Mit einem „Flughafenmanifest“ soll die mühsam in die Gänge kommende Linienverbindung von Linz nach Frankfurt sitzplatzmäßig aufgefüllt werden. Die Unterzeichner sollen sich dazu mehr oder weniger „grade machen“ und dazu verpflichten, internationale Geschäfts- und Dienstreisen über den Linzer Flughafen abzuwickeln. Aber wie will man renitente Unternehmen oder Geschäftsreisende – auf die zielt die Aktion ja ab – dazu bringen, in den DAT-Air-Propeller zu steigen und nicht wie gewohnt deutlich günstiger und flexibler ab Wien oder München zu fliegen? Am Ohrwaschl nach Hörsching ziehen und den Delinquenten mit einem herzhaften „Eini do mit dia!“ in den Flugzeugsessel drücken?
Grundsätzlich ist der Gedanke, den Menschen die wiederaufgenommene Frankfurt-Verbindung schmackhaft zu machen, kein falscher. Bei der Entscheidung des Abflughafens geht’s aber gerade für Unternehmen weniger ums Nicht-Wollen, sondern auch um wirtschaftlich darstellbare Voraussetzungen. Wer lässt sich gerne dazu zwingen, ein paar hundert Euro mehr zu bezahlen?
Großteils vergessen hat man einmal mehr auf die vielen Urlaubsreisenden, die von Linz aus (via Frankfurt oder wie aktuell Wien) in die weite Welt fliegen wollen. Ihnen die „Flieg-ab-Linz“-Story besser zu verkaufen und etwa mit einem Gratis-Parkplatz schmackhaft zu machen – DAS sollte das eigentliche Ziel sein.
Die Aufregung über dieses Manifest ist allerdings wohl ohnehin umsonst, wenn man sich den überschaubaren Kreis der Unterzeichner ansieht: Stadt Linz, Land Oberösterreich, Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung. Das sind mehr oder weniger behördenähnliche (Amts-)Apparate, aber weder Vielflieger noch die großen Frequenzbringer. Geschäftsreisende sind zudem eine Zielgruppe, die in den vergangenen Jahren zahlenmäßig nicht gerade prosperierte. Sich ausgerechnet darauf einzuschießen?
Großteils vergessen hat man hingegen einmal mehr auf die vielen Urlaubsreisenden, die von Linz aus (via Frankfurt oder wie aktuell Wien) in die weite Welt fliegen wollen. Ihnen die „Flieg-ab-Linz“-Story besser zu verkaufen – DAS sollte das eigentliche Ziel sein. Sonst wird – oder besser gesagt: bleibt – der Frankfurt-Flieger das, was die Grünen einst durchaus treffend als „Manager-Shuttle, das das Volk bezahlen darf“ bezeichnet haben.
Warum gibt es keine Marketingaktionen für die breite Masse? Etwa kostenloses (Dauer-)Parken auf dem ohnehin meist gähnend leeren XL-Parkplatz? Stattdessen hat man die Fläche lieber an ein Logistikunternehmen vermietet, das dort importierte Neuwagen zwischenlagert.
Unter dem Strich sind derartige „Flughafenmanifeste“ vor allem eines: geduldiges Papier und eine nette PR-Aktion. Der Zweck wurde erfüllt – fast alle Medien sprangen brav darauf an apportierten das geworfene Stöckchen.
Klar ist auch: Mit der 36-Millionen-Euro-Subvention für die Frankfurt-Strecke hat man potenzielle Verbindungen anderer Airlines zu großen europäischen Drehkreuzen de facto verunmöglicht. Denn welcher Anbieter steigt schon in Konkurrenz zu einer Flugverbindung ein, die mehr als drei Jahre lang massiv subventioniert wird und dadurch die verfügbaren Passagierströme absaugt? Das Gegenteil von gut ist nach wie vor „gut gemeint“ – auch 10.000 Meter über den Wolken.














