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„Geschenk“ oder „Leihgabe“?

Taubenmarkt-Brunnen: Halb zogen sie ihn, halb sank er hin...

22. Mai 2026
in Allgemein
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Also irgendwer schwanert da rund um das Verschwinden des Taubenmarkt-Brunnens: Laut Sparkasse OÖ war der Brunnen ein Geschenk an die Stadt Linz, die diesen 1979 am Taubenmarkt aufstellte. 2025 wurde er an die Bank zurückgegeben, aber nicht, wie da und dort anklang, weil ihn die Sparkasse zurückhaben wollte. Vielmehr wollte die Stadt Linz den Brunnen wohl loswerden, man „dankte er Sparkasse, dass sie uns den Brunnen so lange zur Verfügung gestellt haben“. 

Ursprünglich für das Sparkasse-Stammhaus an der Promenade errichtet, wurde der Brunnen aufgrund eines Umbaus 1979 an den Taubenmarkt verlegt – als „Geschenk an die Stadt Linz“. Nach 47 Jahren kehrte  er nun wieder zurück: „Die Stadt hat ihn uns auf eigene Initiative zurückgegeben. Wir haben uns bereit erklärt, den Brunnen wieder in unsere Obhut zu nehmen und sichern damit ein Stück Geschichte“, schreibt die Presseabteilung der Sparkasse OÖ.

Anders waren die Darstellungen seitens der Stadt, dort sprach man davon, dass der Brunnen lediglich „eine Leihgabe“ gewesen sei und die Sparkasse OÖ ihn quasi zurückhaben wolle, was offensichtlich nicht stimmt: „Ich bedanke mich bei der Sparkasse, dass sie uns den Brunnen so lange zur Verfügung gestellt haben“, sagt Eva Schobesberger – das klingt so, als ob man den Brunnen zurückgeben habe müssen – ein glatter Widerspruch zu den Ausführungen der Sparkasse OÖ, die klarstellt, man habe den Brunnen der Stadt 1979 geschenkt und ihn nun „zurückbekommen“.

 


Über den Taubenmarkt Brunnen

  • Bis 1860 stellte der heutige Taubenmarkt das Ende der Landstraße dar, da es noch keinen Durchgang zum Hauptplatz gab. Ab 1716 war dies auch der Ort, an dem sich der Linzer Pranger, die Schaubühne für Verbrecher*innen, befand. Der hier stehende Brunnen an dem ab dem frühen 19. Jahrhundert „Am Schmidtorgraben“ genannten Platz, versorgte die umliegenden Häuser mit Trinkwasser.
  • Bis 1977 entwickelte sich der Taubenmarkt zum Verkehrsknotenpunkt. Diese Entwicklung hatte mit dem Abbruch der Häuserzeile für die heutige Schmidtorgasse ihren Ursprung. Seinen heutigen Namen erhielt der Taubenmarkt durch Kleintiermärkte, welche bis ins 19. Jahrhundert an dieser Stelle abgehalten wurden. Durch die Straßenbahn wurde die Landstraße schließlich zur wichtigen Nord-Süd-Transitachse und der Taubenmarkt somit zum stark frequentieren Verkehrsraum. 1977 verordnete die Stadt eine Fußgängerzone in der Landstraße war der Taubenmarkt stark durch seine Funktion als Aufenthalts- und Transitraum geprägt. Anlässlich der neuen Fußgängerzone übergab die Sparkasse Oberösterreich den Brunnen, der zuvor in der heute überdachten Schalterhalle gestanden war, der Stadt – ob als „Leihgabe“ oder als Geschenk, darüber gehen die Meinungen auseinander.

 

 

 

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