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    Linz: 400.000 Euro für „sinnbefreite Wohlfühl-Bürgerbefragung“?

    6. Oktober 2017
    in Politik
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    Mehrere hunderttausend Euro lässt sich die Stadt Linz die mittlerweile fünfte Bürgerbefragung kosten. 118.000 Haushalte werden via Post angeschrieben, knapp 100.000 Briefe landen wohl auch diesmal unbeachtet im Müll, denn: Bei der letzten Befragung 2012 beteiligten sich gerade mal etwas mehr als 9.000 Bürger. „Abgefragt werden nur bestimmte Themen, das Ganze riecht nach Selbstbeweihräucherung, Fragen zur Integration fehlen zum Beispiel völlig“, sagt NEOS-Fraktionsobmann Lorenz Potocnik. „Völlig verrückt, warum es in einer digitalisierten Stadt wie Linz noch nötig ist, angesichts leerer Stadtkassen 118.000 Briefe auf dem Postweg zu verschicken.“

    Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: 118.000 Briefe lösen mit Vorarbeit und Postweg bereits Kosten von etwa 250.000 Euro aus, die personalintensive, monatelange Auswertung noch gar nicht mit eingerechnet. In Summe dürfte die Aktion bis zu 400.000 Euro kosten. Selbst Bürgermeister Klaus Luger rechnet mit einer bescheidenen Rücklaufquote von nur 15 Prozent: „Das ist ein analoger Schildbürgerstreich“, sagt Lorenz Potocnik von NEOS Linz. Eine reine Online-Durchführung ohne Briefversand würde nicht nur die Kosten drastisch senken, sondern das Ganze auch transparenter machen: „Auch eine alternative Telefonumfrage brächte eine weit höhere Antwortquote – bei höchstens zehn Prozent der Kosten.“

    Lorenz Potocnik versus Bürgermeister Klaus Luger: "Stopp mit leicht durchschaubarer Selbstbeweihräucherung"
    Lorenz Potocnik: „Stopp mit leicht durchschaubarer Luger-Selbstbeweihräucherung!“

    Das riecht laut Potocnik nach einem Alleingang von SPÖ-Bürgermeister Klaus Luger, der sich  auf Kosten der Stadtkasse eine Bestätigung seiner Politik oder vorbestimmte Ergebnisse erhoffe: „Weder die Erstellung der Fragen noch der Entschluss, diese Umfrage mittels Post durchzuführen, wurden öffentlich diskutiert. Zudem zeigte sich in der Vergangenheit, dass ein Großteil der interessanten Antworten in der Stadtforschung versickert. Potocnik: „Würde jemand das Ganze als  ’sinnbefreite Wohlfühlbefragung‘ titulieren, man könnte wohl kaum widersprechen.“

    Es gebe zudem keine vergleichbare Stadt, die sich ein dermaßen teures Tool mit großteils vagen Fragen leistet, so Potocnik. Wenn man schon so viel Geld in eine derartige Umfrage investiert, müsse diese auch umfassend und von außenstehenden Fachleuten vorbereitet werden. „So ist das Geldverschwendung und Futter für eine leicht steuerbare Selbstbeweihräucherung.“

     

     

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