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Zwei neue Stadien für Linz: „Ein finanzielles Geisterspiel“

27. Juni 2020
in Freizeit, Linz, Politik, Sport
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Bis 2023 werden die Gugl, das Donauparkstadion und eine Ballsporthalle neu gebaut. Nach wie vor offen ist aber, wie die Gesamtkosten von etwa 65 Millionen Euro gestemmt werden sollen. Die Stadt Linz und das Land OÖ beteiligen sich – unklar ist die restliche Finanzierung. Die Gefahr, dass Linz mehr Geld in die Hand nehmen muss, droht: „Bis heute gibt es weder ein Finanzierungskonzept vom LASK oder Blau-Weiß Linz, der Gemeinderat tappt völlig im Dunklen“, sagt Lorenz Potocnik von NEOS im LINZA-Talk. Er fordert Bankgarantien der Klubs.

6,1 Millionen zahlt Linz für eine neue Ballsporthalle, drei Millionen fürs Donauparkstadion und vier Millionen für ein Parkhaus beim Linzer Stadion – macht in Summe über 13 Millionen Euro Subventionen.

Herr Potocnik, Sie haben gemeinsam mit einer Bürgerinitiative den Stadion-Neubau auf der Gugl in die Wege geleitet. Das Grünland am Pichlingersee ist gerettet, eigentlich sollten Sie jetzt zufrieden sein.
Die Rettung von etwa zwölf Hektar Grünland am  Pichlingersee war ein unglaublicher Erfolg. Zusätzlich konnten wir eine zukunftsweisende Lösung für das Linzer Stadion in die Wege leiten. Bürgermeister Luger wollte offensichtlich den Grüngürtel opfern und ist bekanntlich erst auf unsere Linie eingeschwenkt, als er nicht mehr anders konnte. Seitdem hat er leider erneut bewiesen, dass es ihm an Leadership fehlt, weil er sich komplett über den Tisch hat ziehen lassen. 

Ein Investitionspaket wurde mit dem Land OÖ beschlossen, Linz bekommt mit der Gugl und dem Donauparkstadion gleich zwei neue Arenen und auch noch eine Ballsporthalle.
Luger hat das brauchbare Linzer Stadion dem LASK geschenkt und will zusätzlich für das dortige VIP-Parkhaus auch noch vier Millionen Euro drauflegen. Ich frage warum? Die Stadt hat von diesem Parkhaus absolut nichts – im Gegenteil: Das führt zu noch mehr Verkehr und Stau. In Summe reden wir von über 13 Millionen Euro Subventionen, für die es noch keinen Gemeinderatsbeschluss gibt. Auch die Finanzierungskonzepte von LASK und Blau-Weiß Linz liegen dem Gemeinderat noch nicht vor. Trotzdem soll bereits im Herbst mit den Abriss- und Bauarbeiten begonnen werden. Ich halte das für hochgradig unverantwortlich.

Warum?
Nicht falsch verstehen: Ich wünsche den beiden Vereinen ein neues Stadion. Aber als Gemeinderat bin ich in erster Linie den Stadtfinanzen und allen Bürgern verpflichtet, nicht nur ein paar tausend Fußballfans oder einer gewinnorientierten Profi-GmbH. Der LASK war bereits zweimal finanziell am Ende. Im Fußball kann schon morgen wieder alles anders sein. Langfristig planen kann man im Fußball nicht wirklich, das geht eher in Richtung Glücksspiel.

Und Blau-Weiß Linz?
Ist trotz SPÖ- und stadtnaher Sponsoren wie der Linz AG oder dem Flughafen ebenfalls ein finanzieller Dauerpatient. Beim Luger-Klub gab es vor zwei Monaten noch ein 800.000 Euro-Loch. Trotz Corona-Krise und null Einnahmen ist dieses Minus über Nacht verschwunden. Gut möglich, dass hier über Umwege wieder die stadteigene LINZ AG eingesprungen ist, die schon bisher der einzige Großsponsor ist. Wie soll da jetzt noch ein 3-Millionen-Kostenanteil für ein Stadion gestemmt werden? Ich befürchte, das bleibt bei den Bürgern hängen.

Die Klubs brauchen aber neue Stadien.
Mag sein. Es ist aber sicher nicht die ureigenste Aufgabe der Stadt Linz, eine LASK-Gmbh oder ein „Luger-Spielzeug“ wie Blau-Weiß zu finanzieren – oder Fans bei Laune zu halten.  Ich übernehme im Herbst den Vorsitz im Linzer Kontrollausschuss, die Finanzierung der Stadionprojekte wird das erste sein, das wir gründlich durchleuchten. Wir brauchen nicht noch ein finanzielles Luger-Abenteuer. 

Was wäre denn eine denkbare Lösung?
Bevor ein Bagger anrollt, müssen endlich verbindliche Finanzierungskonzepte auf den Tisch, inklusive Bankgarantien der Klubs. Ich akzeptiere kein verantwortungsloses ‚Luger-Hasardieren‘ mehr. Da geht‘s um zusätzliche zweistellige Millionenbeträge, von den Erhaltungs- und Betriebskosten der Stadien ganz zu schweigen. Außerdem müssen wir raus aus der 4-Millionen-Finanzierung des LASK-Parkhauses auf der Gugl, das hat unser Bürgermeister miserabel verhandelt.

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