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    „Kooperatives Verfahren“ als Feigenblatt?

    16. April 2024
    in Freizeit, Linz
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    Es gibt Stunk beim Bauprojekt Klostergarten in der Kapuzinerstraße: Obwohl man sich im Rahmen eines „kooperativen Verfahrens“ mit allen Betroffenen darauf einigte, dass der Teil des Klostergartens, der direkt an das Zentrum für Hör- und Sehbeeinträchtigte grenzt, unbebaut zu lassen, wurde diese Fläche versiegelt und für eine riesige Kühlanlage mit zehn Ventilatoren für neue Büroräume im Kloster genutzt. Die Initiative „Zukunft Klostergarten“ beklagt erneut fehlende Transparenz und sieht sich nicht mehr imstande, das vereinbarte kooperative Verfahren weiter mitzutragen.

    „Auf dem riesigen Klosterareal fand man sonst nirgends Platz dafür?“, fragt Michaela Lauth,  Mitinitiatorin der Initiative „Zukunft Klostergarten“ und Pädagogin. „Ich habe es satt, dass man uns ständig vor vollendete Tatsachen stellt und dann so tut, als könnten wir irgendwas mitentscheiden. Das ist billige Akzeptanzbeschaffung, auf Kosten der Schwächsten.“

    Der Stein des Anstoßes: die Kühlanlage für die neuen Büros im „Kapuzinercampus“, die direkt vor den Fenstern von Schulklassen entsteht. Mit dem Bauherrn soll vereinbart gewesen sein, dass dieser Bereich nicht verbaut wird. (Foto: Zukunft Klostergarten)

    Rückblick: Anfang Juli 2017 haben Immobilienentwickler Michael Ehrenfried und Architekt Jörg Stögmüller dem Linzer Beirat für Stadtgestaltung ein vollkommen überzogenes Wohn-Hochhausprojekt für den nur 1600 m2 kleinen Klostergarten in der Kapuzinerstraße vorgestellt. Das Urteil war vernichtend: „Dichte maximal überzogen, zwei Gebäude zu viel und eines viel zu hoch!“ Im September 2017 scheiterten die Investoren erneut mit einem ähnlich monströsen Vorhaben. Am 5. Dezember desselben Jahres wäre das Projekt ein drittes Mal eingereicht worden.

    „Das ganze kooperative Verfahren war offenbar nur eine Feigenblattaktion ohne wahre Mitsprache“

    „Durch unseren Einsatz und die über 2.700 Unterschriften, die Ende 2017 an Bürgermeister Klaus Luger übergeben wurden, erhielten wir die Zusage, dass dieses Projekt so nicht umgesetzt wird“, sagte die Initiative „Zukunft Klostergarten“ via Aussendung damals. Danach wurde gemeinsam an einem kooperativen städtebaulichen Verfahren gearbeitet und ein entsprechend redimensioniertes Projekt in Angriff genommen. Eines der zentralen Versprechen: Im kooperativen Verfahren war an dieser Stelle der Weg zum inklusiven Spielplatz und zum Wald geplant, nun wurde hier überraschend der Sockel für eine riesige Kühlanlage betoniert, die im Betrieb Abwärme und permanenten Störlärm verursachen wird. Laut Hörgeräteakustikern stellt die zu erwartende Dauerbeschallung für Kinder mit Hörgeräten und Cochlearimplantaten eine massive Beeinträchtigung dar. Die permanente Geräuschkulisse stört nicht nur die Konzentration, sondern kann auch zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen.

    „Intransparente Entscheidungen und ständige Überraschungen ohne gemeinsame Absprache haben nun aber zu unüberbrückbaren Differenzen geführt. Eine weitere Zusammenarbeit ist für uns so nicht mehr tragbar.“

    „Das ganze kooperative Verfahren war offenbar nur eine Feigenblattaktion ohne wahre Mitsprache“, sagt Rene Müllegger, langjähriger Elternvertreter. Laut Bauamt der Stadt Linz wäre eine Montage der Anlage auf dem Dach des Neubaues sehr wohl möglich gewesen, als Alternative wäre auch Fernkälte in Betracht gekommen, die Entscheidung lag allein beim Bauträger. „In den Einreichplänen war an der Klostermauer nur ein kleiner Technikraum vorgesehen“, so Erich Gusenbauer, Sprecher der Initiative Zukunft Klostergarten. „Die Errichtung dieser Megaanlage an der Grundgrenze zur sonderpädagogischen Einrichtung ist eine Provokation.“

    In den letzten Wochen wurde Unmut über das gesamte kooperative Verfahren laut: Es gibt in Linz kein verbindliches Verfahrensdesign. Die Entscheidungskompetenz liegt nur bei den Eigentümern und der Stadt Linz, das fördere Intransparenz und fehlende Nachvollziehbarkeit. „Wir bemühen uns nun seit sieben Jahren um eine konstruktive Partnerschaft und um die Interessen aller Beteiligten“, so Gusenbauer weiter. „Intransparente Entscheidungen und ständige Überraschungen ohne gemeinsame Absprache haben nun aber zu unüberbrückbaren Differenzen geführt. Eine weitere Zusammenarbeit ist für uns so nicht mehr tragbar.“

     

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