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    Georg Steiner legt in Schiffsdiskussion nach: „Die Bequemlichkeit ist wichtig für die Gäste“

    16. September 2019
    in Linz, Meinung
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    Mit Aussagen wie „Wie viele Busse zu den Schiffen fahren können, hängt davon ab, ob man die Straße etwas aufweiten kann“ und „Die Bequemlichkeit ist wichtig für die Gäste“ sorgt der Linzer Tourismusdirektor Georg Steiner in einem Kurier-Interview für einen weiteren Aufreger bei der Diskussion um den Busverkehr im Donaupark. Zudem ginge es nur um eine einzige Anlegestelle, die Kritik hervorruft. Ein Plan aus dem Magistrat zeigt aber das Gegenteil. 

    Georg Steiner redet von „nur einer Anlegestelle, die nicht die Diskussion bestimmen darf“ – er meint damit jenen Ponton, der auf Höhe Brucknerhaus liegt und zu dem pro Schiff bis zu acht Busse 250 Meter den Treppelweg in den Donaupark hineinfahren. Fakt ist aber, dass es einen ganz konkreten, existierenden Plan gibt, direkt vor dem Arcotel zumindest eine weitere Anlegestelle samt zusätzlicher Straße und großem Wendeplatz  zu errichten. Dieser Plan wurde unseren Informationen nach in Abstimmung (auch) mit dem Linztourismus erstellt:

    Dieser Plan des Magistrats illustriert das Vorhaben im Donaupark: Neben einer neuen Zufahrtsstraße soll ein Bus-Wendeplatz und ein weiteres Ponton direkt vor dem Arcotel Linz entstehen.
    Dieser Plan des Magistrats illustriert das Vorhaben im Donaupark: Neben einer neuen Zufahrtsstraße soll ein Bus-Wendeplatz und ein weiteres Ponton direkt vor dem Arcotel Linz entstehen.

    Die nun angedachten Einschränkungen für den Busverkehr zu den Schiffen hat man sich aufgrund des jahrelangen Ignorierens der Situation wohl selbst zuzuschreiben – und diese sind ganz nebenbei wohl auch ein Gebot der Vernunft. Auch wenn Linz noch weit weg ist von Salzburger, Hallstätter oder venezianischen Verhältnissen, ist es wichtig und richtig,  jetzt die Weichen für den schier endlos steigenden Schiffstourismus auf der Donau zu stellen (in den letzten zehn Jahren gab es eine Verfünffachen der Anlandungen in Linz). Denn gewartet und gejubelt wurde schon genug.

    Kommentar
    Über manche Aussagen des (eigentlich sehr erfolgreichen) Linzer Tourismusdirektors Georg Steiner kann man als g’standener Linzer nur den Kopf schütteln. Denn wirklich nachhaltiger Tourismus funktioniert nur, wenn die Verantwortlichen dafür sorgen, dass dieser auch bei der „ganz normalen“ Bevölkerung Anklang findet – oder zumindest akzeptiert wird.
    Ganz sicher bedeutet Nachhaltigkeit nicht, dass 80 Prozent der in Linz ankommenden Schiffstouristen mit Bussen bis nach Hallstatt, Salzburg oder Krumau gekarrt werden und aufgrund ihres All inclusive-Angebots am Schiff auch sonst kaum Geld in der Stadt lassen.
    Und es ist auch keineswegs der Nachhaltigkeit zuträglich, Bürger, die Bedenken und Sorgen haben, dass der gesamte Donaupark zum Busbahnhof wird, abzuschasseln. In einem aktuellen Facebook-Posting nimmt Georg Steiner wohl auf die aktuellen Kritiken Stellung – er postet, dass man mit Narren nicht streiten sollte… ein unwürdiger und nicht wirklich konstruktiver Beitrag zur Debatte. Das zeugt vielmehr von einer völlig falschen Einschätzung der Situation.

    Auch wenn das der Bayer Georg Steiner, der einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Zeit in Passau verbringt, wo er auch als Stadtrat im Gemeinderat sitzt und derzeit als Bürgermeisterkandidat fleißig wahlkämpft, anders sieht. Manche werfen ihm gar vor, vielleicht da und dort auch Passauer Interessen im Kopf zu haben. Das schießt wohl etwas übers Ziel hinaus – ebenso wie Steiners Klage, dass er wegen seines politischen Engagements in Passau „zum Freiwild gemacht“ werde. Als Politiker und Spitzenmanager sollte man das verkraften können.
    Vielmehr ist die Frage, ob die wichtige und sehr zeitfordernde Tätigkeit in Linz mit einer Position als Stadtrat und wahlkämpfender Bürgermeister-Kandidat von Passau vereinbar ist. Eine Karenzierung bis zur Bürgermeister-Wahl in Passau (März 2020) würde Sinn machen und wäre wahrscheinlich wohl auch die sauberste Lösung. In so einer Position auf zwei Hochzeiten, die noch dazu 100 Kilometer voneinander entfernt sind, zu tanzen, ist im wahrsten Sinn des Wortes ein ziemlicher Spagat.

     

     

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