Das war zu erwarten: Durch die Wiedereröffnung des PRO Einkaufszentrums herrscht bei der Konkurrenz in der Lentia City – gerade mal 1,3 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt – relativ tote Hose, die Frequenz ist spürbar zurückgegangen: „Seit das PRO wieder da ist, bekommt man in der Gratis-Garage im Lentia immer problemlos einen Parkplatz, das war früher nicht so“, sagt eine Besucherin. Gleichzeitig ist beim PRO Im-Kreis-fahren angesagt, weil kaum eine der 450 Stellflächen frei ist. Auch aus dem Handel gibt es ähnliche Meldungen.
„DieFrequenz ist stark zurückgegangen“, sagen uns unabhängig voneinander Mitarbeiterinnen bei MÜLLER und auch bei BILLA Plus im Lentia. Auch ein Standlbetreiber bestätigt uns diese Aussagen. Die Lokale sind ebenfalls spürbar leerer geworden, seit das PRO in unmittelbarer Nähe eröffnet hat.
Nicht nur die Anzahl der Gratis-Parkplätze – 460 zu 450 – ist in beiden Einkaufstempeln sehr ähnlich, auch das Angebot ist es: Die beiden erwähnten großen Ankermieter – BILLA Plus und MÜLLER Drogeriemarkt – sind dieselben. Das PRO kann speziell jetzt im Sommer durch die Freiflächen und die Gastgärten – beides gibt’s im Lentia nicht – punkten. Im Winter wird sich das aber wohl wieder umdrehen. Wie gut das PRO dann ausgelastet sein wird – die offene Shopping Mall ist hier dem Luftzug und den kühleren Temperaturen ausgesetzt – wird sich zeigen. Fakt ist: Kaum in einem anderen Stadtteil wie in Urfahr ist die Dichte an Supermärkten so hoch wie in Urfahr.

Viel bekritteln trotz vollem Parkplatz den nüchternen Umbau des PRO: Das Areal blieb ein großes Einkaufszentrum mit einem riesigen versiegelten Parkplatz, der unverändert blieb, obwohl eine Redimensionierung und eine Begründung des Areals angekündigt war. Für einen zweiten Ausbauschritt zu einem Wohnviertel gibt es außer vagen Absichten kaum Konkretes – dieser ist nach dem teuren Umbau auch nicht realistisch. Der Jubel der Stadtpolitik ist nach diesen großen Versprechungen nur sehr begrenzt nachvollziehbar.

Eigentlich hätte das Gelände zu einem gemischt genutzten Stadtquartier mit Handel, Grünflächen und Wohnnutzung weiterentwickelt werden sollen, so der Plan. Ob es nach diesem großen Umbau allerdings tatsächlich irgendwann noch dazu kommt, ist offen. Jetzt geht es mal mit der bisherigen Nutzung als Einkaufszentrum weiter. Dass nach dem jetzigen, 35 Millionen Euro teuren Komplettumbau des Einkaufszentrums in absehbarer Zeit wieder alle abgerissen wird und das angekündigte Projekt eines gemischten Wohn-, Grün- und Gewerbegebiets umgesetzt wird, glaubt selbst in der Stadtpolitik kaum jemand…















