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„Ich wollte nicht nur zuschauen, sondern Verantwortung übernehmen“

Stadtrat Thomas Gegenhuber im Interview mit dem LINZA stadtmagazin

3. April 2026
in Freizeit, Linz, Politik
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Thomas Gegenhuber, einst Professor und Innovationsforscher, ist seit gut einem Jahr Stadtrat für Wirtschaft und Innovation in Linz. Im Gespräch erzählt er, wie er Wissenschaft und Politik verbindet, warum Kompromisse nicht immer faul sein müssen – und weshalb er lieber über die Zukunft der Stadt nachdenkt, als über seine eigene politische Karriere.

Auf der Kepler Universität Linz waren Sie als Organisations- und Innovationsforscher tätig. Ihre Forschung drehte sich um Themen wie Open Innovation, Crowdsourcing, Open Social Innovation, Open Strategy, Open Government und soziale Innovation. Wo ergeben sich – heruntergebrochen auf Linz – konkrete Anknüpfungspunkte?
Ein Gedanke ist: Wie können wir in Linz junge Menschen für Unternehmertum begeistern? Mit solchen Fragen beschäftigen wir uns etwa beim Format „Linz hackt“. Dabei bringen wir junge Menschen mit Mentor:innen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zusammen. Daran schließt ein Gründerstipendium an. Wenn wir mehr Unternehmertum wollen, müssen alle an einem Strang ziehen – Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – und die passenden Räume und Formate dafür schaffen.

Wie spüren Herr und Frau Durchschnittslinzer etwas von den Initiativen eines Innovationsforschers?
Wir wollen neuen Ideen Raum geben, damit sie wachsen können. Das führt zu neuen Start-ups und damit zu neuen Jobs. Diese schaffen wiederum Wertschöpfung in der Region – und genau das spüren letztlich alle Linzer:innen.

Thomas Gegenhuber: „Was ich an der Politik sehr schätze: Man kann Entscheidungen treffen, die das Leben der Menschen unmittelbar verbessern. In der Wissenschaft schreibt man Artikel und Bücher, bekommt Preise – aber wirklichen Impact zu erzeugen, ist dort schwieriger.“ (Foto: Stadt Linz)

Was unterscheidet die Arbeit an der Universität von jener in der Politik?
Jedes Spielfeld hat seine eigenen Regeln. In der Wissenschaft bleibt mehr Zeit für offene Diskussionen und gemeinsames Nachdenken. In der Politik hingegen kann einen ein falsch formulierter Satz lange verfolgen. Wichtig wäre, auch hier wieder mehr Räume für gemeinsames Denken und Experimentieren zu schaffen.
Was ich an der Politik sehr schätze: Man kann Entscheidungen treffen, die das Leben der Menschen unmittelbar verbessern. In der Wissenschaft schreibt man Artikel und Bücher, bekommt Preise – aber wirklichen Impact zu erzeugen, ist dort schwieriger.

Politik lebt selten von großen Entscheidungen, sondern oft vom Kompromiss – der nicht immer ein guter ist. Wie bewahren Sie sich Ihre Motivation, wenn Dinge nicht durchsetzbar sind?
Entscheidend ist die Qualität des Kompromisses. Es geht nicht darum, Positionen aufzugeben, sondern Interessen auszugleichen, um Fortschritt zu ermöglichen. Wenn Kompromisse klar und tragfähig sind, können sie sehr gute Entscheidungen sein – auch wenn Kritik dazugehört.

Ein Beispiel?
Die Neuordnung der Linzer Lustbarkeitsabgabe. Manche wollten eine komplette Abschaffung, wir haben Nein gesagt. Der Kompromiss: Bei Glücksspielautomaten erhöhen wir die Einnahmen und verwenden einen Teil davon, um DJ-Events und Tanzveranstaltungen zu entlasten. Für mich ein gelungenes Beispiel.

