Weißer Asphalt statt der im Sommer glühend heiße, dunkle oder schwarze Straßenbelag? Auf diese Maßnahme setzen auch in Mitteleuropa erste Städte, um Hitzeinseln zu entschärfen. Etwa in Bern oder Dresden – dort konnten die Oberflächentemperaturen der Straßen teilweise um bis zu 12 °C gesenkt werden. Wäre das auch eine Idee für den größten Glutofen der City, das Jahrmarktgelände, wenn man schon nicht den Willen und das Geld hat, die Fläche zu entsiegeln?
Mit immer heißeren Sommern suchen Städte nach neuen Wegen, um die Aufheizung versiegelter Flächen zu reduzieren. Bern und Dresden setzen dabei auf helle Asphaltbeläge, die Sonnenstrahlen stärker reflektieren und dadurch deutlich niedrigere Oberflächentemperaturen erreichen. Statt den Asphalt einfach weiß anzustreichen, kommen helle Gesteinskörnungen und reflektierende Materialien direkt in der Asphaltmischung zum Einsatz. Dadurch bleibt die Fahrbahn langlebig und erfüllt gleichzeitig die Anforderungen an Verkehrssicherheit und Griffigkeit.
Bis zu zwölf Grad kühler
In der Region Bern wurden in den vergangenen Jahren mehrere Pilotprojekte mit sogenannten „Cool Pavements“ umgesetzt. Messungen zeigen, dass sich die Oberflächentemperatur gegenüber herkömmlichem schwarzen Asphalt um bis zu zwölf Grad Celsius reduziert. Gleichzeitig wird weniger Wärme gespeichert, wodurch sich auch die Umgebung in den Abend- und Nachtstunden weniger stark aufheizt.
Dresdens „Glitzerasphalt“
Auch Dresden testet seit einigen Jahren helle Asphaltbeläge. Aufgrund der verwendeten hellen Gesteinskörnungen wird dort vom „Glitzerasphalt“ gesprochen. Nach Angaben der Stadt können dadurch die Oberflächentemperaturen um bis zu sechs Grad sinken. Je nach Wetterlage und Messmethode wurden in einzelnen Untersuchungen sogar Temperaturunterschiede von bis zu zwölf Grad festgestellt. Zusätzlich kann sich durch die hellere Oberfläche die Sichtbarkeit bei Nacht verbessern.
Vorteile und Grenzen
Helle Straßenbeläge gelten als wirksames Mittel gegen den Hitzeinseleffekt in Städten. Sie reflektieren einen größeren Teil der Sonneneinstrahlung, speichern weniger Wärme und tragen damit zu einem angenehmeren Mikroklima bei. Darüber hinaus kann die geringere Hitzebelastung auch die Lebensdauer des Straßenbelags verlängern. Allerdings sind die speziellen Asphaltmischungen teurer als herkömmlicher Asphalt. Je nach Ausführung liegen die Kosten um rund 20 bis 50 Prozent höher.
Chance für Linz?
Angesichts der immer häufigeren Hitzewellen könnte der Einsatz heller Straßenbeläge auch für Linz ein spannender Ansatz sein. Als besonders geeignetes Pilotprojekt würde sich das rund sieben Hektar große, vollständig versiegelte Urfahraner Jahrmarktgelände anbieten. Die riesige Asphaltfläche heizt sich an Sommertagen massiv auf und zählt zu den größten Hitzeinseln der Stadt. Ein heller Straßenbelag könnte dort die Oberflächentemperaturen deutlich reduzieren und das Gelände vor allem außerhalb der Marktzeiten spürbar angenehmer machen. Gemeinsam mit zusätzlichen Bäumen, Begrünung und Wasserelementen könnte das Areal langfristig zu einem deutlich klimafreundlicheren Stadtraum werden.
Die Pläne für eine teilweise Entsiegelung des Areals liegen seit Jahren in der Schublade, ein Baubeginn wurde Von der Stadtpolitik aus dem unterschiedlichsten Gründen (hauptsächlich ging es um die finanziellen Mittel) ein ums andere Mal verschoben.















