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Zur Lage im Linzer Fußball

Kommentar der Woche

2. März 2026
in Meinung, Sport
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Hui und pfui – das ist das Kurz-Resümee zum Bundesliga-Sonntag aus Linzer Sicht: Der LASK holt als besseres Team auswärts bei der Wiener Austria ein 2:2 und fixiert damit die Teilnahme an der Meistergruppe. Während Schlusslicht FC Blau-Weiß Linz auch gegen WSG Tirol zuhause kein Land sieht und mit 2:3 untergeht und der einzige Abstiegskonkurrent GAK mit einem 2:1 gegen Ried voll punktet. Das werden ganz schwierige Wochen für die Blau-Weißen, die in mehrerer Hinsicht am Scheideweg stehen…

Der LASK hat zwar das bereits dritte Pflichtspiel in Folge nicht gewonnen, die Athletiker ließen in Wien aber mit ihren alten Tugenden aufhorchen. Bei der Austria haben sie gezeigt, dass sie in der Liga niemanden fürchten müssen (außer Red Bull Salzburg, wenn die Dosenkicker ihr tatsächliches Potenzial abrufen, sind sie als Meister heuer gesetzt). Der zweite Platz ist für die Linzer alles andere als Illusion, denn Sturm, Rapid, Austria & der Rest vom Schützenfest sind heuer nicht wirklich souverän unterwegs, der LASK bislang sehr wohl.

Nicht nur LASK-Coach Didi Kühbauer wird nach der sportlichen Bloßstellung letzte Woche daheim gegen Salzburg ein Stein vom Herzen gefallen sein, dass man nach wie vor dran ist an der Spitze und nicht völlig ohne Vorwarnung in eine (Mini-)Krise abstürzt. Nächster Halt? ÖFB-Cuphalbfinale… und in der Meisterrunde ist in zehn Spielen bei vier Punkten Abstand zwischen den sechs Teams alles (und leider auch nichts) möglich. Präsident Siegmund Gruber hat jedenfalls einmal mehr gezeigt, dass es sich auszahlen kann, „All in“ zu gehen und das Glück zu erzwingen.

„Auf den Tisch hauen, ein reinigendes Gewitter, der hässlichen Wahrheit ins Gesicht schauen und daran wachsen: Das fehlt bei den Bau-Weißen. Der Klassenerhalt lässt sich nicht erkuscheln.“

Und Blau-Weiß Linz? Da schaut es sportlich ziemlich düster aus, auch wenn man sich die eigenen Leistung ein ums andere Mal zu sehr schönredet – und die gewohnt unkritischen Fans sich in Durchhalteparolen vorgaukeln, die Mannschaft hätte aktuell sportlich das Zeug, die Liga zu halten. Auf den Tisch hauen, ein reinigendes Gewitter, der hässlichen Wahrheit ins Gesicht schauen und daran wachsen: Das fehlt bei den Bau-Weißen. Der Klassenerhalt lässt sich nicht erkuscheln.

Auf die Blau-Weißen warten elf ganz, ganz schwierige Runden – auch weil keines der anderen Teams wirkliche Schwächen zeigt (Ausnahme GAK, der aber zuletzt voll punktete). Der Kader, den sowohl Sportdirektor Schösswendter als auch Geschäftsführer Peschek (ohne seine Unterschrift gibt’s keine Neuverpflichtung) zu verantworten haben, ist schlichtweg nicht Bundesliga-konkurrenzfähig. Man hat die lange Zeit im letzten Sommer, als man frühzeitig den Klassenerhalt sicherte, schlichtweg verpennt. Statt einen nachhaltigen und brauchbaren Kader zu formen, hat man in Schlussverkaufsmanier geholt, was noch leicht beschädigt am Ladentisch lag – sorry, das ist unterirdisch und auch nicht professionell. Dazu die Trainersuche, die viel zu lange dauerte und viel zu zögerlich eingeleitet wurde… obwohl man einen Ligakenner suchte, kam am Ende einer, der über den Kick in Österreich wenig bis nichts wusste. Seltsam!

„Statt einen nachhaltigen und brauchbaren Kader zu formen, hat man in Schlussverkaufsmanier geholt, was noch leicht beschädigt am Ladentisch lag – sorry, das ist unterirdisch und auch nicht professionell.“

Über Christoph Peschek ist hinter vorgehaltener Hand da und dort zu hören, er könne nicht mit Krisen und Kritik nur sehr begrenzt gut umgehen. Nach den vielen Interviews in den sportlichen Schönwetterphasen ging der Wiener mit steigender Anzahl an Niederlagen mehr und mehr auf Tauchstation und ließ klare Worte und Führungsstärke vermissen. Aus Wien war zu vernehmen, dass Peschek auch damals bei Rapid Wien nicht den richtigen Zugang zu geäußerter Kritik fand und sich das in einem ausgeprägten Fluchtverhalten ausdrückte (ein Wiener Journalistenkollege: „Er ist ein echter Politiker, redet gut und viel, wirkt gewinnend, aber unter dem Strich bleibt beim Gesagten wenig Substrat übrig“).

Es ist zudem wohl kein Zufall, dass der FC Blau-Weiß Linz erst ins Wanken geriet, nachdem die große schützende Hand von Ex-Bürgermeister Klaus Luger (der als „Erfinder“ der Personalie Peschek gilt) nicht mehr da war. Bereits im Frühjahr 2025, als man in der Meistergruppe spielte, eilte man von Niederlage zu Niederlage, stets betonend, dass man eh schon mehr als genug erreicht hätte und alles was noch kommt, quasi lediglich eine Zugabe wäre. Diese völlig unnötige, in Dauerschleife laufende Selbstverzwergung hat sich mittlerweile nicht nur bei Peschek und Co. eingenistet, sondern auch bei den Spielern und den wenig kritikorientierten Fans… eine fatale Sackgasse.

Nicht wirklich hilfreich in der Krise ist auch der Klubvorstand, der eigentlich die Richtung vorgeben müsste. Das ist aber ein Ding der Unmöglichkeit, ist dieser doch eher mit sportlichen und wirtschaftlichen Luftblasen wie AK-Pensionist Kalliauer denn mit echten Entscheidern oder Fachleuten besetzt. Selbiges gilt auch für den aufgabenfreien Beirat (Kuratorium) ohne jedes echte Mitsprache- und Entscheidungsrecht. Man wollte hier eher mit ein paar bekannten, sympathischen Namen wie Karikaturist Gerhard Haderer oder ORF-Mann Hans Bürger für Wellbeing sorgen – einen echten Mehrwert für den Klub, der nach wie vor am lebenswichtigen Tropf stadtnaher Sponsoren hängt, gab und gibt es hier nicht.

Die (erfolgreiche) Entscheidungsebene Luger-Peschek ist in dieser Form nicht mehr vorhanden, das scheint das eigentliche Problem im Klub zu sein. So gesehen wäre ein Abstieg in die zweite Liga heilsam, könnte man doch hier nicht nur einen sportlichen, sondern auch einen personellen Neuanfang im gesamten Verein auf den Weg bringen. Ob Peschek diesen möglichen Neustart (den man unbedingt auch im Fall des Klassenerhalts angehen MUSS) begleiten kann und will, muss am Ende des Tages mangels echter übergeordneter Instanzen er selbst entscheiden.

 

 

 

 

 

 

 

 

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