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    Neun Wochen Sommerferien: Leistet sich Österreich zu viel des Guten?

    31. August 2026
    in Freizeit
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    Neun Wochen keine Schule: Österreichs Schüler genießen eine vergleichsweise lange Sommerpause. Während Deutschland, die Niederlande, Dänemark, England oder Teile der Schweiz mit rund sechs Wochen auskommen, blieben auch heuer hierzulande die Klassenzimmer mehr als zwei Monate geschlossen. Für Kinder ein Traum – für berufstätige Eltern jedes Jahr eine organisatorische Herausforderung. Bleibt die Frage: Sind neun Wochen Sommerpause wie vor 40 oder 50 Jahren, als Frauen oft noch zuhause „hauptberuflich“ den Haushalt schupften und somit auch die Kinder betreuten, tatsächlich noch zeitgemäß?

    Österreich kommt auf rund neun Wochen Sommerferien am Stück, das ist keineswegs überall in Europa üblich. Österreich ist damit dennoch nicht der Ferien-Europameister. In Italien und Spanien ist die Sommerpause noch deutlich länger, auch Finnland und Schweden kommen auf ungefähr zehn Wochen. Tschechien liegt mit rund neun Wochen etwa auf österreichischem Niveau. Auffällig wird Österreich allerdings beim Vergleich mit Ländern wie Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, England oder Teilen der Schweiz. Dort reichen rund fünf bis sechs Wochen Sommerferien – und damit etwa drei Wochen weniger als hierzulande.

    Sommerferien im europäischen Vergleich:

    🇮🇹 Italien: bis zu rund 13–14 Wochen
    🇪🇸 Spanien: rund 11–12 Wochen
    🇫🇮 Finnland: rund 10 Wochen
    🇸🇪 Schweden: rund 10 Wochen
    🇦🇹 Österreich: rund 9 Wochen
    🇨🇿 Tschechien: rund 9 Wochen
    🇫🇷 Frankreich: rund 8 Wochen
    🇬🇧 England: meist rund 6 Wochen
    🇩🇪 Deutschland: rund 6 Wochen
    🇩🇰 Dänemark: rund 6 Wochen
    🇳🇱 Niederlande: rund 6 Wochen
    🇨🇭 Schweiz: je nach Kanton teilweise rund 5–6 Wochen

    Für Eltern beginnt der jährliche Betreuungsmarathon
    Das eigentliche Problem zeigt sich spätestens dann, wenn man Schulferien und Arbeitswelt miteinander vergleicht. Kinder haben rund neun Wochen Sommerferien – die Eltern bekanntlich nicht. Selbst wer fünf Wochen Jahresurlaub zur Verfügung hat, könnte seinen gesamten Urlaub für die Sommerferien verbrauchen und hätte die neun Wochen noch immer nicht vollständig abgedeckt. Und schließlich gibt es zusätzlich Weihnachts-, Semester-, Oster- und Herbstferien sowie weitere schulfreie Tage.

    In vielen Familien beginnt daher jedes Jahr dasselbe organisatorische Puzzle: Großeltern, Ferienlager, Sportwochen, Hort, Freunde, Homeoffice und abwechselnder Urlaub der Eltern müssen die schulfreie Zeit überbrücken. Besonders schwierig ist das für Alleinerziehende oder Familien, die keine Großeltern oder andere Betreuungspersonen in der Nähe haben.

    Deutschland schafft es mit sechs Wochen
    Dass eine derart lange Sommerpause keineswegs zwingend notwendig ist, zeigt unser größtes Nachbarland. In Deutschland dauern die Sommerferien rund sechs Wochen. Die Termine werden zwischen den Bundesländern gestaffelt, um die Verkehrs- und Urlaubsspitzen zu entzerren. Bei unseren Nachbarn in Bayern dauern die Ferien heuer vom 3. August bis 14. September – das sind gut sechs Wochen und seit drei Wochen weniger als in Oberösterreich. Auch die Niederlande, Dänemark, England und Teile der Schweiz kommen mit wesentlich kürzeren Sommerferien aus. Auch wenn sich Schulsysteme nicht alleine anhand der Sommerferien vergleichen lassen: Warum hält Österreich an neun zusammenhängenden Wochen fest, wenn andere vergleichbare Länder mit sechs Wochen auskommen?

    Nicht nur der Sommer: Wie viel Ferien gibt es im ganzen Schuljahr?
    Der Blick ausschließlich auf Juli und August erzählt ohnehin nur die halbe Geschichte. In Österreich kommen zu den neun Wochen Sommerferien noch Herbstferien, Weihnachtsferien, eine Woche Semesterferien, Osterferien und das verlängerte Pfingstwochenende. Dazu kommen gesetzliche Feiertage und je nach Schule weitere schulfreie Tage. Alleine die großen österreichischen Ferienblöcke ergeben damit grob 14 Wochen schulfreie Zeit pro Jahr – in Deutschland sind es knapp zwei Wochen weniger.

    Warum nicht sieben statt neun Wochen?
    Niemand muss Kindern ihre wohlverdienten Sommerferien wegnehmen. Ferien sind wichtig – zur Erholung, für Familienzeit und schlicht dafür, einmal Abstand vom Schulalltag zu bekommen. Eine Verkürzung beispielsweise auf sieben Wochen könnte Spielraum schaffen, freie Tage sinnvoller über das Schuljahr zu verteilen. Für berufstätige Eltern würde sich gleichzeitig die größte Betreuungslücke des Jahres deutlich verkleinern. Denn neun Wochen Sommerferien stammen aus einer Arbeits- und Familienwelt, die mit jener des Jahres 2026 immer weniger gemeinsam hat.

     

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