Schöne Entwürfe und ein gelungenes Design prägen die Pläne eines neuen Eingangsbereich des Botanischen Gartens Linz. Aber ob eine Investition von 7 Millionen Euro (inkl. neuer Glashäuser) in der derzeit mehr als angespannten wirtschaftlichen Lage vertretbar ist?
115.000 Besucher zählt der Botanische Garten zuletzt pro Jahr. Umgerechnet auf den Eintrittspreis bräuchte es 1.521.739 vollzahlende Besucher (beim aktuellen Zustrom wären das 13 Jahre), nur um diese 7 Million Euro Investition wieder hereinzuspielen … den laufenden Betrieb gar nicht mitgerechnet.

„Der Botanische Garten ist ein echtes Naturjuwel und ein wichtiger Ort für die Umweltbildung in unserer Stadt. Nun bekommt er endlich auch einen würdigen Eingangsbereich. Dieser verbindet Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Ästhetik auf besonders gelungene Weise. Das neue Gebäude wird zahlreiche wichtige Funktionen erfüllen und zum Beispiel auch einen überdachten Treffpunkt für Schulklassen und Gruppen bieten“, so die zuständige Stadträtin Eva Schobesberger.
„Einerseits wird das Linzer Schulstartpaket mit dem Argument gestrichen, es sei kein Geld vorhanden, andererseits werden von SPÖ und Grünen Millionenbeträge für Luxusprojekte wie ein Eingangsbereich und ein neues Glashaus im Botanischen Garten ausgegeben. Das ist rational nicht zu erklären“, so FPÖ-Finanzsprecher Zeljko Malesevic.

Neben den Glashäusern, die das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht haben sollen, erfüllen laut Aussendung der Stadt Linz auch der Eingangsbereich und das bestehende Hauptgebäude weder funktional noch sicherheitstechnisch die Anforderungen eines modernen Besucherzentrums. Es fehle an wettergeschützten Wartebereichen für Gruppen, an ausreichend dimensionierten Räumen für Veranstaltungen oder Vermitt-lungsformate sowie an einer professionellen Anbindung an Gastronomie und WC-Anlagen. Auch für das Personal bestünden keine adäquaten Arbeits- und Aufenthaltsräume, was den laufenden Betrieb erschweren würde.
Die geplante neue Raumaufteilung im bestehenden Hauptgebäude sieht eine stärkere Trennung zwischen Besuchs- und Arbeitsbereichen sowie eine Aufwertung des Gastro-Innenhofs vor. Zusätzlich ist ein Überwinterungsglashaus mit Doppelnutzung als Winter-garten vorgesehen. Auch die Nutzung in den Wintermonaten oder bei Schlechtwetter wird damit möglich. Schulklassen, Vereine und Kulturveranstaltungen erhalten neue, wetterunabhängige Entfaltungsmöglichkeiten. Die Gesamtfertigstellung des Projekts ist etappenweise bis Anfang 2028 geplant
Renderings: Architekten Kneidinger ZT GmbH


























