Bis tief in die Nacht wurde noch geschraubt, eingeräumt, dekoriert und geputzt. Kartons verschwanden, letzte Handgriffe wurden erledigt, Tische eingedeckt und Gläser poliert. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Heuteöffnet „Der Ledera – Wirtshaus.Heuriger“ erstmals offiziell seine Türen und bereichert die Linzer Innenstadt um einen Ort, der mehr sein möchte als nur ein weiteres Lokal.
In den traditionsreichen Gemäuern in der Lederergasse 15, die bereits im Jahr 1495 erstmals als Gastronomiebetrieb erwähnt wurden, zieht neues Leben ein. Wo zuletzt Schindlers Heuriger beheimatet war, entstand in den vergangenen Monaten mit viel Fingerspitzengefühl ein Wirtshaus, das die Geschichte des Hauses respektiert und gleichzeitig frischen Wind in die Linzer Gastroszene bringt.

Mit Liebe renoviert statt einfach erneuert
Für Wirtin Astrid Rabeder war von Beginn an klar, dass der besondere Charme des Hauses erhalten bleiben muss. Statt Altes zu entfernen, wurde vieles bewusst bewahrt, restauriert und neu in Szene gesetzt. Die historischen Holzbänke wurden neu gepolstert, bestehende Holzverkleidungen sorgfältig aufgearbeitet und wieder eingebaut. Auch der markante Eingangsbereich blieb erhalten. Im Gastgarten wurde der rund 120 Jahre alte Kastanienbaum nicht nur stehen gelassen, sondern bewusst in das neue Konzept integriert.
„Wir wollten einen Ort schaffen, der Geschichte spürbar macht. Viele Gäste haben Erinnerungen an dieses Haus. Dieses Gefühl wollten wir bewahren und gleichzeitig etwas Neues entstehen lassen“, so Astrid Rabeder. Unterstützung erhielt sie dabei vom Linzer Interior-Designer Alexander Schuster vom Supastudio, der gemeinsam mit dem Team ein Ambiente geschaffen hat, das Tradition und Moderne harmonisch verbindet.
„„Ein Wirtshaus soll ein Ort für alle sein. Man soll sich treffen können, gut essen, gemütlich zusammensitzen und das zu fairen Preisen.“
Wirtshaus mit Persönlichkeit
Besonders viel Herzblut floss in die Einrichtung. Zahlreiche Gegenstände wurden gesammelt, restauriert oder von Privatpersonen zur Verfügung gestellt. Über soziale Medien startete Rabeder sogar einen Aufruf nach alten Schätzen, die zum Charakter des Hauses passen. Von nostalgischem Geschirr bis hin zu Stücken aus Gmundner Keramik fanden viele besondere Objekte ein neues Zuhause im Ledera und erzählen nun ihre ganz eigene Geschichte. „Wir wollten kein perfekt durchgestyltes Lokal, sondern einen Ort mit Seele. Viele der Dinge, die man hier entdeckt, haben bereits ein Leben hinter sich und genau das macht den Charme aus“, sagt die Gastgeberin.
Österreichische Gastlichkeit im Mittelpunkt
Im Ledera steht die österreichische Wirtshaus- und Heurigenkultur im Mittelpunkt. Auf der Speisekarte finden sich vertraute Klassiker ebenso wie moderne Interpretationen heimischer Küche. Serviert werden traditionelle Jausen, Essigwurst, Schweinsbraten oder kreative Spezialitäten wie Mühlviertler Ramen. Ergänzt wird das Angebot durch saisonale Schmankerl und wechselnde Mittagsmenüs. Dazu gibt es ausgewählte Weine vom Weinhaus Wakolbinger und frisch gezapfte Biere der Brau Union. Besonders wichtig ist Astrid Rabeder dabei, dass Wirtshauskultur leistbar bleibt. Kein À-la-carte-Gericht kostet mehr als 20 Euro.















