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Google-Rechenzentrum: Sehr viel Strom, fast keine Arbeitsplätze

Zur Stromversorgung braucht es mindestens 200 zusätzliche Windräder

12. Juli 2026
in Klima, Land, Linz, Politik
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Es ufert immer weiter aus: Der Internet-Riese Google bau  in Kronstorf unweit von Linz Auf einer Fläche von etwa 70 Fußballfeldern ein Rechenzentrum. Dieses wird mehr Strom verbrauchen als alle Haushalte in OÖ zusammen, in Summe werden wohl bis zu 5% des Gesamtstromverbrauchs von Österreich benötigt. Woher die gewaltige Menge an (grünem) Strom kommen soll, ist allerdings noch offen. Würde man diesen Strom über erneuerbare Energieformen wie der Windkraft beziehen wollen, müsste man 200 moderne Windräder bauen (aktuell gibt es in ganz Oberösterreich 31).

Der Stromverbrauch entspricht laut einer Einschätzung der Austrian Power Grid etwa jenem von 900.000 privaten Haushalten pro Jahr – zum Vergleich: in OÖ gibt es aktuell 676.000 Haushalte.

Seltsam: Bei der Projektpräsentation war davon die Rede, dass das Rechenzentrum ca. 3,5 TWH verbrauchen wird – zum Vergleich: Alle Haushalte in OÖ zusammen benötigen etwa 2,5 TWH. Jetzt wurde bekannt, dass das Rechenzentrum eineinhalb mal so groß werden soll wie geplant, aber die benötigte Strommenge soll auf einmal weniger als zwei Terrawattstunden betragen – Irgendwie passt das nicht zusammen.

Mit grünem Strom unmöglich zu schaffen
Die aktuell 31 (teilweise veralteten) Windkraftanlagen in Oberösterreich produzieren aktuell jährlich rund 0,115 TWh (115 Millionen Kilowattstunden) Strom. Alleine für das Google-Projekt bräuchte es  etwa 200 zusätzliche moderne Windkraftanlagen. Die Photovoltaikanlagen in Oberösterreich haben im Jahr 2024 etwa 1,8 TWh Strom erzeugt.

Auch sonst sind die Vorteile eines solchen Rechenzentrums überschaubar und ökologisch zweifelhaft, weil zwar enorm viel Fläche – in diesem Fall 70-80 Fußballfelder – verbraucht wird, aber nur eine Handvoll Arbeitsplätze entsteht – 100 bis 200 sollen es auf dem mindestens 50 Hektar großen Areal, das dazu extra versiegelt wird, sein, wobei die genaue Zahl variiert. Typischerweise sind es Techniker, die sich um die Installation, Wartung und Reparatur der IT-Hardware kümmern.

Dass zukünftig auf Regionen und Länder eine besondere Herausforderung in Sachen Stromverbrauch zukommt, zeigt Irland, ein beliebter Standort für Datenzentren. Dort gehen Schätzungen davon aus, dass Rechenzentren bis 2029 satte 27 Prozent des Energiebedarfs beanspruchen werden.

Österreich will sich bekanntlich laut einiger Politikeraussagen zum Zentrum der KI machen. Auch dieser Bereich ist enorm stromhungrig. Ein Beispiel: Das Generieren eines einzigen Bildes via Texteingabe verbraucht so viel Energie wie eine halbe Handyladung. Gleichzeitig macht KI aber auch Industrie, Wirtschaft und Produktionsschritte einfacher und somit den Natur- und Klimaschutz effizienter.

Der Weg zu Grünstrom-Komplettversorgung ist für Österreich aber auch ohne Googles Stromhunger noch sehr weit: Aktuell gibt es in ganz Österreich 1.451 Windkraftanlagen. „In Summe kann für das Jahr 2030 mit einem realisierbaren Windkraftpotential von 7.500 MW Leistung und einer jährlichen Stromproduktion von 22,5 TWh mit 2.100 Anlagen gerechnet werden“, heißt es seitens der IG Windkraft. Das ist unter dem Strich nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, weil in dieser Zeit der Stromverbrauch weiter exorbitant steigt – Stichwort E-Mobilität.

Alleine die beiden voestalpine-Stahlwerke in Donawitz und Linz benötigen aktuell bereits um die 40 Terawattstunden Energie pro Jahr für ihre Stahlproduktion (ein nicht unerheblicher Teil davon als Strom), Tendenz wegen der neuen Lichtbogenöfen stark steigend. „Der Energiebedarf der voestalpine wird zum größten Teil durch das eigene Kraftwerk sowie durch Fremdbezug gedeckt“, heißt es seitens des Konzerns. Oder anders gesagt: Was beim grünen Stahl bei der Produktion an CO2 eingespart wird, wird zu einem gewissen Teil somit gleichzeitig bei der Stromgenerierung im Kraftwerk ein paar Türen weiter generiert: Das ist – leider – übler Etikettenschwindel im allerschlimmsten Sinn.

 

 

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