Seit 30 Jahren warten die Geschäftsleute, aber auch die Anrainer der Hauptstraße Urfahr auf eine Verkehrsberuhigung und Aufwertung der nördlichen Verlängerung der Landstraße. Jetzt soll es wieder soweit sein, zumindest eine sanfte Umgestaltung mit Sitzgelegenheiten und Pflanztrögen wird angestrebt. Heute ist dazu eine Informationsveranstaltung geplant.
Die Entwicklung der Hauptstraße: bescheiden – und das ist noch untertrieben. Linz kümmert sich immer noch zu wenig um seinen nördlichen Stadtteil. Die Hauptstraße als direkte Verlängerung der Landstraße ist verwaist, die Frequenz ist niedrig, aber die Anzahl der (Pendler-) Autofahrten hoch.

Bestes Beispiel ist die jährliche Weihnachtsbeleuchtung: Während die Landstraße schimmert und leuchtet, hängen in Urfahr uralte Beleuchtungselemente, die in den letzten Jahren immer weiter ausgedünnt wurde. Auch von vielen (teilweise hochsubventionierten) Veranstaltungen auf der Landstraße bekommt die Hauptstraße nichts ab.
Eigentlich war bereits 2016/17 alles klar mit der Neugestaltung der Urfahraner Hauptstraße, sogar eine für Linz vorbildliche Anrainerbefragung wurde durchgeführt. Doch wie so oft versandete auch dieses Vorhaben. Wann die nördliche Verlängerung der Landstraße die seit Jahrzehnten verzögerte echte Aufwertung erfährt, scheint offener denn je. 2022 schickte Hajart-Vorgänger Bernhard Baier die Planungen zurück an den Start.

Ein klares Ergebnis brachte das von Ex-Planungsstadtrat Markus Hein (FPÖ) und Lorenz Potocnik (Linzplus) initiierte Bürgerbeteiligungsverfahren zur Neugestaltung der verkehrsbelasteten Urfahraner Hauptstraße: Fast 65 Prozent wünschten sich vor etwa neun Jahren eine Begegnungs- oder Fußgängerzone, lediglich 19,1 Prozent wollen die Hauptstraße in ihrer derzeitigen Form erhalten. Die Linzer ÖVP wollte als Gegenmodell die Verlegung der Straßenbahn durch die gesamte Länge der Hauptstraße. Passiert ist seitdem freilich nix.
Jetzt gibt es das neue Versprechern, erste Schritte zu setzen. Wirklich große Veränderungen wird es aber auch diesmal nicht geben, auch die Verkehrsbelastung bleibt dieselbe.
Fixfertige Pläne zur Umgestaltung der Hauptstraße waren da, zumindest der Schwerverkehr sollte rausgenommen werden. Dann wurde versprochen, mit der Eröffnung der neuen Westringbrücke würden die Verkehrsströme neu gelenkt und auch die Hauptstraße entlastet, aber einmal mehr geschah nichts.

Jetzt gibt es das neue Versprechen, erste Schritte zu setzen. Um die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zu verbessern, sollen nun Sitzmobiliar und Pflanztröge samt Bepflanzung für die Hauptstraße beschafft werden. Kostenpunkt: 100.000 Euro.
Pikant: Noch im Februar 2022 versprach Ex-Vizebürgermeister Bernard Baier (ÖVP) viel Größeres: „Für die Straßenraumgestaltung in der Hauptstraße sind vorsorglich Mittel sichergestellt worden. Im aktuellen Doppelbudget stehen dafür 500.000 Euro zur Verfügung“, tönte Baier damals. Das Geld floss nie, auch bauliche Maßnahmen gab es bis heute keine.
Zurück ins Jahr 2026: Wirklich große Veränderungen wird es auch diesmal nicht geben, auch die Verkehrsbelastung bleibt wohl dieselbe. Zudem steht zu befürchten, dass nach diesen „ersten (kleinen) Schritten“ die so dringend große Lösung einmal mehr nicht kommt. Nach den Wahlen (die nächste steht 2027 an) ist bekanntlich alles anders und so manches Projekt verschwindet wieder in der Schublade – bis zum nächsten Wahltermin…
Am 15. Juni findet in Linz eine öffentliche Info-Veranstaltung der Stadt zum Thema „Mehr Platz zum Verweilen in der Hauptstraße“ statt. Los geht’s um 19 Uhr im Neuen Rathaus.















