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Personenschifffahrt: Traumschiffe oder „Dreckschleudern“ mit wenig Mehrwert für Linz?

22. August 2019
in Linz
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Die Personenschifffahrt auf der Donau boomt: In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Anlandungen in Linz fast verfünffacht. Der Tourismus jubelt zwar, aber:  Die Wertschöpfung für Linz ist minimal. Gegessen, getrunken und geschlafen wird meist nur am Schiff. Nach der Anlandung werden die All-Inklusive-Gäste von vornehmlich deutschen Busunternehmen abgeholt und zu Ausflügen etwa ins Salzkammergut oder nach Krumau gebracht. Zurück lassen die Schiffe Tonnen an Müll und Diesel-Abgasen. Alleine für die Stromversorgung benötigten die angelegten Schiffe 2017 über 1,6 Millionen Liter Diesel. Auch die Anlieferung von Wäsche und Lebensmittel erfolgt nicht wirklich klimagerecht teilweise durch deutsche Sublieferanten. 

Durch die rasant  zunehmenden Personenschifffahrt werden auch die Emissionen zu einem nicht zu vernachlässigenden Problem für Linz. Während es etwa in Passau bereits 13 Landstromanschlüsse gibt, ist es Linz zwischen Nibelungen- und Eisenbahnbrücke gerade mal einer (drei weitere befinden sich bei der Schiffswerft, wo aber keine auf Tour Kreuzfahrtschiffe anlegen). Das heißt, der Großteil der anlegenden Schiffe produziert den Strom für Küche, Klimaanlagen, Beleuchtung usw. mit Dieselaggregaten.

Regelmäßige Grenzwertüberschreitung
An der Linzer Donaulände – eigentlich ein Ort der Erholung – liegen die Schadstoffkonzentrationen laut einer aktuellen Luftstudie des Landes Oberösterreich regelmäßig über dem EU-Grenzwert. Würde man alle Anlegestellen im Bereich der Nibelungenbrücke mit Landstrom ausstatten, könnten jährlich 59 Tonnen NOx-Emissionen und bis zu 20 μg/m³ NO2-Immissionen eingespart werden.

Enorme Müllmengen
Ein Problem sind auch die großen Müllmengen, die von den Schiffen in Linz entsorgt werden. Getrennt wird – anders als in der klassischen Gastronomie vorgeschrieben – kaum, der Müll kommt fast durchwegs unsortiert in großen Säcken und mittels Kränen oder kleiner Beiboote von Bord.

Abwässer: keine echte Kontrolle
Drittes Problemfeld: die Abwässer. Schiffe sollen an der österreichischen Donau immer wieder ihre Tanks direkt in die Donau entleeren, weil das schneller geht als Abpumpen und vor allem günstiger ist. Zudem fehlt es landseitig auch oft an den entsprechenden Einrichtungen, Wartezeiten sind angesagt. Es fehlen gesetzliche Vorgaben, dass über das Abwasser und dessen Entsorgung Aufzeichnungen gemacht werden müssen. Lediglich eine vom damaligen Minister Norbert Hofer zustandgebrachte freiwillige Deklaration „verpflichtet“ die Schiffsbetreiber über eine fachgerechte Entsorgung ihrer Abwässer.

 

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