Illegale Graffiti und beschmierte Hausfassaden sind in Linz vielerorts ein Ärgernis. Bisher werden laut Stadt anstößige oder beleidigende Schmierereien sofort entfernt, andere hingegen oft erst im Zuge regulärer Reinigungen oder Sanierungen – ohne fixe Frist. Die Linzer ÖVP will das ändern: Künftig sollen illegale Graffiti auf städtischen Gebäuden und öffentlichen Flächen innerhalb von drei Werktagen verschwinden. Auch private Hauseigentümer sollen Unterstützung bei der Reinigung erhalten. Ein entsprechender Antrag wird im heutigen Gemeinderat eingebracht.
Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer hat genug von verschmierten Fassaden, Unterführungen und öffentlichen Gebäuden. Sie fordert Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) auf, endlich konsequent gegen illegale Beschmierungen vorzugehen. „Wer fremde Hausfassaden beschmiert, schafft kein Kunstwerk, sondern verursacht Schaden. Die Rechnung dafür dürfen nicht länger nur die betroffenen Eigentümer sowie die Allgemeinheit bezahlen.“
Drei Tage statt monatelanger Schmierereien
Kern der ÖVP-Initiative ist eine verbindliche Frist: Illegale Beschmierungen auf städtischen Gebäuden und öffentlichen Flächen sollen spätestens drei Werktage nach ihrer Meldung entfernt werden. Eine zentrale Meldestelle, klare Zuständigkeiten und ausreichende Reinigungskapazitäten sollen das ermöglichen. „Beschmierungen dürfen das Stadtbild nicht über Monate oder gar Jahre prägen. Wer sie einfach stehen lässt, vermittelt den Eindruck, dass sich ohnehin niemand kümmert“, so Lang-Mayerhofer.
Stadt soll auch privaten Eigentümern helfen
Besonders ärgerlich ist die Situation für private Hauseigentümer und Hausverwaltungen. Sie bleiben nach illegalen Sprayaktionen häufig auf hohen Reinigungskosten sitzen. Die ÖVP schlägt deshalb einen städtischen Reinigungsservice zu leistbaren und transparenten Preisen vor. Dafür soll die Stadt ein spezielles Reinigungsgerät anschaffen, mit dem geschultes Personal Graffiti möglichst schonend von Fassaden entfernen kann.
Kunst ja, Vandalismus nein
Lang-Mayerhofer betont ausdrücklich, dass Graffiti durchaus eine Bereicherung für das Stadtbild sein können. Dafür gebe es in Linz bereits offiziell freigegebene Flächen – „Legal Walls“. Wer hingegen ohne Erlaubnis fremdes Eigentum besprüht, überschreite eine klare Grenze. Mit dem Gemeinderatsantrag will die ÖVP nun konkrete Maßnahmen durchsetzen. Ob die Stadt künftig tatsächlich eine Reinigung innerhalb von drei Werktagen garantieren und privaten Eigentümern einen kostengünstigen Service anbieten wird, hängt von den weiteren politischen Entscheidungen ab.

















