• Dürre-Wüste statt grünem Band: Das etwa 23.000m2 oder etwa drei Fußballfelder  große Dach des Autobahntunnels zwischen Neuromed Campus und dem Wankmüllerhofviertel hat es diesen Sommer ganz besonders erwischt. Das nur etwa 50cm dicke, schattenlose  Erdreich auf der 560 Meter langen Einhausung wurde so richtig durchgegrillt.
In der Vergangenheit gab es bekanntlich immer wieder Vorstöße, die Fläche zu öffnen und urban nutzbar zu machen – als Fläche zum Garteln oder als Sport- und Spielplatz mit Sonnensegeln. Passiert ist bis dato nichts. Gemeinderat und Stadtentwickler Lorenz Potocnik  brachte die Idee bereits 2020 erstmals in den Gemeinderat, blitzte bei den anderen Parteien aber ab. Es wäre das größte derartige Projekt in Europa gewesen. Linz pflanzte lieber in der Innenstadt einzelne Bäume um einen mittlerweile siebenstelligen Betrag. 

Die Einhausung Niedernhart wurde 2005 verwirklicht. Anders als beim angrenzenden Bindermichl-Tunnel wurde damals aber – wohl aus Kostengründen – auf die Möglichkeit einer Begehung, Querung und eine Nutzbarmachung verzichtet, obwohl das Dach mit einer Wiesenfläche bewachsen ist. „Schade, denn in vielen anderen Städten werden genau solche Flächen jetzt urban nutzbar gemacht. Genau an solchen Stellen könnte mit vergleichsweise wenig Aufwand viel für die „Klimahauptstadt“ herausgeholt werden“, so Linzplus-Propeller Lorenz Potocnik .

Fotos: zVG
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Die teuerste Zughaltestelle der Welt?

Milliardenteure Verschwendung der Westbahnstrecke in der Kritik

31. März 2026
in Freizeit, Land, Linz, Politik
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Aus einer schnurgeraden Strecke wird ein „S“: Mindestens eine Milliarde Euro kostet die derzeitig Bau befindliche Verschwenkung samt vierspurigem Ausbau der Weststrecke von Linz nach Marchtrenk, um den Linzer Flughafen einzubinden. Kritiker halten diese 15,7 km lange Umleitung der bestehenden Trasse für sinnlos. Um dieses Geld hätte sich die S-Bahn nach Gallneukirchen, deren Finanzierung noch völlig offen ist, errichten lassen. Bilder von den Bauarbeiten zeigen nun die enormen Eingriffe, die die knapp 30 Meter breite Trasse in die Natur verursacht.

Vier neue Gleise sollen die bisher zweigleisige Strecke künftig ersetzen. „Bei diesem Neubau bietet sich die Chance, durch eine Anpassung der Streckenführung mehrere Vorteile zu schaffen: Die räumliche Zerschneidung des Orts Pasching aufheben, Lärm reduzieren sowie ein Zusammenwachsen der Ortsteile und gleichzeitig Chancen zur Siedlungsentwicklung ermöglichen“, so die ÖBB beim Baubeginn 2022. Damals war man übrigens noch von 775 Mio. Euro Baukosten ausgegangen, 2025 war es bereit eine knappe Milliarde.

Knapp 30 Meter breit ist die neue Bahntrasse, die durch Wiesen und Felder zwischen Leonding/Pasching und Hörsching gegraben wird. (Foto: Redaktion)

Die zukünftige Verschwenkung der Trasse (rot) im Vergleich zur bestehenden Linie (gelb). Grafik: ÖBB
Die Trasse wird im Bereich Pasching–Hörsching wenige hundert Meter nach Süden verschoben. „Die neue Strecke bindet so auch das wachsende Gewerbegebiet im Bereich des Flughafens Hörsching in die Weststrecke ein und setzt damit einen Impuls für die Wirtschaft“, heißt es seitens der ÖBB zu diesem Megaprojekt, das etwa eine Milliarde Euro verschlingen wird. 60 Hektar Grünland und Ackerfläche werden von der neuen, vierspurigen, 29 Meter breiten Gleistrasse beansprucht.

Die beim Linzer Flughafen geplante Haltestelle inkl. Park & Ride Anlage (Screenshot: ÖBB/Youtube)
Kommentar
Die wohl weit über eine Milliarde Euro teure Weststrecken-Verschwenkung zwischen Linz und Marchtrenk ist ein Steuergeld-Schildbürgerstreich allererster Güte. Um dieses Geld hätte man die S-Bahn nach Gallneukirchen (für die bis heute die Finanzierung völlig offen ist) bauen können – inklusive ebenfalls noch offene Elektrifizierung der Mühlkreisbahn. Wenn man denn schon eine Anbindung des Flughafens ans hochrangige Öffi-Netz will: Weit billiger – und attraktiver – wäre eine Anbindung an das Straßenbahnnetz mit einer einspurigen Stichstrecke von der Trauner Kreuzung gekommen. Die Kosten wären mit etwa 50 Mio. Euro überschaubar, führt doch die bestehende Linie nach Traun etwa in 2,5km Entfernung am Airport vorbei. Auch ein dichter Bustakt würde einen Bruchteil davon kosten – alles hätte den Airport auch für künftige Entwicklungen mehr als ausreichend abgedeckt. Warum man mit einem Mega-Projekt der Westbahnstrecken-Verschwenkung hier mit Kanonen auf Spatzen schießt, scheint mehr denn je schwer nachvollziehbar. Der auf jeden Fall nötige Ausbau auf vier Gleise am bestehenden Gleisbett hätte maximal die Hälfte der Kosten verursacht, erst die Verschwenkung und somit der komplette Neubau der Trasse macht die Sache erst so richtig  teuer. Der mitschwingende Gedanke, dass einst nicht nur die S-Bahn, sondern auch Intercity-Züge und internationale Verbindungen am Flughafen Linz halten und einen Umstieg ins Flugzeug ermöglichen, klingt aus heutiger Sicht absurd. Selbst nach der Eröffnung müssten Flugäste erst zum Hauptbahnhof fahren, dort in den Regionalzug oder die S-Bahn umsteigen, um dann zum Airport zu gelangen. 
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