Pink Floyd, Laser, Feuer und Zehntausende Menschen im Donaupark: Vor 41 Jahren lieferte Linz mit „The Best of Pink Floyd“ eine Klangwolke ab, die bis heute legendär ist. Pink Floyd selbst waren zwar nicht da – ihre Musik genügte aber, um den Donaupark in eine Art „Klein-Woodstock“ zu verwandeln. Den Erfolgspfad der Klangwolke hat Linz längst verlassen, es wurde immer experimenteller und „künstlerisch wertvoller“, Ein Back to the Roots wäre höchst an der Zeit.
Die Klangwolke 1985 verfolgte ein erstaunlich einfaches Rezept: große Musik, spektakuläre Bilder und eine Show, die möglichst viele Menschen begeistern sollte. Für Inszenierung und Visualisierung zeichnete der legendäre Klangwolken-Pionier Walter Haupt verantwortlich.
Pink Floyd standen dabei nicht persönlich auf der Bühne. Ihre Musik lieferte den Soundtrack für ein gigantisches audiovisuelles Freiluftspektakel. Rote und grüne Laser zeichneten Figuren in den Nachthimmel, dazu kamen künstlerisch aufbereitete, umwerfende Feuer- und Lichteffekte – in einer Zeit, in der solche Mittel für ein Massenpublikum noch eine echte Sensation waren, die aber bis heute nichts von ihren Reizen verloren haben.
Der Donaupark wurde zum „Klein-Woodstock“
Schon Stunden vor Beginn strömten vor allem junge Menschen in den Donaupark, breiteten Decken und Liegematten aus und warteten auf die Show. In historischen Rückblicken ist sogar von einem „Klein-Woodstock“ die Rede. Manche Besucher sollen tatsächlich geglaubt haben, Pink Floyd würden persönlich auftreten.
Die Besucherzahlen zeigen jedenfalls die Dimension: Je nach historischer Quelle ist von bis zu 150.000 Menschen die Rede, selbst auf der Nibelungenbrücke brach der Autoverkehr zusammen, will die Menschen in Zehnerreihen an den Geländern standen. „The Best of Pink Floyd“ war ein Massenereignis und gilt bis heute als eine der besten Klangwolken überhaupt.
Anspruch und Massengeschmack waren kein Widerspruch
Bemerkenswert ist vor allem das damalige Konzept. Die populäre Pink-Floyd-Show schloss den Gedanken an die klassische Hochkultur nicht aus – dank ihrer künstlerisch-visuellen Begleitung. und: Daneben gab es die (heuer eigesparte) Klassische Klangwolke, bei der Bruckners 6. Symphonie von den Bamberger Symphonikern gespielt wurde. Damit schaffte man etwas, das heute beinahe revolutionär klingt: Man trennte die Formate und ließ beiden ihren Platz. Auf der einen Seite anspruchsvolle klassische Musik, auf der anderen ein großes „populär-künstlerisches“ Spektakel für Zehntausende.
Vielleicht liegt genau darin eine Idee für die Zukunft der Klangwolke. Denn eine Veranstaltung für ein riesiges Publikum muss nicht banal sein – sie darf aber durchaus den Anspruch haben, dieses Publikum auch wirklich zu begeistern – und nicht nur eine Handvoll „Hochkultur-Enthusiasten“.
Titelfoto: Klangwolke 2015 / LIVA/Roebl














