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    „Dieses Wettbüro gehört weg von dort. Es zieht die Gegend nach unten!“

    Landstraße: Statt einem versprochenen Supermarkt wurden die Bewohner mit Einzug eines Wettbüros überrascht

    27. Mai 2026
    in Freizeit, Linz, Politik, Unterwegs
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    Wettbüros, „orientalische“ Geschäfte, Kebab Total und Automatenshops: Für das Areal rund um die südliche Landstraße wird es mit der im Rahmen der Eröffnung des Musiktheaters (2013) versprochenen Aufwertung wohl nix mehr. Im Zentrum der Kritik steht die Stadt Linz, die keinerlei Aktivitäten zeigt, die Situation zu verbessern. Einen aktuellen Fall hat jetzt LinzPLUS aufgezeigt: Bei einem Neubau direkt an der Landstraße wurde von der OÖ-Wohnbau im Sockelbereich ein klassischer Supermarkt versprochen. Geworden ist es dann ein Wettbüro mit Öffnungszeiten bis vier Uhr morgens. Seit der Eröffnung müssen sich die Bewohner und das Viertel seit Jahren mit der entsprechenden Klientel, Drogendealern, die vor dem Lokal herumlungern, Müll und Lärm herumschlagen. „Stadt und der Bürgermeister sagen, sie seien machtlos, aber das stimmt nicht“, so LinzPLUS. Eine Gemeinderatanfrage soll Antworten liefern.

    Die Gewichte ist schnell erzählt: Bei der Errichtung des Wohnhauses in der Landstraße 117 vor rund 16 Jahren wurde von der OÖ Wohnbau ein Supermarkt versprochen, man könnte fast schon sagen es wurde damit Interessenten angelockt: Ein BILLA oder ein SPAR direkt im Erdgeschoß des eigenen Wohnhauses – klingt praktisch, weil ideal für kurze Wege.

    ADMIRAL statt BILLA oder SPAR: Die Bewohner wurden erst hinters Licht geführt und dann mit einem Wettbüro vor vollendete Tatsachen gestellt. (Foto: zVg)

    Geworden ist es dann allerdings ein Wettbüro, was in der ohnehin bereits belasteten Umgebung der südlichen Landstraße direkt gegenüber des Volksgartens wie ein Turbo wirkte – allerdings im negativen Sinn. So stehen Tag und Nacht Personen vor dem Lokal, Lärmen, Rauchen, Müll, dazu Multikulti-Tumulte, auch von Drogenhandel ist immer wieder die Rede. Die Betriebsgenehmigung, die das zulässt, soll unter „Cafe“ laufen. Dazu kommt, dass Wettbüro Getränke oft um bis zu 50 Prozent günstiger sind als in der herkömmlichen Gastronomie anbieten. „Trotz aller Konflikte und Probleme rund um dieses Wettlokal gibt sich die Stadt wieder einmal handlungsunfähig und schaut einfach nur zu“, sagt Lorenz Potocnik von LinzPLUS.

    Wettbüros sind ein absoluter gastronomischer Graubereich – das betrifft sowohl die Öffnungszeiten und die Einrichtung als auch das gastronomische Angebot und die Preisgestaltung. „In manchen Linzer Wettbüros gibt es sogar Bier in Dosen um nur zwei bis drei Euro“ erzählt uns Andreas W., ein Szenekenner. Alleine im Umfeld des Volksgartens gibt es aktuell sieben Wettbüros. „Ein normaler Mensch geht da aber gar nicht rein“, so W.

    Leider nicht unübliche Straßenszenen auf der südlichen Landstraße, die auch durch die Eröffnung des Musiktheaters (2013) nicht die erhoffte Aufwertung erfuhr. (Foto: zVg)

    „Ich stehe auf Seiten der Bewohner, Anrainer und benachbarten Geschäftstreibenden, die dem Spuk endlich ein Ende setzen wollen. Daher habe ich eine Anfrage an den zuständigen Stadtrat Thomas Gegenhuber von der SPÖ gestellt“,so Potocnik. Ziel: Eine Klarstellung, ob und wie sich die Stadt Linz in den letzten Jahren bei der ausufernden Wettbüro-Problematik engagiert hat – und was sie aktiv tun kann und will. LinzPLUS möchte nun u.a. wissen:

    • Wie viele legale, registrierte Wettbüros gibt es in der Innenstadt? Wie viele in ganz Linz?
    • Welche Betriebszeiten sind üblich und werden genehmigt?
    • Warum hat die “ADMIRAL Sportsbar” eine Betriebsgenehmigung bis 4 Uhr früh täglich?
    • Was sind die rechtlichen, kommunalen Möglichkeiten, Wettbüros einzudämmen oder gar zu verbieten?
    • Wird der Betrieb von Wettbüros überall genehmigt? Und wo nicht?
    • Sind Wettbüros zu verpflichten, ihre Umgebung sauber zu halten, insbesondere durch große Aschenbecher und tägliche Reinigungen? Kann das Teil einer gewerberechtlichen Genehmigung sein?
    • Bereits mehrfach hat sich der Linzer Gemeinderat parteiübergreifend gegen den „Wildwuchs“ von Wettbüros ausgesprochen. Welche konkreten Maßnahmen wurden seit den einstimmigen Beschlüssen 2015, 2017 und 2021 tatsächlich umgesetzt?

    Kommentar
    Klar ist: Wettbüros sind absolut kein Renommee und tragen auch nicht zur Aufwertung der Innenstadt bei. Die Stadtpolitik muss sich aktiv engagieren und eine Art Pflichtenheft erstellen, wie sie mit diesem Wildwuchs umgeht. Ein besonderes Augenmerk muss dabei den Öffnungszeiten gelten, bei denen offensichtlich jede Regel außer Kraft gesetzt ist. Nur zuschauen und lange genug warten, dass sich eh alles irgendwie von selbst regelt, funktioniert nicht, wie die südliche Landstraße zeigt.

     

     

     

     

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