• Dürre-Wüste statt grünem Band: Das etwa 23.000m2 oder etwa drei Fußballfelder  große Dach des Autobahntunnels zwischen Neuromed Campus und dem Wankmüllerhofviertel hat es diesen Sommer ganz besonders erwischt. Das nur etwa 50cm dicke, schattenlose  Erdreich auf der 560 Meter langen Einhausung wurde so richtig durchgegrillt.
In der Vergangenheit gab es bekanntlich immer wieder Vorstöße, die Fläche zu öffnen und urban nutzbar zu machen – als Fläche zum Garteln oder als Sport- und Spielplatz mit Sonnensegeln. Passiert ist bis dato nichts. Gemeinderat und Stadtentwickler Lorenz Potocnik  brachte die Idee bereits 2020 erstmals in den Gemeinderat, blitzte bei den anderen Parteien aber ab. Es wäre das größte derartige Projekt in Europa gewesen. Linz pflanzte lieber in der Innenstadt einzelne Bäume um einen mittlerweile siebenstelligen Betrag. 

Die Einhausung Niedernhart wurde 2005 verwirklicht. Anders als beim angrenzenden Bindermichl-Tunnel wurde damals aber – wohl aus Kostengründen – auf die Möglichkeit einer Begehung, Querung und eine Nutzbarmachung verzichtet, obwohl das Dach mit einer Wiesenfläche bewachsen ist. „Schade, denn in vielen anderen Städten werden genau solche Flächen jetzt urban nutzbar gemacht. Genau an solchen Stellen könnte mit vergleichsweise wenig Aufwand viel für die „Klimahauptstadt“ herausgeholt werden“, so Linzplus-Propeller Lorenz Potocnik .

Fotos: zVG
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Nach Busterminal-Umbau: kein Platz mehr für Obdachlose?

LinzPLUS spricht Problem an, bei dem alle anderen wegschauen

4. März 2025
in Land, Linz, Politik
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Der Umbau des Linzer Busbahnhofs steht kurz bevor, doch für viele Menschen bedeutet das eine existenzielle Veränderung: In den Wartekojen verbringen Sommer wie Winter regelmäßig um die zehn Obdachlose die Nacht, tagsüber sind es noch mehr, die hier Schutz vor Kälte, Regen oder einfach einen Platz zum Verweilen suchen. Der Busbahnhof ist für sie weit mehr als nur eine Verkehrsdrehscheibe – er ist ein Zufluchtsort in einer Stadt, die für wohnungslose Menschen immer weniger Rückzugsorte bietet.

Der Linzer Busbahnhof wird ab März umgebaut. Linz finanziert zu 25% (oder 1,7 Mio. Euro) mit. Doch was geschieht mit den hier quasi dauerhaft lebenden Menschen, wenn die Bauarbeiten beginnen? Diese Frage stellt LinzPLUS-Gemeinderätin Brita Piovesan: „Gibt es alternative Unterkünfte? Wer kümmert sich um sie? Und wie stellen wir sicher, dass nach dem Umbau Obdachlose nicht einfach vertrieben werden, sondern menschenwürdige Lösungen finden?“

Für manche Durchgangs-, für einige aber auch trostlose Endstation: das Busterminal beim Hauptbahnhof. (Foto: LINZA stadtmagazin)

Linz ist wie viele andere Städte mit dem wachsenden Problem der Obdachlosigkeit konfrontiert. Wohnraum wird teurer, Notunterkünfte sind oft überfüllt, und viele Betroffene haben keinen Zugang zu langfristigen Hilfsangeboten. „Es kann nicht sein, dass soziale Probleme einfach aus dem Stadtbild entfernt werden, ohne echte Lösungen zu bieten“, so Piovesan.Viele der Obdachlosen haben diesen Ort nicht zufällig ausgewählt, denn das große Dach und die Bus-Wartekojen bieten vor allem in der Nacht Sicherheit und Schutz vor Wind, Wetter und Belästigungen.

„„Ein moderner und attraktiver Busbahnhof ist wichtig für Linz, aber ebenso wichtig ist es, hier mit sozialer Verantwortung zu handeln und den Schwächsten unserer Gesellschaft eine Perspektive zu bieten.“

Fakt ist, dass es durch die Sanierung und den Umbau des Busterminals beim Hauptbahnhof laut Land OÖ „baulich verunmöglicht“ werden wird, dass Obdachlose künftig auf den Bänken schlafen können. Aber wohin sollen diese Menschen – einige davon älteren Semesters – ausweichen?

Um die zehn Obdachlose schlafen – teilweise bereits seit Jahren – beim Busterminal am Hauptbahnhof. (Foto: LINZA stadtmagazin)

Um die dringend nötigen Antworten zu erhalten, hat LinzPLUS eine Anfrage an die zuständige SPÖ-Vizebürgermeisterin Karin Hörzing gestellt. „Wir hoffen, dass die betroffenen Menschen nicht einfach nur verdrängt werden, ohne adäquate Alternativen zu haben“, so Piovesan. „Ein moderner und attraktiver Busbahnhof ist wichtig für Linz, aber ebenso wichtig ist es, hier mit sozialer Verantwortung zu handeln und den Schwächsten unserer Gesellschaft eine Perspektive zu bieten.“

Diese Fragen richtete LinzPLUS an Vizebürgermeisterin Karin Hörzing mit der Bitte um baldmöglichst Beantwortung:

  1. Gibt es ein Konzept oder einen Plan, wo und wie den betroffenen, obdachlosen Menschen im Zuge der Baustelle und danach geholfen wird?
  2. Sind städtische oder von der Stadt mitfinanzierte soziale Einrichtungen, Vereine oder Streetworker:innen in die Lösungsfindung involviert? Wenn ja, welche Organisationen sind beteiligt und in welcher Form?
  3. Wird es dauerhafte Alternativen (Unterkünfte, Schutzräume oder sanitäre Möglichkeiten) für die Betroffenen geben? Falls ja, welche sind das? 
  4. Welche Maßnahmen sind geplant, um den Busbahnhof in Zukunft sowohl sauber, einladend und sicher vor allem für die Nutzer:innen des öffentlichen Verkehrs zu gestalten? Wie wird sichergestellt, dass die Obdachlosen in Zukunft nicht mehr am Busbahnhof Zuflucht suchen?

 

 

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