Gestern stieg der Premieren- oder besser gesagt Comeback-Flug auf der Strecke Linz-Frankfurt, die bekanntlich im Herbst 2025 eingestellt wurde. 19 Passagiere nach Frankfurt und 15 auf der Retourmaschine brachten am ersten Tag eine ausbaufähige Auslastung von 27 bzw. 21 Prozent – weit weg von jeglicher Kostendeckung. Es braucht wohl noch einige Zeit, um nach Wien und München verlorene Passagiere zurückzuholen. Auch einige Kinderkrankheiten bei der Onlinebuchung sollten hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Der erste Flug machte jedenfalls Lust auf mehr.
So war es auf der Homepage des dänischen Carriers DAT nicht möglich, einen Sitzplatz zu buchen oder online einzuchecken – beide Links gehen seit Wochen ins Leere. Dennoch kein Problem, denn am Linz Airport Counter ist man schnell eingecheckt, dazu die kurzen Wege von maximal 300 Metern vom Auto ins Terminal – kundenfreundlich und zeitsparend.

Bekannt problematisch und überbemüht (manche sagen auch provinziell): die Securitycheck-Mitarbeiter in Linz. Vermutlich, weil so wenig zu tun ist, wird – wie in unserem Fall – minutenlang nach einem im Koffer „versteckten“ Stangen (die Verstrebungen des Koffers sind) und einem „versteckten“ Kugelschreiber gesucht, sogar sämtliche Kleidung wurde ausgepackt und der Handkoffer dann noch minutenlang zweimal durch den Scanner geschickt – als Vielflieger schüttelt man da nur mehr mit dem Kopf. Freilich eine Kleinigkeit, aber was tut dieses überforderte Personal, wenn ein oder zwei große Fliegerfüllungen durch den Security-Check müssen?
Keine Wünsche offen lassen hingegen das Personal und das Fluggerät von DAT Airlines– eine bewährte ATR 72-500 (Baujahr 2008) mit kraftvollen 2×2.750 PS starkem Turboprop-Antrieb, der beim Start gefühlt mehr anschiebt als so mancher Boeing-Jet. Die von manchen gefürchtete „brummige“ EIgenfrequenz des Propellerflugzeugs hält sich absolut in Grenzen. Die in diesem Typ übliche 2+2 Bestuhlung bietet auch für größere Fluggäste halbwegs Platz. Niedlich: die deutschen Durchsagen des Flugpersonals mit entsprechend dänischen Einschlag. In Summe sehr freundlich und zuvorkommend, als kleine Aufmerksamkeit auf dem 90-Minuten-Hopser über 465 km gibt’s Tee und Kaffee.
Sportlich: Bei der Landung trat das Cockpit richtig hart ins Eisen, um einen rekordverdächtig kurzen Bremsweg hinzulegen, um so einen zeitsparenderen Taxiway zum Terminal zu erwischen und Zeit und Weg zu sparen. Sehr ambitioniert 🙂

Nettes Extra: Die Kopfstützen tragen den Spruch „Connecting Upper Austria – Linz – Frankfurt – The World“. Ebenso absolut formidabel: Der Ticketpreis von regulär 158 Euro, der Lust auf ein spontanes Frankfurt-Weekendtrip (auch ohne Weiterflug) macht. Zum Vergleich: Das reguläre Zugticket von Linz nach Wien und retour kostet mit Reservierung knapp 90 Euro – und damit nur unwesentlich weniger. Besonderes Plus: In der Einführungsphase parken alle Frankfurt-Flieger am Linz Airport kostenlos.

Kommentar
Ob 36 Millionen Euro Steuergeld für die Wiederaufnahme der Flugverbindung nah Frankfurt gut investiertes oder hinausgeschmissenes Geld sind – da gehen die Meinungen auseinander. Fakt ist aber, dass Linz damit wieder direkt an einen der größten europäischen Hubs und eines der weitreichendsten Streckennetze mit über 300 Destinationen angeschlossen ist. Zusätzlich wurde damit der unfreundlichen Haltung des Lufhansa-Konzerns, der den LNZ-FRA-Flug zugunsten Wiens beinhart abgedreht hat, der Allerwerteste zeigt. Gut so.
Und wenn die Verbindung funktioniert – heißt, nicht wie früher von Austrian/Lufthansa mit unangenehmer Regelmäßigkeit wegen „technischer Probleme“ kurzfristig immer wieder gecancelt wird – ist diese ein absoluter Gewinn für den Zentralraum. Mutig war sie, die millionenschwere Entscheidung, so viel Geld für den Frankfurt-Flug in die Hand zu nehmen. Zumindest gefühlt war sie auch richtig. Alles andere wird die Zukunft zeigen. Einsteigen bittteeeee!




























