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„Regionalliga? Nein Danke!“ – nach Oedt will auch OÖ Liga-Leader Donau Linz nicht aufsteigen

2. Oktober 2018
in Sport
"Mister Donau Linz" Kurt Baumgartner

"Mister Donau Linz" Kurt Baumgartner

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Was für ein Hammerstart für den drittgrößten Linzer Fußballklub ASKÖ Donau Linz: Nach neun Runden liegt man mit sieben Siegen und 22 Punkten auf Rang 1 der OÖ Liga. Aufsteigen in die Regionalliga Mitte will man aber wie Tabellenkonkurrent Oedt auf keinen Fall, wie Donau-Manager Kurt Baumgartner im LINZA-Talk berichtet. Bleibt die Frage: Macht die dritthöchste Spielklasse in der aktuellen Form überhaupt noch Sinn?

Welchen Wert haben die Regionalligen nach der Aufstockung der zweithöchsten Spielkasse auf 16 Klubs überhaupt noch? „Keinen“, sagt mit Manager Kurt Baumgartner der starke Mann von OÖ Liga-Tabellenführer Donau Linz. „Baumi“ wünscht sich eine Auflösung der dritten Liga bei gleichzeitiger Aufstockung der OÖ Liga auf 18 Klubs.

Kurt Baumgartner – neun Spiele, 22 Punkte, Tabellenführung: Kannst du dich erinnern, dass dein Klub jemals so gut gestartet ist?
Ehrlich gesagt nein. Wenn, dann muss das hundert Jahre oder mehr her sein (lacht).

Woran liegt’s, dass es heuer so gut läuft: Nur am neuen Trainer Harry Gschnaidtner?
Nein nicht nur. Das Gesamtpaket ist eine perfekte Mischung – wir haben gute Spieler geholt, die auch charakterlich zu uns passen. Und unser Trainer hat Freude und Zusammenhalt ins Team gebracht – so wie es sich für uns Donauraner eben gehört.

Was, wenn’s so weitergeht: Ist Donau Linz bereit für den Aufstieg in die Dritte Liga, die Regionalliga Mitte?
Nein, dort wollen wir gar nicht hin. Es ist eine Todesliga, die für uns völlig wertlos ist. Wir wollen erst aufsteigen, wenn es keine Regionalliga mehr gibt.

Ein Leben lang in der OÖ Liga kann aber auf Dauer auch nicht befriedigen.
Doch. Wenn man halbwegs vorne mitspielt, ist die OÖ Liga zumindest im Amateurbereich das Beste, was es gibt auf der Welt.

In seinen Adern fließt blau-gelbes Blut: Donau-Manager Kurt Baumgartner
In seinen Adern fließt blau-gelbes Blut: Donau-Manager Kurt Baumgartner

Oedt hat bereits angekündigt, im Fall des möglichen Meistertitels mit einer Niederlagenserie dafür zu sorgen, dass man nicht Erster wird. Könnte es bei Donau auch so einen „Einbruch“ geben, um nicht Meister zu werden?
Ich glaube, dass uns vom Sportlichen Wallern und Oedt irgendwann überholen werden. Die haben mehr Geld, einen besseren Kader und viele Profis. Wir werden uns bis zum Saisonende zwischen Platz 3 und 5 einpendeln. Bis Winter geben wir aber auf jeden Fall Vollgas. Denn wenn wir so lange vorne stehen, wollen wir auch Herbstmeister werden.

Und im Frühjahr?
Was dort dann passiert, liegt in unseren Händen. Wir werden es uns auf jeden Fall so richten, dass wir nicht Meister werden und so einer Strafe fürs Nichtaufsteigen entgehen.

Was sagen die Spieler und der Trainer: Ist dort der Aufstieg ein Thema?
Nein, wir denken da alle gleich. Die derzeitige Regionalliga kann und wird kein Ziel sein.

Was soll mit der Regionalliga passieren?
Am besten ganz abschaffen – je schneller, desto besser. Der Aufstieg in die Zweite Liga soll dann wieder wie früher in einem Turniermodus ermittelt werden, das wären einige spannend Spiele mit vielen Zuschauern mehr. Die Vereine in der Regionalliga Mitte müssen endlich ehrlich zu sich selbst sein, die lügen sich alle an, das geht mir richtig auf den Arsch. Alle haben kein Geld, aber sie tun so, als wären sie die Größten. Es braucht endlich ein Zurück zu den Wurzeln.

Und die OÖ Liga?
Die sollte man auf 18 Vereine aufstocken. Wir hätten jede Menge starke Vereine, auch vom Spielplan ginge es sich locker aus. Bei den jetzigen Wintern kann man problemlos bis Ende November spielen.

Donau Linz ist von Finanziellen her ein eher kleiner Klub. Hast du Angst, dass sich andere Vereine im Winter bei eurem starken Kader bedienen? 
Unmöglich und unvorstellbar, denn die Spieler haben mit mir persönliche Verträge, das ist etwas ganz Besonderes. Uns wird keiner verlassen, das ist eine Ehrensache.

Apropos Finanzen: Wie schaut die Unterstützung durch die Stadt aus – und wie geht’s euch mit Sponsoren?
Die Unterstützung durch die Stadt ist seit vielen Jahren dieselbe und in Ordnung. Wir finden auch immer wieder neue Sponsoren – u.a. dank unseres VIP-Klubs, der nicht nur schöner, sondern vor allem viel persönlicher ist als bei manchen Großklubs.

Die neue Zweite Liga mit einem Mix aus Profi- und Amateurteams hat sich ganz gut angelassen. Wäre das – nach Wegfall der Regionalliga – ein Thema für Donau Linz?
Ich halte die neue Zweite Liga für ein super Format. Die würde ich mir auch mit Donau Linz gerne mal anschauen. Auch den Spielern würde das gefallen, mal im TV zu sein. Und wenn man dann nach einem Jahr vielleicht wieder absteigt: Auch kein Problem.

 

 

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