Witziger Name, aber ein mühsamer Zeitgenosse: Die „Quagga Muschel“ ist nur wenige Zentimeter groß, ihre Auswirkungen sind jedoch gewaltig: Die invasive Muschel breitet sich seit Jahren – ausgehend vom Schwarzen Meer – in Österreich aus. Dabei spielt die Donau eine Schlüsselrolle bei ihrer Verbreitung. In den Linzer Hafenbecken ist die helle, scharfkantige Muschel bereits tausendfach anzutreffen. Natürlich Feinde? Gibt’s so gut wie keine – und essen kann man sie auch nicht.
Sie kann bis zu 40mm groß werden und sich bereits bei Wassertemperaturen von 5 °C und damit fast ganzjährig, reproduzieren – dadurch verdrängt sie die heimischen Arten immer mehr. Ein imposantes Naturschauspiel sind die Muschelbänke am Ufer der Donau aber dennoch.
Die scharfen Schalen der Quagga-Muschel sind nicht nur eine Gefahr für Badegäste, die sich an den Kanten verletzen könnten, sondern sorgen auch für unangenehme Gerüche, wenn die abgestorbenen Muscheln am Ufer verfaulen. Diese eingeschleppte Muschel aus Mitteleuropa richtet nicht nur erheblichen Schaden im Ökosystem an und belastet die Wirtschaft, sondern macht auch vor unseren Badeseen nicht Halt. Dort breitet sie sich rasant aus und trübt den Badespaß erheblich. Zudem bedeutet ihre Massenzuwanderung einen enormen Mehraufwand bei der Reinigung der Uferbereiche.
Immerhin gibt es derzeit auch eine positive Nachricht: Das aktuelle Monitoring des Landes Oberösterreich zeigt, dass sich die Quagga-Muschel zuletzt nicht auf weitere Seen ausgebreitet hat. Betroffen bleiben vor allem Attersee, Traunsee, Mondsee und die Feldkirchner Badeseen. Fachleute führen dies unter anderem auf verstärkte Aufklärung und die sorgfältige Reinigung von Booten und Wassersportgeräten zurück.
Über die Quagga Muschel
- Die Quagga-Muschel (Dreissena rostriformis bugensis) ist eine invasive Art, die sich in den Seen und Flüssen Oberösterreichs rasant ausbreitet. Ursprünglich aus dem Schwarzen Meer stammend, wurde sie durch den internationalen Schiffsverkehr eingeschleppt und hat sich seit einigen Jahren in den heimischen Gewässern etabliert. Die Muschel ist relativ klein, erreicht meist nur wenige Zentimeter und zeichnet sich durch ihre scharfen, schalenartigen Hüllen aus, die bei Kontakt Verletzungen verursachen können.
- Die Quagga-Muschel ist äußerst anpassungsfähig und kann sich in unterschiedlichen Wassertemperaturen und -bedingungen wohlfühlen. Sie bildet dichte Populationen, die die Wasserqualität beeinflussen, indem sie große Mengen Plankton filtern. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht, sondern auch auf die Fischerei und den Badebetrieb. Zudem verstopfen die Muschelschalen Wasserleitungen, Pumpen und andere technische Anlagen, was den Aufwand für die Reinigung erheblich erhöht.
- Ihre schnelle Verbreitung und die Fähigkeit, sich in verschiedenen Lebensräumen anzusiedeln, machen sie zu einer ernsthaften Bedrohung für die heimische Flora und Fauna. Die Bekämpfung gestaltet sich schwierig, weshalb Prävention und frühzeitige Maßnahmen entscheidend sind, um die Ausbreitung einzudämmen















