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Vögel- und Taubenfüttern: Falsch verstandene Tierliebe

Gemeinderatsantrag fordert nun Fütterungsverbot

19. April 2026
in Freizeit, Linz
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„Die Vogerln fressen das Brot doch so gern“ – mit diesem Argument ausgestattet sorgen ein ums andere Mal manche Mitbürger für ziemlichen Ärger, wenn sie massenweise Brot- und Nahrungsreste auf den Boden oder in die Donau schütten, um Tauben oder Enten zu füttern. Abgesehen davon, dass auch Ratten angezogen werden, ist diese Art von Nahrung überaus schädlich für Wildtiere. Speziell am neuen Donaustrand bei der Eisenbahnbrücke füttern vermeintliche Tierfreunde die Enten das ganze Jahr über nahezu im Schichtbetrieb. Jetzt könnte aber (endlich) ein Taubenfütterungsverbot kommen – ein entsprechender Antrag wird diesen Donnerstag im Gemeinderat bearbeitet.

Die Aussage, dass Tiere das Brot doch so gern hätten, ist fast schon absurd: Keiner käme auf die Idee, Kinder durchwegs mit Süßigkeiten zu versorgen, weil die Kleinen diese doch mit Vorliebe essen.

Ein absolutes No Go: massenhaft Brot einfach achtlos ausstreuen.

Im Brot stecken jede Menge Inhaltsstoffe, die Wildtiere absolut nicht vertragen – etwa Salz, das im Brot und anderen menschlichen Lebensmitteln viel zu hoch konzentriert ist. Auch Laktose (Vögeln fehlt das zur Verarbeitung nötige Enzym) und Stärke sind für Wildtiere schädlich.

Achtlos ausgeschüttete Brotreste locken Mäuse und Ratten an, die wiederum als Krankheitsüberträger problematisch sind.

Noch schädlicher ist schimmeliges Brot (Schimmel kann bei feuchtem Wetter in nur wenigen Stunden auftreten). Gerade Vögel sind besonders anfällig auf die durch den Schimmelpilz hervorgerufene ‚Aspergillose‘.

Speziell am Hauptplatz und am – Nomen est Omen – Taubenmarkt sind selbsternannte Tauebenfreunde aktiv und schütten massenweise Brot aus. „Tauben sollte man ausschließlich auf öffentlichen Grünflächen füttern“, sagt der Tierschutz Austria.

Und natürlich locken achtlos ausgeschüttete Brotreste Mäuse und Ratten an, die wiederum als Krankheitsüberträger problematisch sind. Als Folge davon legen viele Hausbesitzer dann Giftköder aus, die wiederum für Kinder oder Haustiere gefährlich sein können.

„Tauben sollte man ausschließlich auf öffentlichen Grünflächen füttern.“

Tierschutz Austria

Aber wie füttert man – wenn überhaupt – richtig? „Körner und Samen sind beispielsweise artgerechtes Taubenfutter, das den Tieren in Mengen, die sie sofort aufnehmen können, gegeben werden kann“, empfiehlt der Tierschutz Austria. Ein weiterer Punkt: Tauben sollte man ausschließlich auf öffentlichen Grünflächen füttern. Das Futter müssen die Tiere unmittelbar aufnehmen, die übrigbleibenden Reste sollten anschließend sofort beseitigt werden.

Kommt endlich ein Taubenfütter-Verbot für Linz?
Jetzt soll ein Gemeinderatsantrag von GR Thomas Naderer der Unsitte einen Riegel vorschieben: Gefordert wird, „eine ortspolizeiliche Verordnung nach dem Vorbild der Stadt Graz auszuarbeiten, die das Füttern von Tauben sowie das Auslegen von Futter und Nahrungsmitteln im Stadtgebiet untersagt.“

 

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