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Grenzkontrollen gegen Flüchtlinge: Linz macht dicht

19. September 2015
in verQUERt I Satire
Neues Bollwerk gegen impertinente Flüchtlinge: die Maximilianischen Befestigungstürme aus dem Jahr 1838.

Neues Bollwerk gegen impertinente Flüchtlinge: die Maximilianischen Befestigungstürme aus dem Jahr 1838.

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Zum Schutz vor illegalen Flüchtlingen wünscht sich Landeshauptmann Pühringer die Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Zumindest Linz hat gottseidank bald ausgezittert: Die ÖVP plant gemeinsam mit der FPÖ die Reaktivierung der Maximilianischen Wehrtürme rund um die Stadt… ein gewohnt seriös recherchierter Bericht der verQUERt-Redaktion.

32 befestigte Türme wurden 1838 rund um Linz errichtet, um die Stadt vor Unbill von außen zu schützen. Fast alle sind mittlerweile stark verfallen. „Ein großartiges Stück heimatlicher Architektur geht verloren. Das ist ein ähnlich veritabler Skandal wie die Eisenbahnbrücke, die man ja auch dem Verfall preisgegeben hat“, wettert man in einer Aussendung von ÖVP und FPÖ. Gemeinsam will man jetzt die Wehranlage neu beleben: „Linz muss sich vor illegalen Einwanderern, Flüchtlingen, Bettlern und SPÖ-Wählern besser schützen. Was bietet sich dazu mehr an, als die 32 Befestigungstürme zu reaktivieren? Die meisten könnten bereits mit ein bisschen Handwerksgeschick und etwas Farbe ganz schnell wieder wohnlich hergerichtet werden“, heißt es weiter.
Unterstützt werden ÖVP und FPÖ vom parteifreien Verein „Rettet die Wehrtürme“, der gleich eine Breitseite gegen die Linzer SPÖ ablässt: „Hätte die Stadt in den letzten 180 Jahren nicht bei der Sanierung so geknausert und im Winter ein bisschen weniger Salz bei den Schießscharten gestreut, würden wir uns heute die Kosten für die Restaurierung sparen“, toben die Wehrturm-Retter in einer Aussendung.

Gegenfinanzierung über Stadtwache-Sparpaket und Schließung des Lentos Kunstmuseums
Finanzieren will man den „anti-immigranten Schutzwall“ (interner Arbeitstitel) mittels Einsparungen bei der Ausrüstung der Stadtwache. Konkret geplant ist die Streichung des Dienstkapperls, des Schreibblocks und die Kürzung der bei den Stadtwächtern sehr beliebten Straßenbahnfahrten. So sollen von bisher acht Dienststunden künftig nur mehr sechs in der Bim verbracht werden dürfen. ÖVP und FPÖ rechnen hier mit einem Einsparungsvolumen „im mehrstelligen Euro-Bereich“. Falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, könnte auch das spärlich besuchte Kunstmuseum Lentos dichtgemacht werden. Es gibt für die Kunstbude angeblich bereits einen holländischen Interessenten, der aus dem Bau Europas größtes Laufhaus machen will.

Dreht bald im Stadion ihre Runden: die Linzer Grottenbahn.
Dreht bald im Stadion ihre Runden: die Linzer Grottenbahn.

Umsiedlung der Grottenbahn
In die Maximilianischen Wehrtürme sollen dann die Soldaten aus der Ebelsberger Kaserne einziehen. „In jedem der 32 Türme wäre neben einem Wasserwerfer und einem urigen Verlies für renitente Nicht-Österreicher auch Platz für 60 Bundesheerler. In Summe kämen also knapp 2.000 Mann unter“, weiß FPÖ Sicherheitssprecher Hermann Habtacht.
Der 25-er Turm beim Winterhafen böte sich zudem als Homebase für die Stadtwache an: „Von dort wären unsere Ordnungsdienstmitarbeiter in nur wenigen Minuten im Donaupark, um die dort freilaufenden Hunde noch entschlossener abmahnen zu können“, so Habtacht. Kleinere Probleme sieht man lediglich beim Wehrturm am Pöstlingberg, in dem aktuell die Grottenbahn ihre Kreise zieht: Derzeit tüftelt man an einem Konzept, das vorsieht, den „Zwergerl-ICE“ ins Linzer Stadion umzusiedeln. Die dortige Tartanbahn verfügt zufällig fast über dieselbe Länge. Außerdem wäre auf der Gugl dann endlich wieder mal was los.

 

Tags: fpögrottenbahnpöstlingberg
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