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Projekt Hafenstadt/Neuland: großer Wurf oder Etikettenschwindel?

4. Januar 2018
in Linz
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Von 62.000 Quadratmetern Neuland sollen im Linzer Hafen nur 8.000-10.000 Quadratmeter auf einem Lagerhallendach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, auch der versprochene Wasserzugang fehlt auf den ersten Entwürfen. Zudem dürften die 140 von den Bürgern eingebrachten Ideen allesamt in der Schublade verschwinden: „Ist das Projekt Hafenstadt/Neuland nicht mehr als ein großer Etikettenschwindel?“ fragt Stadtentwickler Lorenz Potocnik.  

„Viele große Versprechen, ein paar Visualisierungen, 140 eingebrachte Ideen – und was passiert wirklich? Jetzt nach Fertigstellung der ersten Projekte wird immer unklarer, wohin sich der Hafen entwickelt. Bürgermeister Klaus Luger scheint wieder einmal Luftschlösser zu bauen, die Realität und Medienberichte klaffen immer weiter auseinander“, fährt Stadtentwickler Lorenz Potocnik schwere Geschütze gegen Luger auf. Luger und die Linz AG sollen „endlich professionell vorgehen und mit offenen Karten spielen. Bei einem solchen wichtigen Mega-Projekt einfach so dahinzuwurschteln ist Wahnsinn. Bis heute gibt es nicht mehr als ein Rendering und einen 3-Seiter im Internet. Es braucht eine sofortige öffentliche Zwischenpräsentation um zu sehen, was Sache ist.“

Stadtentwickler Potocnik: "Das Projekt Hafenstadt/Neuland ist ein Etikettenschwindel"
Stadtentwickler Potocnik: „Das Projekt Hafenstadt/Neuland ist ein Etikettenschwindel“

Von Bürgermeister Klaus Luger sei laut Potocnik ‚ein Platz für vielfältige Interessen, ein öffentlicher Raum mit Wasserzugang’ versprochen: „Die Wirklichkeit sieht aber anders aus: Von der gewonnenen 62.000m2-Fläche stehen der Öffentlichkeit gerade mal 13 Prozent zur Verfügung. Und selbst diese befinden sich auf dem unattraktiven Dach einer großen Lagerhalle ohne Bewuchs oder Schatten.“ Auch den versprochenen großzügigen Wasserzugang sucht man im ersten vagen Entwurf der LINZ AG vergeblich, so Potocnik: „Die Stadt macht hier erneut klar, dass professionelle Stadtplanung ein Fremdwort ist.“

17.000 Paletten Gefahrengut als „tickende Zeitbombe“
Was viele nicht wissen: Im Hafen sind extrem brisante Stoffe gelagert: Unter dem Sammelbegriff „Gefahrengut und wassergefährdende Stoffe“ werden auf 17.000 Paletten Chemieprodukte, Lacke, Farben und andere gefährliche Stoffe gelagert. Das Gefahrengutlager – nur 2,5 Kilometer vom Linzer Hauptplatz und ein paar Hundert Meter von Wohngebiet entfernt – soll laut Potocnik ebenfalls ausgeweitet werden. „Gar nicht auszumalen, wenn dort mal ein Brand ausbricht – oder es beim Transport zu einem Unfall auf der dichtbefahrenen Industriezeile kommt. Dieses Gefahrengutlager ist fehl am Platz, anstatt es auszuweiten, sollte es abgesiedelt werden, das würde ganz neue Möglichkeiten eröffnen.“

„Schluss mit der Geheimniskrämerei“
Potocnik: „Will man sich mit dem Projekt Hafenstadt auseinandersetzen, steht man quasi vor einer Black Box: Auf der betreffenden Homepage sind außer ein paar Aussagen und zwei vagen Visualisierungen nichts zu finden.“ Was es jetzt braucht, sei eine sofortige öffentliche Zwischenpräsentation: „Keiner weiß, was hier passiert. Die Bürger haben ein Recht darauf, endlich zu erfahren, wo ihr Benefit bei der neuen Hafencity liegt. Klaus Luger und die LINZ AG wissen ganz offensichtlich selber nicht, was hier genau entstehen soll.“

Luger: „Viel Potenzial“
Bürgermeister Luger sieht das Projekt auf Schiene und steht hinter der aktuellen Entwicklung: „Das Linzer Hafenviertel soll zu einem Platz werden, wo für vielfältige Interessen Platz ist. Freizeit, Kultur, Industrie und Wohnen sollen das Gebiet zwischen Winterhafen und Voestgelände noch weiter beleben. Der Masterplan der LINZ AG zeigt, dass sehr viel Potenzial in diesem Gebiet steckt“, so Luger im Hafen-Masterplan.

-> Link zum Projekt Neuland

Kein Wasserzugang: Entwurf der "Hafenstadt", die am Dach einer Lagerhalle entstehen soll.
Kein Wasserzugang: Entwurf der „Hafenstadt“, die am Dach einer Lagerhalle entstehen soll.

 

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