Mehr als drei Monate hat es gedauert – jetzt dürfte Linz doch ein Taubenfütterungsverbot bekommen. Die ÖVP sieht sich damit in ihrer Forderung bestätigt und kritisiert die lange Verzögerung. Der betreffende Antrag wurde bereits am 23. April eingebracht, damals äußerte der zuständige FPÖ-Stadtrat Michael Raml jedoch noch Zweifel an Sinn und Vollziehbarkeit eines Verbots. 103 Tage später wird die Maßnahme nun wohl endlich umgesetzt.
Eile wäre eigentlich geboten, weil Stadttauben zu den vermehrungsfreudigsten Vögeln überhaupt zählen. Sie können bis zu fünf Bruten pro Jahr mit jeweils zwei Eiern aufziehen. Die seit dem Gemeinderatsantrag verstrichenen 103 Tage reichen für mehr als zwei Brutzyklen – die Population konnte in dieser Zeit also weiter anwachsen.
Dabei gilt das Füttern von Tauben als einer der Hauptgründe für überhöhte Bestände in Städten. Ein dauerhaftes Nahrungsangebot führt zu einer deutlich höheren Überlebens- und Fortpflanzungsrate. Die Folgen sind bekannt: mehr Kot auf Gehsteigen und Gebäuden, hohe Reinigungskosten, Schäden an Fassaden und Denkmälern sowie ein erhöhtes Risiko der Übertragung von Parasiten und Krankheitserregern.
„Während Raml gezögert hat, konnte die Linzer Taubenpopulation weiter wachsen. Wer ein wachsendes Problem lösen will, darf nicht monatelang untätig bleiben“, sagtt ÖVP-Klubobfrau Michaela Sommer. Genau darum dürfe es nun keine weitere Verzögerung mehr geben. Die angekündigte Verordnung müsse „umgehend“ in den Gemeinderat kommen und möglichst schon in der Sitzung am 24. September beschlossen werden. Nur mit klaren Regeln, konsequentem Vollzug und begleitender Information der Bevölkerung könne das Taubenproblem nachhaltig eingedämmt werden. so Sommer.














