Ausgerechnet an einem der geschichtsträchtigsten Orte von Linz gehen für das Wehrgeschichtemuseum die Lichter aus: Mitte September wird der Museumsstandort in Ebelsberg geschlossen. Zuvor gibt es am Samstag noch einmal die Gelegenheit, die umfangreichen Sammlungen und Sonderausstellungen bei freiem Eintritt zu besichtigen. Für die Betreiber endet damit ein Kapitel, das eigentlich ganz anders hätte weitergehen sollen.
belsberg und Militärgeschichte sind untrennbar miteinander verbunden. Vor allem die Schlacht bei Ebelsberg am 3. Mai 1809 ging als eines der blutigsten Ereignisse der Napoleonischen Kriege auf österreichischem Boden in die Geschichte ein. „Hier fand eine der größten Schlachten des Koalitionskrieges gegen Frankreich statt, bei der binnen 24 Stunden circa 5.000 Soldaten ihr Leben lassen mussten“, erinnert Andreas Danner, Obmann des Forums Wehrgeschichte Oberösterreich, an die historische Bedeutung des Standorts. Umso bemerkenswerter ist, dass ausgerechnet hier nun das Wehrgeschichtemuseum seine Pforten schließen muss.

Eigentlich sollte das Museum wachsen
Dabei sah die Zukunft vor einigen Jahren noch völlig anders aus. Mit Unterstützung der WSF Privatstiftung wurde die Idee entwickelt, das bestehende Museum nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen und dauerhaft in das neue Zentrumquartier Ebelsberg zu integrieren.
Damit hätte die militärhistorische Vergangenheit Ebelsbergs einen festen Platz inmitten des neu entstehenden Stadtteils erhalten. Aus diesen Plänen wird nun nichts. Mitte September ist am bisherigen Standort endgültig Schluss. Damit endet auch eine ungewöhnliche Verbindung zwischen einem historischen Schauplatz und einem Museum, das sich nicht nur mit der Schlacht von 1809, sondern mit zahlreichen Kapiteln österreichischer Militär- und Zeitgeschichte beschäftigt.

Ein letztes Mal „70 Jahre Bundesheer“
Bevor die Türen geschlossen werden, können Besucher noch einmal in die Sonderausstellung „70 Jahre Bundesheer“eintauchen. Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und zahlreiche zeitgeschichtliche Dokumente vermitteln Einblicke in die Entwicklung des österreichischen Bundesheeres. Der Bogen reicht von der B-Gendarmerie und dem Grenzschutz über die Zeit der Raumverteidigung bis zu den Einsätzen österreichischer Soldaten im In- und Ausland. Erinnert wird dabei auch an die erste österreichische UNO-Mission im Kongo im Jahr 1960. Ergänzend präsentiert der Exekutivhistorische Verein Oberösterreich die Sonderausstellung „195 Jahre Zollwache, 20 Jahre Wachkörperreform und 65 Jahre UNO-Friedenseinsätze“.

Zum Abschied rollen noch einmal die Militärfahrzeuge
Ganz still verabschiedet sich das Museum allerdings nicht aus Ebelsberg. Am Samstag, 12. September, ist das Haus noch einmal von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Von 11 bis 14 Uhr findet außerdem ein Militärfahrzeugtreffen statt. Historische Fahrzeuge werden dabei nicht nur ausgestellt, sondern sind auch bei einer gemeinsamen Ausfahrt im Konvoi zu erleben. Danach heißt es Abschied nehmen. Für Ebelsberg ist die Schließung mehr als das Ende eines kleinen Museums. Der Stadtteil verliert eine Einrichtung, die genau dort Geschichte erzählte, wo ein Teil dieser Geschichte tatsächlich stattgefunden hat. Ob und wo es einen neuen Standort geben wird, ist offen. Man ist aber mit dem Land OÖ in Gesprächen.














