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    Linzer Fußball – ein Entsorgungsfall?

    29. April 2015
    in Meinung
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    Die unselige „Linzer Fußball-Fusion“ ist mittlerweile 18 Jahre her. Eine wirkliche Weiterentwicklung gab es seit damals jedoch nicht – weder beim LASK noch beim neugegründeten FC Blau-Weiß Linz. Höchste Zeit, aufzuräumen.

    Der eine grundelt neu gegründet als „FC Blau Weiß Linz“ in der Regionalliga Mitte in einer Endlos-Schleife herum. Und der andere? Kommt seit 1997 auch nicht in die Gänge. Ja schlimmer noch: Sogar die Fans sind nicht mehr vom Projekt „Großklub LASK“ überzeugt. 1.371 Leute zogen die Schwarz-Weißen beim letzten Heimspiel in Pasching an, nicht mal 700 der FC Blau-Weiß Linz. Und das, obwohl beide Klubs in ihren Ligen ganz vorne mitspielen.

    Blau-Weiß Linz: Aufstieg – wozu?
    Die Blau-Weißen träumen zwar wieder mal vom Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse, aber ganz ehrlich: Wozu? Dort war man schon mal (2011-2013) – mit einer noch tristeren Perfomance als in der Regionalliga – und Heimspielen vor ein paar hundert Zuschauern im 20.000er-Gugloval. Einen wirklichen Auftrag hätte der vom bald 70-jährigen Präsidenten Hermann Schellmann nach wie vor im Charme der 70er-Jahre geführte Klub dort erneut keinen. Bedeutende Sponsoren wären auch diesmal wieder Fehlanzeige – abgesehen von stadteigenen Unternehmen wie Flughafen oder Linz AG, die von der Politik zum Partner-Sein verdonnert werden. Es wäre erneut ein mehr schlechtes als rechtes Herumwursteln und Hoffen, dass man den Abstieg irgendwie vermeidet – oder zumindest hinausschiebt. Und das alles wieder mit dreistelligen Zuschauerzahlen.
    Keine Frage: Irgendwie lustig, ja kultig. Und für den harten Kern der Fans könnte es auch ewig so weitergehen. Dritte Liga – und irgendwann vielleicht wieder mal ein Jahr in der Red Zac Ersten Liga oder wie das Ding gerade heißt. Aber Perspektiven? Null komma Josef, so ehrlich muss man sein.

    LASK: Verein, Firma oder Investment?
    Und der LASK? Der kam seit 1997 eigentlich noch schlechter in die Gänge. Nach dem Alptraum mit Präsident Reichel folgte ein Konsortium von „19 Freunden“ – mit dem Ergebnis, dass das letzte Stückchen Identität geopfert wurde. Wer hat jetzt das Sagen beim Traditionsklub? Wer trifft Entscheidungen? Vor allem aber: Was ist der LASK im Jahr 2015 überhaupt noch? Ein Verein? Eine Firma? Eine Gmbh? Ein Investment? Ein Spielzeug einiger reicher VIP-Kartenbesitzer? Statt nach Reichel einen Sprung nach vorne zu machen, entwickelt sich das Gesamtpaket LASK eher zurück. Wenn unter Reichel ein Steuermann alleine zu wenig war, so sind es jetzt mindestens 15 zu viel. Und für viele ist es auch ein Problem, dass es (fast) keine Gallionsfiguren unter den 19 Freunden gibt.
    Der deutlichste Beleg für die Fehlentwicklung des LASK sind die enttäuschenden Zuschauerzahlen. Diese mit fehlendem sportlichen Erfolg zu erklären, zieht nicht, denn bis zum Hartberg-Heimspiel waren die Chancen auf den Aufstieg intakt.

    Kein Platz für zwei Bundesligisten
    „Mi kotzt des ois scho so aun. De soin endlich was Gscheid’s mach’n in Linz“ – wahre Worte eines Freundes, der eigentlich ein Durch-und-Durch-Schwarz-Weißer ist. Vom Festklammern am totgelutschten Begriff der „Tradition“ sollte man sich endlich verabschieden. Das, was irgendwann mal war, juckt ohnehin niemanden mehr. Und bitte endlich auch Schluss mit der Träumerei, dass in Linz Platz für zwei Bundesligisten wäre. Das funktioniert nicht mal in großen Städten wie Berlin, Köln, München oder Stuttgart.

    Geschichte gehört ins Museum
    Die Voraussetzungen für eine echte große Lösung im Linzer Fußball waren wohl nie besser als jetzt. Stadt, Land und Wirtschaftsvertreter gehören an einen Tisch, dazu der Beschluss eines vom Sportland OÖ initiierten Neubaus einer OBERÖSTERREICH ARENA am Stadtrand von Linz. Weg mit alten Namen, Wimpeln, Farben, Logos und goldenen Ehrentafeln. Her mit etwas ganz Neuem, Unbelastetem. Wer weiter Tradition und Geschichte streicheln will, soll ins Museum gehen – weil ins Stadion will er ganz offensichtlich nicht mehr.

    Tags: blauweiss linzlaskstadion
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