten gehören der Besuch des Landhauses mit Einblicken in demokratische Prozesse, Führungen durch die Altstadt und zentrale Plätze sowie der Ausblick vom Pöstlingberg.
Ergänzt wird das Angebot durch moderne Institutionen wie das Ars Electronica Center (einschließlich Deep Space), die Johannes Kepler Universität Linz oder die voestalpine Stahlwelt. Auf diese Weise wird Linz sowohl als historisch gewachsene Kulturstadt als auch als zeitgenössischer Technologie- und Industriestandort erfahrbar.
Bildung, die wirkt – und begeistert
Die Linz-Aktion findet jährlich von März bis Juni statt. Angeboten werden drei eintägige und vier zweitägige Touren pro Woche in Kooperation mit 15 Partnerinstitutionen. Zwölf staatlich geprüfte Austria-Guides begleiten die Gruppen. Die Programme bieten Einblicke in Geschichte, Geografie, Architektur und das vielfältige Angebot der Stadt. Vom inhaltlichen Konzept über die Organisation bis zur Durchführung vor Ort liegt die Verantwortung beim JugendService des Landes Oberösterreich.
Ein beispielhafter Tagesablauf beginnt um 08:30 Uhr mit der Abholung am Hauptbahnhof, umfasst Stadtführungen mit historischen und politischen Schwerpunkten, Besuche bei Partnerinstitutionen sowie thematische Vertiefungen und endet gegen 17:00 Uhr mit der Rückfahrt (bzw. Übernachtung bei zweitägigen Varianten). Die Anmeldung erfolgt über das Online-Buchungssystem auf www.jugendservice.at/linz-aktion; umfangreiches Informationsmaterial steht Lehrkräften und Erziehungsberechtigten digital zur Verfügung. Die hohe Nachfrage zeigt sich auch darin, dass im Jubiläumsjahr 2026 über 200 Buchungen innerhalb weniger Minuten eingingen.
Zugänglichkeit und Unterstützung
Das Land Oberösterreich fördert die Linz-Aktion umfassend, um allen Kindern die Teilnahme zu ermöglichen. Die 4youCard.Junior bietet zusätzliche finanzielle Ermäßigungen und sorgt dafür, dass das Angebot für Familien leistbar und niederschwellig bleibt.
NEU im Jubiläumsjahr: freiZeit-Tour
Zum 70-jährigen Bestehen wurde die freiZeit-Tour eingeführt. Dieses flexible Format ermöglicht Schulklassen eine eigenständige Erkundung der Innenstadt mit Stadtplan, Audioguides und interaktiver 360-Grad-Tour. Das Konzept fördert selbstbestimmtes Lernen, Medienkompetenz sowie umweltbewusstes Entdecken und schafft die Grundlage für spätere Besuche gemeinsam mit der Familie.
Vielfältige Programmpunkte und Touren
Zu den regelmäßig vertretenen Partnern und Stationen zählen u. a. Ars Electronica Center (Deep Space), Botanischer Garten, Grottenbahn und Basilika am Pöstlingberg, Johannes Kepler Universität (Zirkus des Wissens), Jugendgästehaus, JugendService Campus, Landhaus, Landesfeuerwehrkommando, Mariendom (Taschenlampenführung), MS Sissi (Donau-Schifffahrt), Musiktheater Linz, Raiffeisen Arena (LASK), Schlossmuseum, Theater des Kindes und voestalpine Stahlwelt.
Die konkreten Touren variieren je nach Wochentag: Eintägige Programme finden montags, mittwochs und freitags statt, zweitägige von Montag bis Dienstag bis Donnerstag bis Freitag. Jede Tour kombiniert unterschiedliche Schwerpunkte aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Sport und Technik.
Aus der Perspektive einer langjährigen Guide
Eva Hofer begleitete 27 Jahre lang Gruppen als Linz-Guide, davon 18 Jahre im Rahmen der Linz-Aktion. Sie betont die nachhaltige Wirkung des Programms: Früher beeindruckte bereits die urbane Umgebung viele Kinder stark; heute stehen technologische und mediale Erlebnisse im Vordergrund – vom Wandel der „Stahlstadt“ zur „City of Media Arts“. Besonders prägend seien Momente gewesen, in denen Kinder im Landhaussitzungssaal am Rednerpult standen und ihre Ideen äußerten. „Genau darin liegt die Stärke: Kinder erhalten einen ersten, vielseitigen Zugang zur Landeshauptstadt – kulturell, politisch und industriell.“
Weitere Informationen und Buchungsmöglichkeiten: www.jugendservice.at/linz-aktion


























