Sommerloch? Hamma ned. Die Regierung stolpert von einem kleinsten Nenner zum nächsten, in Linz arbeitet man weiter intensiv daran, die Innenstadt so unattraktiv wie möglich zu machen und bei den Linzer Klubs rollt die Kugel nur 12 Tage nach Ende der Fußball WM sch wieder – hoffentlich in die richtige Richtung. Ob es nach Österreichs bescheidener Performance zumindest einen Linzer Höhenflug geben wird? Schwierig.
Es ist fast schon absurd, was in Linz abgeht: Wieder mal wird darüber diskutiert, Sitzgelegenheiten in der Innenstadt – etwa beim Volksgarten – abzubauen, damit sich keine „falschen“ Personen darauf niederlassen. Statt die Innenstadt nachhaltig aufzuwerten und gleichzeitig aktiv für mehr Sauberkeit und Sicherheit durch Kontrollen zu sorgen (dieses Geld will man sich offensichtlich sparen), zieht man sich zurück und macht die City so unattraktiv wie möglich – und schränkt damit auch die Lebensqualität der Bewohner ein. Der Ordnungsdienst etwa kontrolliert fast nur mehr Falschparker, statt für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.
Just im (blauen) Wels zeigt man, dass es auch anders geht. Dort macht man sich seit Jahren aktiv Gedanken, wie man die Innenstadt aufwerten und lebenswerter macht. Linz geht den anderen Weg und resigniert. Eine wirkliche Aufwertungsoffensive statt ständiger Angst vor zu viel Aufenthaltsqualität ist nicht in Sicht. Dabei ändert auch der neue Wassernebel beim Parkeingang, bei dem es aber keinesfalls zu gemütlich zu sein sollte, wenig.
„Einmal mehr zeigt sich: Der ständig hochgejubelte „Kompromiss“ ist am Ende fast immer die schlechteste Lösung.“
Ebenfalls kaum noch erkennbar ist der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die Regierung bei der Wehrdienstreform geeinigt hat. Statt einen auf acht Monate verlängerten (und von einer extra eingerichteten, top-besetzten Kommission vorgeschlagenen) Grundwehrdienst hat man sich nun auf ein völlig unpraktikables Konstrukt von 6+3-Monats-Modell verständigt. Das kostet nicht nur eine Menge mehr an Geld, sondern reißt die Menschen sinnlos mehrmals aus ihrem eben begonnenen Job heraus. Eine echte Blindgänger-Entscheidung, die nicht zündet. Einmal mehr zeigt sich: Der ständig hochgejubelte „Kompromiss“ ist am Ende fast immer die schlechteste Lösung.
Immer noch nicht so recht in die Gänge kommt die Ende März mit (ganz) viel Steuergeld eingekaufte Linienverbindung von Linz nach Frankfurt. Bei 30 Prozent dümpelte die Auslastung in den letzten beiden Monaten herum, im Juli brach dieser ohnehin bescheidene Wert auf 15 Prozent ein – oder 10 bis 15 Fluggäste pro Strecke. Eine Evaluierung ist seitens der Landespolitik als (Steuer-)Geldgeber nicht vorgesehen, bis zu neun Millionen Euro Verlustabdeckung pro Jahr fließen fix bis 2030. Bei DAT Air als Betreiber reibt man sich indes die Hände wund. Wer stellt nicht gerne vier Jahre lang ein „Produkt“ her, bei dem alle Verluste fix ersetzt werden – egal ob es der Markt annimmt oder nicht.
„Die Schwarz-Weißen als Double-Sieger können eigentlich nur verlieren, weil nach dem Meister- und dem Cuptitel alles andere als die Wiedererringung einer Niederlage gleichen würde.“
Diesen Freitag steigen LASK und FC Blau-Weiß Linz in die (1. und 2.) Bundesliga ein. Die Challenges sind da wie dort herausfordernd – und undankbar. Die Schwarz-Weißen als Double-Sieger können eigentlich nur verlieren, weil nach dem Meister- und dem Cuptitel alles andere als die Wiedererringung einer Niederlage gleichen würde. Es gibt aber einen Hinterausgang: Gelingt die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League, würde alles andere in de Hintergrund rücken – und auch finanziell wäre die Saison im Voraus gerettet. Und selbst wenn man das dazu nötige Quali-Hin- und Rückspiel nicht erfolgreich gestaltet, ist die Gruppenphase in der Euro League fix.
Und bei Blau-Weiß Linz? Da ist der sofortige Wiederaufstieg in die 1. Liga eine absolute Fixvorgabe – nicht zuletzt, weil „Hauptsponsor“ und Bürgermeister Didi Prammer im Sommer 2027 – zwei Monate vor der Wahl im September – eine fette Aufstiegsparty am Linzer Hauptplatz ganz gut in den Kram passen würde. Ein Nichtaufstieg würde wiederum knapp vor dem Urnengang die (bislang kaum geführte) Diskussion über die ausgeuferten Baukosten des Donauparkstadions (von 9 auf 60 Mio. Euro) anfachen. Schwer genug wird das Unterfangen Aufstieg allemal – nicht nur, weil man mit 15 (!) Neuerwerbungen quasi im Blindflug in die neue Saison startet. Auch die Statistik spricht gegen einen umgehenden Wiederaufstieg: Seit über 30 Jahren gelang keinem Klub mehr die sofortige Rückkehr ins Oberhaus – es war damals just Blau-Weiß-Vorgänger FC Linz, der anno 1994/95 das Return-Comeback zelebrierte.
„Die Marktschreierei über Rekordtemperaturen hilft niemandem – außer, dass wir alle uns noch schlechter und „schuldiger“ fühlen in der eigentlich schönsten Zeit des Jahres.“
Die Hitze hat Linz gesichert extrem im Griff. Dieser Sommer mit mehreren 35 Grad+ Tagen ist schon ganz besonders. Dass sich manche Medien – und hier vor allem die vielen lokalen (Facebook-)Wetterseiten wie „Wetter Mühlviertel“ gegenseitig mit Klimakatastrophen und ständig ausgerufenen „Rekorden“ (die es großteils dann gar nicht gab) zu überbieten versuchen, macht die Sache nicht kühler oder besser. Und diese Marktschreierei hilft auch niemandem – außer, dass wir alle uns noch schlechter und „schuldiger“ fühlen in der eigentlich schönsten Zeit des Jahres… schönen Sommer noch!

















