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„Stromautobahn“ bedroht Naturschutzgebiet der Linzer Traunauen

3. Februar 2022
in Freizeit, Klima
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„Ein großes Stromversorgungsprojekt soll ausgerechnet durch unser Europaschutzgebiet laufen, mehrere tausend Quadratmeter geschützter Auwald müssen dabei gefällt werden“, sagt Ingrid Eder, die nahe der Traunauen im Linzer Süden wohnt. Statt einer Schneise durch wertvolles Auengebiet zu schlagen, gäbe es für den Bau der Hochspannungsleitung umweltschonende Alternativen.

APG baut Stromnetz im OÖ Ballungsraum aus
Die APG (Austrian Power Grid AG) will das Stromnetz im OÖ Ballungsraum in den nächsten Jahren ausbauen. Das ist notwendig, um dem steigenden Strombedarf zu decken.  Dazu wurde ein UVP-Verfahren eingeleitet. „Doch eine der gewählten Trassen führt längs durch das Europaschutzgebiet Traunauen. Diese Trasse ignoriert die Zielsetzungen der Klimastadt Linz, des örtlichen Entwicklungskonzepts und den bestmöglichen Erhalt dieses wertvollen Naherholungsgebiets“, ist Elisabeth Reinsprecht enttäuscht über die Vorgehensweise der APG.

„Fehlt es hier an Ortskenntnis oder wissen die Damen und Herren nicht, dass eine Trasse durch das Europaschutzgebiet aufgrund der Rechtslage nicht möglich ist?“, fragt Anrainerin Annemarie Nussbaumer, die ebenfalls Teil der Bürgerinitiative „Europaschutzgebiet Traunauen schützen“ ist. Demnach gäbe es einfach zu realisierende Alternativen, die weniger Probleme und Konflikte mit sich bringen würden. Eine Trassenführung fernab von Wohn- und Naturschutzgebieten würde das Genehmigungsverfahren zudem vereinfachen und wesentlich beschleunigen, so die Initiative.

 Die Bürgerinitiative vor Ort in den Traunauen (v.l.): Annemarie Nussbaumer, Elisabeth Reinsprecht, Martin Reinsprecht, Ingrid Eder und Rudolf Postl.

Umweltanwalt und Politik sind gefordert
„Genau jetzt ist der Moment, bessere Möglichkeiten zu prüfen und die schonendste auszuwählen, bevor man sich auf die Planung festgelegt. Dabei sind die Landes- und Stadtpolitik sowie der Umweltanwalt gefordert“, sagen die Ärztin Ingrid Eder und der Physiker Martin Reinsprecht.
Diese Hochspannungsleitungen mit Übertragungskapazitäten im Gigawattbereich wirken zudem durch enorme Magnetstrahlungen auf das Umfeld. „Das ist erwiesenermaßen gesundheitsschädlich und keine Kleinigkeit“, so Eder. Darum seien diese Leitungen mit höchster Sorgfalt zu positionieren: „Die Zeiten haben sich geändert, man kann nicht wie in den 1970er Jahren einfach überall drüberfahren.“ Derzeit sei geplant, dass neue Leitung direkt über Kleingärten und unmittelbar neben Wohngebieten in Auwiesen und Kleinmünchen vorbeiführen.

Es gibt Alternativen
In der aktuellen Planung sollen neue 220-kV Höchstspannungsleitungen durch das Europaschutzgebietes der Traunauen geführt werden. Allein diese Maßnahme würde zur Fällung von tausenden Quadratmetern geschützten Auenwaldes führen. Eine alternative Trassenführung ist ohne massive Eingriffe in die Natur möglich. „Mit etwas Ortskenntnis und technischem Sachverstand liegen die Alternativen auf der Hand. Gerne unterstützen wir die Planung mit unserer Ortskenntnis, um das Projekt schonender umzusetzen“, so die Bürgerinitiative.

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