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Teilen macht Freude: Ticketsharing in Bus & Bim jetzt auch in Linz „salonfähig“

10. Dezember 2016
in Linz
Ticketsharing – ein Zeichen der Nächstenliebe oder unfair gegenüber den Verkehrsbetrieben?

Ticketsharing – ein Zeichen der Nächstenliebe oder unfair gegenüber den Verkehrsbetrieben?

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2,20 Euro kostet ein Langstreckenticket bei den LINZ Linien – egal wie weit man fährt. Jetzt macht sich auch in Linz ein internationaler Trend breit: Ticket Sharing – die Weitergabe von gültigen, aber nicht mehr benötigten Fahrscheinen. Offiziell ist das zwar illegal, in der Praxis aber kaum nachweisbar.

Gar nicht wenige Linzer nutzen Ticketsharing mittlerweile aus – trotz des Wissens, dass diese Art des Nahverkehrs nicht gestattet ist. Funktionieren tut das Ganze relativ unkompliziert. Bernhard W. (24) „shared“ schon seit über einem Jahr – so wie viele seiner Freunde: „Ich warte bei einer Haltestelle einfach, bis eine Bim kommt. Ich spreche Leute an, die aussteigen, ob ich ihr Ticket haben kann. Das funktioniert sehr gut.“ Einmal habe ihn ein Kontrolleur dabei beobachtet – ohne Folgen:  „Ich sage einfach, Ticketsammeln ist mein Hobby.“ Und wenn man in der Bim mit einem gebrauchten Fahrschein erwischt wird? „Überhaupt kein Problem, weil es sich nicht beweisen lässt, dass mir jemand das Ticket gegeben hat“, grinst W. Im Fall des Falles müsste man ja auch den anderen Fahrgast befragen – was nur schwer möglich ist, da dieser bereits ausgestiegen ist.

Ticketweitergabe streng verboten
Schlechtes Gewissen haben Bernhard W. und seine Freunde keines: „In den meisten großen Städten ist das mittlerweile üblich. Und wir benutzen ja nur etwas, das ein anderer regulär erworben hat, aber nicht mehr benötigt.“ Seitens der Linz Linien und der Kontrollorgane der Securitas verweist man darauf, dass die Weitergabe von Tickets streng verboten ist. Wenn man einen Fahrschein kauft, geht man einen Vertrag ein. Dieser gelte für eine Person und eine Fahrt. Wer erwischt wird, muss die „Schwarzfahrermaut“ von 50 Euro bezahlen – auch eine Anzeige wäre möglich. Dass man bei den Linz Linien wenig Freude mit der Idee des Ticketsharing hat und hier kein Fass aufmachen will, ist klar, wurden im Vorjahr doch über neun Millionen Einzelfahrscheine verkauft.

„Tickettaschen“ als Spezial-Service    
In Deutschland nahm ein Nürnberger Student diese Idee auf und fertige Tickettaschen aus Kunststoff an, die er an Fahrscheinautomaten klebte. Dort legt man sein benutztes, aber noch gültiges Ticket einfach zur freien Entnahme hinein. Die dortigen Verkehrsbetriebe haben sogar eigenes Personal abgestellt, um diese Tickettaschen wieder zu entfernen.

 

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