Sie sind jetzt seit gut einem Jahr Stadtrat für Wirtschaft und Innovation. Ihre Bestellung kam für viele überraschend – auch für Sie?
Ich hatte als Professor eine sehr erfüllende Karriere in Forschung und Lehre. Gleichzeitig bin ich ein politischer Mensch. Als mich Dietmar Prammer anrief und fragte, ob ich das Amt übernehmen wolle, habe ich einen Tag darüber nachgedacht – aber nicht gezögert. Es ist eine große Chance, einen Beitrag für Linz zu leisten. Und ich halte es für wichtig, immer wieder neue Rollen und Perspektiven einzunehmen. Es ist ein Unterschied, ob man von außen sagt „So würde ich es machen“, oder ob man selbst Verantwortung trägt. Ich wollte diese Herausforderung annehmen – geplant war das allerdings nicht.

Wie erleben Sie die weniger schönen Seiten der Politik – Anfeindungen, Pöbeleien?
Direkt auf der Straße wurde ich noch nicht beschimpft, aber online oder per Mail gab es schon grenzwertige Kommentare. Damit muss man rechnen. Ich verschwende keine Energie darauf, was andere über mich denken. Man kann es ohnehin nie allen recht machen – und das ist auch in Ordnung. Ich beschäftige mich lieber mit Linz.

Wird Ihr Exkurs in die Politik was Längeres oder ist das ein Ausflug auf Zeit?
Im Moment bereitet mir diese Aufgabe große Freude. Was danach kommt, wird sich 2027 zeigen. Ich plane das nicht voraus – Herausforderungen gibt es jetzt schon genug.

„Die strukturelle Belastung trifft alle Städte und Gemeinden. Der Welser Bürgermeister Rabl hat es kürzlich stellvertretend für alle Städte auf den Punkt gebracht: Alle bestellen, aber wir müssen die Leistung erbringen, ohne die finanziellen Mittel dafür zu erhalten.“

Sie sind auch angetreten, um einen für Linz dringend nötigen Sparkurs einzuleiten. Geworden ist es dann ein „Sparkurserl“ statt der versprochenen 15 Millionen Euro Einsparung. Der Sparkurs soll 2027 intensiviert werden. Wer soll das glauben – in einem Wahljahr?
Es ist eine Herausforderung, die ich sehr ernst nehme. Wir müssen in der Stadtregierung aber auch mehrheitsfähige Beschlüsse dafür finden – das ist die große Herausforderung. Die strukturelle Belastung trifft alle Städte und Gemeinden. Der Welser Bürgermeister Rabl hat es kürzlich stellvertretend für alle Städte auf den Punkt gebracht: Alle bestellen, aber wir müssen die Leistung erbringen, ohne die finanziellen Mittel dafür zu erhalten. Jeder zehnte Steuer-Euro aus Linz geht ins oö. Landesbudget. Die Aufgaben nehmen zu, die finanziellen Mittel aber nicht. Der Sprung im Jahr 2019 von 56 auf heuer 105 Millionen Euro, die wir ans Land zahlen, ist eine systematische Belastung, bei der ich es ungerecht finde, wenn uns gesagt wird, wir könnten nicht haushalten. Die Transferbeziehungen zwischen Bund, Städten/Gemeinden und Ländern müssen neu organisiert werden. Die Städte und Gemeinden sind die letzten in dieser Kette, haben aber die meiste Verantwortung. Das ist ein Systemfehler.

