Seit bald zehn Jahren streitet die Linzer Stadtpolitik über die Zukunft des Urfahraner Jahrmarktgeländes – und herausgekommen ist exakt nichts. Statt Baggern rollen nur Presseaussendungen, statt Entscheidungen gibt es gegenseitige Schuldzuweisungen.
Jetzt eskaliert der nächste Schlagabtausch: Umweltstadträtin Eva Schobesberger fordert endlich Begrünung und Entsiegelung der glühenden Asphaltfläche, ÖVP-Vizebürgermeister Martin Hajart schießt die Pläne umgehend ab, spricht von einer Millionen-Fehlplanung und kommt einmal mehr mit dem Argument eines „Gesamtkonzepts“. Eigene Lösungen? Fehlanzeige. Wieder einmal wird alles auf Null gestellt – aber nichts besser gemacht. Eigentlich müsste für so ein großes Projekt ein Wettbewerb her – und keine In-House-Planung irgendeiner Magistratsabteilung.
„Dass sich Vizebürgermeister Hajart gerade als Marktreferent komplett seiner Verantwortung entzieht und jegliche Verbesserungsvorschläge reflexartig ablehnt, ist kurzsichtig. Damit enttäuscht er viele Menschen, die sich zurecht Begrünungs- und Entsiegelungsmaßnahmen am Hitzehotspot Jahrmarktgelände erwarten. So schickt er nicht nur das unwürdige Schauspiel um die Zukunft des Areals in die nächste Runde. Er verhindert damit auch die im Sinne des Urfahrmarkts so dringend notwendigen Verbesserungen für das Gelände im Herzen der Stadt.“
Stadträtin Eva Schobesberger
Donauinsel, Badebucht, Stadtpark, Begrünung – seit Jahren jagt eine Vision die nächste, nur umgesetzt wird keine. Während sich SPÖ, ÖVP und Grüne gegenseitig blockieren, bleibt einer der schönsten Plätze an der Donau eine trostlose Betonwüste. Das Urfahrmarktgelände ist damit längst zum Sinnbild der Linzer Stadtpolitik geworden: viel Gerede, viele Ankündigungen, null Fortschritt. Ein Jahrzehnt politischer Stillstand – auf Kosten aller Linzer. Unter dem Strich eine peinliche Provinzposse, die zeigt, wie man im Klein-Klein-Streit jede Lösung blockiert. Gleichzeitig zeigt der Welser Bürgermeister Andreas Rabl vor, wie er in seiner Stadt in kürzester Zeit mit dem Volksgarten ein ähnliches Projekt umsetzt.
„Bevor man plant, muss man wissen, welche Nutzergruppen einen Mehrwert haben sollen.“
Vzbgm. Martin Hajart
Umweltstadträtin Eva Schobesberger verweist auf den Hitzesommer und fordert, die „Begrünung und Entsiegelung der Stadt mit aller Kraft voranzutreiben“. Sie wolle sich „nicht damit abfinden, dass einer der schönsten Plätze von Linz eine Betonwüste ist“, und wirft Vizebürgermeister Hajart vor, sich „komplett seiner Verantwortung zu entziehen“ und Verbesserungsvorschläge „reflexartig abzulehnen“. Hajart kontert scharf und bezeichnet die Pläne als „drei Millionen Euro teure Lose-Lose-Planung“, die „weder Fisch noch Fleisch“ sei. Statt einzelner Maßnahmen fordert der ÖVP-Chef erneut „ein schlüssiges Gesamtkonzept statt stückweiser Inszenierungen und immer neuer Ankündigungen ohne Umsetzung“.














