ABFLUG!
Diesen Sonntag hebt der erste 72-Sitzer der dänischen DAT-Air von Linz Richtung Frankfurt ab. Unter den Flügeln: ein 36 Steuer-Millionen schwerer Aufwind, der in den ersten vier Jahren Verluste auffangen soll. Bei 50.000 erhofften Passagieren im ersten Jahr entspricht das einer Förderung von 180 Euro pro Flugticket – das ist mehr als jene 158 Euro, zu denen das Ticket aktuell verkauft wird. Dass die Strecke jemals wieder gewinnbringend bedient werden kann, glaubt außer „Flughafenlandesrat“ Achleitner allerdings kaum jemand. Für den politischen Titel „Airport-Retter“ im Hinblick auf die Wahl 2027 taugt die Aktion aber allemal, weil eine Evaluierung der Millionenförderung vor dem Wahltermin gewiss „viel zu früh“ käme.
Im Steigmodus befindet sich auch der FC Blau-Weiß Linz nach dem unerwarteten, aber hochverdienten 3:2-Derbysieg gegen die zuletzt ziemlich frechen Rieder Kicker, die nach dem Cup-Out gegen den LASK auch in der Meisterschaft nicht aus dem Linzer Watschenwald herausfanden. Aber wir wären nicht in Österreich, würden sich die Blau-Weißen nach dieser Leistung nicht sofort auf Wolke 7 bzw. Rang 11 und somit dem fixen Ligaverbleib wähnen. Da blendet man gerne aus, dass in den 24 Spielen zuvor erst fünf Siege gelangen – und man bereits vor einigen Wochen mit dem Heimsieg gegen Wolfsberg die Dauerkrise vorschnell als beendet erklärte. Ob’s wieder ein Strohfeuer bleibt, zeigt sich nächste Woche: Da geht’s auswärts gegen Mit-Abstiegskonkurrent Graz.
Der Lukas soll’s (wieder mal) richten:Der ehemalige JKU-Rektor Meinhard Lukas soll, nachdem er den Scherbenhaufen im Brucknerhaus zusammengeräumt hat, jetzt auch im krisengebeutelten Kepler Klinikum für klar Schiff sorgen. Der Jurist, der mittlerweile als Fachmann für eigentlich eh alles gilt, wird wohl auch diesen Job schaukeln, obwohl das eine richtig harte Nuss werden wird. Sollte es wider Erwarten schief gehen, kann Wunderwuzzi Lukas ja die Nachfolge von Didi Kühbauer beim LASK antreten, denn bei den Athletikern könnte aufgrund der absteigenden Formkurve spätestens nach dem Cupfinale Anfang Mai Feuer am Dach sein. Wird dann auch noch ein Top 3-Platz in der Meisterschaft vergeigt, könnte Coach Didi zur Kühbau-Air werden und den Abflug aus Linz antreten, diesmal allerdings ohne Return-Ticket.
Linz und Österreich wurden gestern von einer wohl länger andauernden Kältephase erfasst. Schnell sind da manche Zeitgenossen mit den üblichen Superlativen wie „Das gab’s noch nie“, „Das Wetter spielt verrückt“ oder „Ganz typisch für den fortschreitenden Klimawandel“ zur Hand. Mumpitz, denn: Ein Blick zurück auf die vergangenen Jahren zeigt: Ungewöhnlich ist da gar nix, wenn’s Ende März mal Richtung null Grad geht.
Am 14. April 2023 etwa lag auf den Hausbergen rund um Linz bis 400 Meter herab eine dicke Schneedecke, 2024 war das sogar noch am 20. April der Fall. Und der späteste je gemessene “Eistag” (ganzer Tag unter null Grad) wurde in unserer City am 22.3.1958 registriert, der Höchstwert betrug damals kuschelige minus 1,1° C.
Es ist Tatsache: Schnee-Ereignisse Ende März oder sogar im April sind so „selten“ wie Korruption in der heimischen Politik, Zigarettenstummel bei den Haltestellen der Linz Linien oder Niederlagen des FC Blau-Weiß Linz. Das beweist auch die eine oder andere alte Bauernregel aus dem Mühlviertel:
- Erst Mitte Mai ist der Winter vorbei.
- Wenn der April stößt rau ins Horn, so steht es gut um Heu und Korn.
- Im April ein tiefer Schnee, keinem Dinge tut er weh.
- Schnee im April – gut düngen will.
- Auf Aprilflöckchen folgen Maiglöckchen.
- Aprilschnee bringt Gras und Klee.
-> Der LINZA Wochenkommentar#02 zum Nachhören (04:06min):


























