Seit 1993: Engerl blasen „Donauschaum“ über Linz
Die bestehende Linzer Weihnachtsbeleuchtung ist mittlerweile mehr als 30 Jahre alt. Das Konzept wurde Anfang der 1990er-Jahre von der Meisterklasse für Bühnenbild des Mozarteums Salzburg entwickelt und prägt seit 1993 die Innenstadt. Es trägt den Namen „Donauschaum–Lichtertraum“. Die Idee dahinter ist durchaus originell: Die pausbäckigen Engerl „saugen“ den Schaum aus der Donau und blasen ihn in Form bunter, leuchtender Blasen über die Landstraße in die Stadt. Besonders bekannt ist der große Engel auf der Nibelungenbrücke. Zum umfangreichen Lichterschmuck gehören neben den charakteristischen bunten Kugeln und Engeln auch Sterne, Scheiben und die sogenannten „Fackeln“ am Hauptplatz. Allein 2021 wurden rund 400.000 Lämpchen eingesetzt. Was Anfang der 1990er-Jahre außergewöhnlich und ein echtes Linzer Alleinstellungsmerkmal war, ist nach mehr als drei Jahrzehnten allerdings technisch und gestalterisch in die Jahre gekommen – Ende 2026 wird der „Donauschaum-Lichtertraum“ daher zum letzten Mal über Linz leuchten.
Die Engerln werden noch einmal den Donauschaum in die Landstraße blasen, dann ist Schluss. Danach soll ein zeitgemäßes Konzept für einen neuen Auftritt in der dunklen Jahreszeit sorgen – mit mehr Atmosphäre, Wiedererkennungswert und Strahlkraft für die Innenstadt.
16-köpfige Kommission
Die Vorbereitungen für einen leuchtenden „Neustart“ laufen bereits. Nach einem umfassenden Beteiligungsprozess mit Vertretern der Linzer Wirtschaft, Interessensvertretungen und Bürgern steht nun die Bildung jener Kommission bevor, die das künstlerische Vergabeverfahren begleiten wird. Das Gremium soll aus insgesamt 16 Personen bestehen: vier stimmberechtigten Fachpreisrichtern, vier stimmberechtigten Sachpreisrichtern aus den politischen Stadtsenatsfraktionen sowie acht beratenden Mitgliedern. Damit sollen auch wichtige Interessensvertretungen wie Linzer City Ring, Tourismusverband Linz und Wirtschaftskammer Linz eingebunden werden. Sobald die Kommission vollständig ist, wird der Auftrag öffentlich ausgeschrieben. Gesucht wird dabei nicht einfach neue Weihnachtsdekoration, sondern ein eigenständiges Beleuchtungskonzept, das Linz während der gesamten dunklen Jahreszeit einen unverwechselbaren Auftritt geben soll.
600.000 Euro für den neuen Winter-Look
Für die Neuanschaffung der Weihnachts- und Winterbeleuchtung sind im Linzer Budget 600.000 Euro vorgesehen. Bis das neue Konzept umgesetzt ist, bleibt die bestehende Weihnachtsbeleuchtung im Einsatz. Allein für deren Montage und Betrieb in der Saison 2026 sind rund 388.000 Euro vorgesehen. Wirtschaftsstadtrat Thomas Gegenhuber nennt 2027 als ambitioniertes Ziel für die Premiere. Ob sich dieser Zeitplan ausgeht, hängt vom Siegerprojekt und den notwendigen Produktionszeiten ab.
Die Richtung stimmt jedenfalls: Nach vielen Jahren mit der mittlerweile etwas angestaubten Weihnachtsbeleuchtung bekommt Linz die Chance auf einen modernen und unverwechselbaren Winter-Look – und damit auf einen zusätzlichen Hingucker, der die Innenstadt gerade in der dunklen Jahreszeit attraktiver macht.














