Große Ideen, jahrelange Versprechen – und am Ende offenbar der Schrottplatz: Mehr als zehn Jahre nach dem Abriss der alten Linzer Eisenbahnbrücke scheint auch das angekündigte Denkmal für das historische Bauwerk endgültig Geschichte zu sein. Ausgerechnet jene Brückenteile, die dafür eigens aufgehoben und jahrelang kostenpflichtig im Linzer Hafen gelagert wurden, sind mittlerweile verschwunden.
Erinnern Sie sich noch an den „Floating Garden“? 2015 wurde das Siegerprojekt eines SPÖ-nahen Ideenwettbewerbs für die Nachnutzung eines Teils der alten Eisenbahnbrücke präsentiert. Die spektakuläre Idee: Ein Stück des historischen Bauwerks sollte als begrünter „schwimmender Garten“ erhalten bleiben.

Die Idee sorgte für Schlagzeilen – umgesetzt wurde sie nie
Später wurden die Pläne deutlich bescheidener. Zumindest ein Teil der damals rund 115 Jahre alten Brücke sollte als begehbare Skulptur erhalten und damit an eines der markantesten Linzer Bauwerke erinnern. Dafür wurde eigens ein alter Brückenbogen aufbewahrt.
Jahrelang Lagerkosten bezahlt
Doch auch daraus wurde nichts. Statt als Denkmal aufgestellt zu werden, lagerten die tonnenschweren Stahlteile jahrelang im Linzer Hafen und rosteten vor sich hin. Besonders ärgerlich: Für die Lagerung fielen Kosten an. Die Stadt gab also Geld dafür aus, Teile einer Brücke aufzubewahren, deren versprochene Nachnutzung Jahr für Jahr auf sich warten ließ.

Nun nimmt die Geschichte eine besonders kuriose Wendung: Die gelagerten Brückenteile sind offenbar verschwunden. Sie dürften mittlerweile verschrottet worden sein.
Sollte sich das bestätigen, wäre damit nicht nur das Brückendenkmal endgültig gestorben. Es stellt sich auch die Frage, warum die Teile überhaupt mehr als ein Jahrzehnt kostenpflichtig gelagert wurden, wenn sie am Ende doch beim Schrotthändler landeten.
Ausgerechnet Gegenhuber hätte die eigenen Pläne von 2015 heute umsetzen können
Politisch pikant ist dabei die Rolle des heutigen SPÖ-Stadtrats Thomas Gegenhuber. Er engagierte sich damals mit der Initiative „Brücke für Linz“ für einen Neubau der Eisenbahnbrücke – gleichzeitig aber auch dafür, die Erinnerung an das historische Bauwerk in Form eines entsprechenden Brückendenkmals zu erhalten.
2015 war Gegenhuber noch einfaches SPÖ-Mitglied. Heute sitzt er selbst in der Linzer Stadtregierung und hätte damit wesentlich bessere Möglichkeiten gehabt, aus der damaligen Forderung Realität werden zu lassen. Doch statt eines Denkmals gibt es jetzt wohl nur noch eine Erinnerung an die Erinnerung.
Offen bleibt, wie viel die jahrelange (am Ende völlig sinnlose) Lagerung die Steuerzahler insgesamt gekostet hat.













