Nochmals getoppt wurde heute Nacht der österreichische Kälterekord dieses Winters: Im Mühlviertel fiel das Thermometer am Morgen des 12. Jänner 20206 auf -28,0°. Auch der Raum Linz hatte diese Nacht mit dem Thema Klimaerwärmung mit fast 10° unter null wenig zu tun. Aktuell war der Jänner in Linz um 3,4 Grad kälter als das langjährige Mittel – in den letzten 40 Jahren gab es laut geosphere-Statistiken nur drei Jänner-Monate, die kälter waren. Ab heute wird’s wärmer, in den kommenden Tagen stellen sich in der Landeshauptstadt Temperaturen um die 0° bis 4° ein.
16 Tage lang – von 26. Dezember bis 12. Jänner – lagen die Temperaturen zuletzt unter dem langjährigen Schnitt, Kälterekorde gab es allerdings keine. Vor 70 Jahren – im Februar 1956 – lagen die Temperaturen in Linz dreizehn Tage lang unter minus zehn Grad, der Tiefstwert lag damals sogar bei minus 26,0 Grad.
Im Jänner 1985 gab es ebenfalls eine starke Kältewelle: An zwölf hintereinander folgenden Tagen gab es Temperaturen von zehn Grad unter Null, die Temperaturen sanken auf den Allzeit-Rekord für Linz von minus 29,1 Grad. Am 7. Jänner 1985 lag der Zageshöchswert bei geschmeidigen minus 17,2 Grad. Die Donau in Linz fror damals das vorerst letzte Mal zur Gänze zu.
Trotz der aktuellen Minusgrade ist es undenkbar, dass die Donau in Linz zufriert, jeder Unter-40-Jährige kennt das nur vom Hörensagen – dabei war das bis ins 20. Jahrhundert eine ganz gewöhnliche Angelegenheit. Zuletzt hatte die Donau allerdings bereits vor 41 Jahren – im Winter 1985 – eine geschlossene Eisdecke. Der Verfasser dieser Zeilen spazierte damals zwischen Eisenbahn- und VOEST-Brücke hinüber nach Urfahr – und wurde drüben von einem älteren Spaziergänger angesichts der brüchigen Eisschollen mit einem harschen „Bua bist du komplett deppat?“ begrüßt.
Mit der Kutsche über das Donau-Eis
Manchmal war es sogar der Fall, dass die Donau bereits Ende November zufror – wie etwa 1743. Immer wärmer werdende Winter und Regulierungsmaßnahmen führten dazu, dass eine zugefrorende Donau immer seltener wurde. Im Jahre 1609 war das Eis auf der Donau so dick, dass man diese sogar mit schweren Pferdefuhrwerken überqueren konnte.
Und als das Eis schmolz, kam es durch sog. „Eisstöße“ immer wieder zur Zerstörung der Linzer Donaubrücke. Ganz schlimm war es zwischen 1740 und 1751: Da wurde die Brücke jeden Winter ganz oder teilweise durch treibende und sich auftürmende Eisschollen zerstört. Ob die Donau je wieder zufriert? Dazu braucht es nicht nur in Linz, sondern auch im Gebiet bis Passau mindestens zwei Wochen lang Temperaturen von minus zehn Grad…
Die tiefste je im Flachland gemessenen Temperatur in Österreich wurde 1932 in der Nähe von Lunz am See in den Ybbstaler Alpen in Niederösterreich gemessen: In einer Senke, die „das Grünloch“ genannt wird wurden am 19. Februar 1932 minus 52,6 Grad gemessen. Der absolute Minusrekord in Oberösterreich beträgt -33,2 Grad, dieser wurde am 7. Jänner 1985 in Aspach im Bezirk Braunau gemessen.




























