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Acht Jahre mussten die Linzer warten: Zuletzt gastierte das Circus-Theater Roncalli 2018 in der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Nun kehrt der berühmte Zeltpalast zurück an die Donau. Aktuell wird gerade das pompöse blau-weiße Zelt hochgezogen 
Am 13. November steigt die Gala-Premiere - und diesmal gibt es einen besonderen Anlass zu feiern: Roncalli wird 50 Jahre alt. Statt einer nostalgischen Rückschau verspricht Gründer Bernhard Paul eine Jubiläumsshow, die Vergangenheit und Zukunft verbinden soll. 🎡🎪🤡
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Linzer Landstraße: (Gast)Gärten des Grauens?

8. Juni 2024
in Meinung
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Die Coronakrise brachte Linz einen Gastgarten-Boom, viele wurden im Schnelldurchlauf genehmigt. Doch speziell auf der hochfrequentierten Linzer Landstraße haben die Gastgärten immer weniger mit Gastlichkeit zu tun: Die normiert wirkenden „Glasboxen“ werden vielmehr als Rundum-Werbeflächen missbraucht, teils findet nicht mal ein echter Gastgartenbetrieb statt. Dass es auch eleganter, chilliger und vor allem für das Ortsbild schonender geht, beweisen sowohl Altstadt als auch die Herrenstraße.

Ein Gastgarten nach dem anderen wurde in den letzten zwei Jahren auf der Landstraßen-Fußgängerzone errichtet – viele davon in einer normartigen, rechteckigen Größe. Selbst Bäckereifilialen, die bislang keinen echten Gastrobetrieb hatten, nutzten die Gunst der Stunde und ließen verglaste Bereiche mit ein paar Tischen aufstellen.

Optisch alles andere als ein Genuss: der „Werbegastgarten“ des Eiskönigs auf der Landstraße.

Nicht nur auf den ersten Blick wirken viele dieser neuen Schanigärten ungemütlich und wenig einladend. Neben der keine zwei Meter daneben im 90-Sekunden-Takt vorbeirollenden Straßenbahn sitzt man knapp über dem heißem Steinboden, Pflanzen oder Blumentröge gibt es keine, die Rundum-Verglasung verstärkt den Hitzestau-Effekt zusätzlich. Eine (wohl notwendige) Abtrennung zum Gleisbereich der Straßenbahn ließe sich auch weniger aufdringlich und vor allem weniger massiv bewerkstelligen.

Zusätzlich werden die optisch wenig ansprechenden „Gastgärten“ dann auch noch als Rundum-Werbefläche missbraucht, die Landstraße verkommt zusehends zur Werbemeile. Schaut von der Stadt Linz eigentlich irgendjemand aufs Ortsbild der stark frequentierten Fußgängerzone? Wo sind die restriktiven Vorgaben des Magistrats, um diesen Werbe-Wildwuchs einzudämmen? Andere Städte haben ganz klare Regeln, in Linz gibt es anscheinend keine. Werbung auf so sensiblen Plätzen ist eigentlich ein No go.

Eissalon Senza nicht ohne, sondern mit Werbung.
Burgerista auf der Landstraße: Grauenhafte Betonklötze und Pop Up-Werbefläche – oder doch noch Gastgarten?

Es ginge aber auch ganz anders. In der Linzer Altstadt etwa verzichten die Gastrobetriebe komplett auf die unansehnlichen Glaskobeln oder bedruckte Werbewände. Lediglich Blumentröge trennen die Gastgärten räumlich ab, sonst wird auf Schnickschnack verzichtet. Gut so, das ergibt ein stimmiges und vor allem auch für den Gast sehr einladendes Gesamtbild.

Es geht auch sanft: sehr gelungener Gastgarten der Pizzeria Radius in der Altstadt.

Ähnlich die Situation in der boomenden Herrenstraße: Die Tische stehen direkt in der dortigen FUZO – ohne klobige Werbeschilder oder Glaswände. Wozu auch? Es ist ein fließender Übergang von Gastgarten zum restlichen Straßenbereich. „Begegnungszone“ im allerbesten Sinne.

Offen, freundlich und nicht mit Werbung zugekleistert: der Gastgarten beim Herberstein in der Altstadt.

Der Gastgarten-Werbetafel-Wildwuchs ist nur eines von vielen Beispielen, wie unsensibel Linz mit sich selbst umgeht. Es fehlt fast überall am nötigen Gespür, wie man auch an den orangen und grünen Billig-Mülleimern sieht. Keine Stadt der Welt würde sich erlauben, rund um die Sehenswürdigkeiten der Stadt (wie etwa auf der Pöstlingberg-Aussichtsplattform) ein dutzend knallgrüne Plastikmülleimer zu montieren – wie an vielen anderen Orten der Stadt übrigens auch. Eine optische Scheußlichkeit, die österreichweit ihresgleichen sucht. Aber das ist schon wieder eine ganz andere Geschichte…

Eine ganz besondere Linzer Sehenswürdigkeit: die hässlichen grünen Linzer Mülleimer – wie hier am Pöstlingberg. Hat sonst keiner!

 

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