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    Umstrittenes Kirchmayr-Projekt: „Nein zu 130-Meter-Turm beim Linzer Schillerpark“

    8. August 2017
    in Linz
    Bis zu 130 Meter hoch hätte der geplante Neubau am Schillerpark werden sollen.

    Bis zu 130 Meter hoch hätte der geplante Neubau am Schillerpark werden sollen.

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    Die Linzer Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: „PlusCity Boss Ernst Kirchmayr will am Schillerpark einen bis zu 130 Meter hohen Turm bauen, der dortige Park soll einer XL-Tiefgarage weichen“, sagt der Linzer Stadtentwickler und NEOS-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik. Andere Quellen sprechen „nur“ von einem 70 Meter hohen Gebäude: „Aber auch sowas hat in der verkehrsberuhigten Innenstadt nichts verloren. Schluss mit dem Mauscheln unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Kirchmayr und Bürgermeister Luger sollen endlich offen sagen, was für ein Wahnsinnsprojekt da hinter verschlossenen Türen ausgeschnapst wird.“

    Die PlusCity-Eigentümer Ernst Kirchmayr / Familie Pfeiffer kauften vor einiger Zeit den Gebäudekomplex am Schillerpark, der auch das Linzer Casino und ein Hotel beinhaltet. Aus Architekten- und Mieterkreisen wurden jetzt erste Details publik, was hier gebaut werden soll. Stadtplaner Lorenz Potocnik: „Mitten in der Stadt soll ein bis zu 130 Meter hoher Turm entstehen“, so Potocnik. Hochhäuser seien per se für Linz keine schlechte Idee, es gebe aber „absolute No-Go-Bereiche“. Der etwa gleichhohe Neue Dom (135 Meter) ist nur ein paar Hundert Meter Luftlinie vom geplanten XL-Hochhaus entfernt. Die Dimensionen und Auswirkungen wären gewaltig, die umliegenden Gebäude würden um das Fünffache überragt. Selbst eine reduzierte Variante mit 70 Metern Höhe wäre für die Gegend komplett überdimensioniert und rücksichtslos, so Potocnik.

    Hubschrauberlandeplatz mitten in der Stadt?
    Während des Baus müsste das Schillerpark-Hotel für mindestens zwei Jahre komplett schließen, für das Casino wird eine Ersatz-Location gesucht, was aber rechtlich gar nicht so einfach ist. Hier soll das Palais Kfm. Verein mit seinen Sälen im Gespräch sein. Pikant: Bauherr Kirchmayr will im Zuge des Neubaus angeblich sogar um einen Hubschrauberlandeplatz ansuchen, um auch Weltstars wie kürzlich Elton John zum Bleiben im neuen Hotel zu bewegen. Potocnik: „Aktuell dürfen nur Rettungshubschrauber die Krankenhäuser im Stadtzentrum anfliegen – und das ist auch gut so.“

    „Bürgermeister Klaus Luger steht einmal mehr auf der falschen Seite“
    Für Potocnik unverständlich: „Bürgermeister Klaus Luger steht nicht nur hinter diesem Projekt, sondern treibt es auch noch mit an. Er ist einmal mehr nicht aufseiten der Bevölkerung. Das ist vulgärer Neoliberalismus der übelsten Sorte.“ Auch für PlusCity-Boss Ernst Kirchmayr hat Potocnik klare Worte: „Nachdem er in Pasching nicht mehr weiter ausbauen kann, ist ihm ganz offensichtlich fad. Jetzt scheint Linz beim fragwürdigen Konzept „Shoppingrausch mit Gratis-Parken“ dran zu sein. Dabei haben wir in Österreich schon jetzt die europaweit höchste Pro-Kopf-Dichte an Verkaufsflächen.“

    8.000 zusätzliche Autos/Tag auf der südlichen Landstraße
    Auch von der unter dem Schillerpark geplanten Tiefgarage gibt es Neues: Je nach Größe des Projekts könnten hier bis zu 1.000 Stellplätze entstehen – so viele wie in keiner anderen Linzer Garage (die Promenaden-Tiefgarage hat nur 488 Stellplätze). Bei einem großen Shoppingcenter wären das pro Tag bis zu 8.000 zusätzlich Autos, die großteils über die erst kürzlich um 5,3 Mio. Euro verkehrsberuhigte Linzer Landstraße ein- und ausfahren würden.
    Zum oft gehörten Argument, dass die Landstraße mehr Attraktivität brauche, kann Potocnik nur den Kopf schütteln: „Gerade erst wurde mittels einer Presseaussendung gejubelt, dass die Landstraßen-Frequenz eine der besten aller österreichischen Einkaufsstraßen ist. Für mich stehen die Bewohner im Vordergrund, aber nicht Auto-Shopper aus Linz-Land oder dem Mühlviertel.“

    „Kein Luger-Denkmal auf Kosten der Bevölkerung“
    Potocniks Forderung ist klar: „Schluss mit der Geheimniskrämerei – Luger und Kirchmayr sollen endlich die Karten auf den Tisch legen und sagen, was sie planen. Unser Bürgermeister muss sich jetzt auch mal hinter die Interessen der eigenen Bürger stellen und nicht krampfhaft versuchen, Luger-Denkmäler zu bauen – auch wenn er dafür wohl nur mehr bis 2021 Zeit hat.“

     

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