Nochmal zum Einsparungspotenzial: Es gäbe vieles, das verhandelbar wäre – ohne spürbare Einschränkung der Lebensqualität. Beim Erhalt des Ordnungsdiensts etwa hat die SPÖ zugestimmt – hier hätten sich sofort über zwei Millionen Euro einsparen lassen. Warum der Kniefall vor der FPÖ?
Den Ordnungsdienst haben wir uns im betreffenden Ausschuss ganz genau angeschaut und sehr viele Fragen gestellt. Andere Fraktionen, die für die Abschaffung des Ordnungsdiensts waren, haben dort keine einzige Frage gehabt. Fakt ist, dass der Ordnungsdienst auch wichtige hoheitliche Aufgaben erledigt. Auch das gemeinsame Projekt mit der Volkshilfe beim Brennpunkt Bahnhof/Volkshilfe erfüllt einen Wert. Und wenn’s um das Sicherheitsgefühl in der Stadt geht, wollten wir als Sozialdemokratie kein Signal setzen, dass etwas runtergefahren wird.

Kommt das Thema Ordnungsdienst 2027 wieder auf den Tisch?
In unserem Konsolidierungsprozess schauen wir regelmäßig bei allen städtischen Organisationen, wo und wie wir effizienter werden können.

Manche sagen, die echten Einschnitte kommen erst 2028 – heuer wurde noch großzügig weggeschaut.
Das sehe ich nicht so. Wir haben bereits entschieden gestrichen – etwa den Klimafonds der Stadt Linz, der in meinem Bereich lag. Fragen Sie gerne andere Stadtsenatskolleg:innen, wo sonst in so kurzer Zeit eine Million Euro eingespart wurde.

Im Herbst beginnen die Budgetverhandlungen für 2027. Bleibt das Ziel von 15 Millionen Einsparungen bestehen?
Bevor über Zahlen gesprochen wird, brauchen wir im Stadtsenat Einigkeit über den Prozess. Diese Gespräche laufen jetzt an. Das einjährige Budget ist ein Vorteil – wir sind dadurch flexibler in turbulenten Zeiten. Niemand weiß, wie sich etwa die Energiekrise weiterentwickelt. Die Prognosen der Nationalbank wurden nach unten korrigiert, das wirkt sich auch auf Linz aus.

„Trotz Konflikten herrscht in Linz ein Grundkonsens, die Stadt weiterzuentwickeln. Das ist keine Selbstverständlichkeit.“

Linz wirkt politisch ruhig, während in Innsbruck oder Graz ständig Umbrüche passieren. Warum ist das so?
(Lacht) Der Forschungsteil dazu fehlt mir gerade, aber meine Einschätzung ist: Linz hat immer auf Zusammenarbeit gesetzt. Wirtschaftsbetriebe wie die LINZ AG, der starke gemeinnützige Wohnbau, die gute Infrastruktur und Grünräume – das alles trägt dazu bei, dass Linz eine lebenswerte Stadt geblieben ist. In den letzten 15 Jahren haben wir der Digitalindustrie Raum gegeben – das war eine gemeinsame Anstrengung vieler, nicht das Werk einer Partei. Trotz Konflikten herrscht in Linz ein Grundkonsens, die Stadt weiterzuentwickeln. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Ein Kollege hat mir im Gespräch gesagt: ‚In fünf Jahren ist der Gegenhuber fit für einen Ministerposten.‘ Wäre das was für Sie?
Also ganz im Ernst: Solche Fragen stelle ich mir wirklich nicht, und darauf steige ich nicht ernsthaft ein – auch wenn ich mich geschmeichelt fühle. Ich habe mehr als genug Herausforderungen, die es in Linz zu bewältigen gibt.

Sie sind begeisterter Hundebesitzer und ein großer Tierfreund, sagt man. Der bekannte Hundespezialist Martin Rütter sagt: Menschen, die Hunde lieben, werden oft als empathisch, treu und sozial kompetent beschrieben. Sie schätzen bedingungslose Zuneigung, sind häufig ausgeglichener, stressresistenter und bauen tiefe, stabile Beziehungen auf.
Streng genommen gehört die Lotti gar nicht mir, sondern ist der Hund der Familie meiner Freundin. Den lobenden Aussagen von Herrn Rütter kann ich aber natürlich  nicht widersprechen: I love dogs (lacht).

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