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Innovationsbüro MA2412

26. März 2019
in Meinung
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Im digitalen Zeitalter leistet sich Linz ab April ein Büro für Innovation in bester innerstädtischer Lage. Ein teurer Spaß mit laufenden Kosten von 350.000 Euro pro Jahr – plus 50.000 Euro für die Einrichtung. Bis zur nächsten Wahl kostet dieses „Innovationsamt“ mit zwei Angestellten, das nur 50 Meter vom Rathaus entfernt eröffnet, über eine Million Euro. Wozu?

Untern dem Fast-schon-Bobo-Begriff ‚Innovation‘ geht derzeit anscheinend alles – gerade in Linz, das sich in immer kürzeren Abständen zur Innovationshauptstadt dieser Welt ausruft. Derlei betont bemühte Imagepolituren werden dabei von Maßnahmen begleitet, die im Real Life für Kopfschütteln sorgen. Neuestes Badest Practice-Beispiel: ein ‚Innovationsbüro‘, das sich Bürgermeister Klaus Luger ab April 2019 in bester Lage am Hauptplatz leistet – gerade mal 50 Meter vom Rathaus entfernt. Kosten: 400.000 Euro im ersten Jahr, jeweils 350.000 Euro in den Folgejahren. Macht knapp 1.000 Euro pro Tag. Bis zur nächsten Wahl 2021 kostet uns der zweifelhafte Bürokratiespaß über eine Million Euro… wer hat, der hat.
Ganz nebenbei entgehen der Stadt in den kommenden Jahren durch die Nicht-Vermietung an einen privaten Betreiber (zuletzt war hier ein Fotogeschäft einquartiert, das 1.500 Euro Miete für den Laden und nochmal 1.500 Euro für das angrenzende Fotostudio bezahlte) zusätzliche Einnahmen. 

Wenn man sich schon zu so einer (durchaus nicht falschen) Einrichtung hinreißen lässt: Ließe sich so eine Innovationsstelle nicht auch in die bestehenden Strukturen im Rathaus, auf der JKU oder in der Tabakfabrik (wo sie eigentlich hingehört) integrieren – inklusive Homepage und kleiner App zu weit niedrigeren Kosten – und somit um Lichtjahre zukunftsorientierter als ein ‚Innovationsamt‘ nach bester MA2412-Manier?

So wichtig und richtig Initiativen in Sachen Innovationen & Digitalisierung auch sind: Dieses ‚Innovationsbüro‘ ist eine völlig rückwärts gerichteten Denke: Wer bitte fährt extra in die Stadt und wird mit seinen guten Ideen in einem ‚Innovationsbüro‘ vorstellig (vorher eine Nummer ziehen bitte nicht vergessen)? Das ist weder innovativ noch wird dabei mit den limitierten finanziellen Ressourcen der Stadt sparsam umgegangen. Aber warum so kleinkariert? Man muss das Ganze wohl eher als ‚innovativen‘ Zugang zum Thema Budgetkonsolidierung sehen…

 

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