Der alpine Ski-Weltcup kehrt nach mehr als sechs Jahren Pause nach Oberösterreich zurück. Erstmals finden in der Skiregion Dachstein West in Gosau zwei Damen-Rennen statt: Am 28. Dezember 2026 ein Riesenslalom und am 29. Dezember 2026 ein Slalom am Hornspitz. Diese Veranstaltung markiert nicht nur das Debüt von Gosau als Weltcup-Station, sondern übernimmt auch den Termin von Lienz, das bisher im Zweijahresrhythmus mit Semmering abwechselnd austrug. Die letzten Weltcup-Rennen in Oberösterreich waren 2020 in Hinterstoder bei den Herren; für die Damen liegt der letzte Auftritt sogar 34 Jahre zurück. Das Land Oberösterreich finanziert den Event, der wohl mehrere Millionen Euro verschlingt, mit.
Die Organisatoren – darunter das Sportland Oberösterreich, der OÖ Landesskiverband und die Skiregion Dachstein West – feiern die Entscheidung als Meilenstein. In enger Abstimmung mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) und der Internationalen Ski- und Snowboard-Föderation (FIS) wurden in den vergangenen Wochen intensive Vorbereitungen getroffen, um die organisatorischen und logistischen Anforderungen zu erfüllen. Die FIS hat Gosau nun offiziell in den Kalender der Saison 2026/27 aufgenommen.
Landeshauptmann Thomas Stelzer:
„Der Skiweltcup ist zurück in Oberösterreich – erstmals seit Hinterstoder 2020. Das ist ein starkes Comeback für unser Bundesland als Bühne für internationalen Spitzensport. In Gosau treffen zum Jahresausklang 2026 die besten Rennläuferinnen der Welt auf die beeindruckende Kulisse der Region Dachstein West. Millionen Fans blicken dabei nach Oberösterreich. Diese Bilder sind die beste Werbung für unser Land.“
Klaus Kumpfmüller, Präsident des OÖ Landesskiverbands:
„Die Freude im OÖ Landesskiverband ist riesig, dass wir erstmals seit 2020 heuer wieder den Alpinen Skiweltcup in Oberösterreich zu Gast haben. Wir freuen uns jetzt schon, dass wir den oberösterreichischen Skifans in den Weihnachtsferien ein großartiges Ski-Event bereiten können. Auch ein großer Dank an das Sportland Oberösterreich, das ein klares Commitment zu dieser Veranstaltung abgegeben hat.“
Tatsächlich versprechen die Rennen einen enormen Werbewert: Ähnliche Events generieren entsprechende mediale Präsenz, wie etwa errechnete drei Millionen Euro am Semmering. TV-Übertragungen könnten den Wintertourismus in der Region ankurbeln und lokale Wirtschaftszweige stärken. Damenrennen haben allerdings einen geringeren Öffentlichkeitswert als Herrenbewerbe.
Doch hinter dem Glanz verbirgt sich eine kritische Kostenseite. Die Ausrichtung von Weltcup-Rennen ist ein hochpreisiges Unterfangen, das erhebliche Risiken birgt. Der Veranstalter – primär die Bergbahnen und regionale Partner wie der regionale Schiverband – trägt nahezu das gesamte finanzielle Risiko, einschließlich potenzieller Absagen durch Wetter oder andere Unwägbarkeiten. Bei Verstößen gegen FIS-Vorgaben drohen Haftungen, Kündigungen oder Abzug von Förderungen. Basierend auf typischen Budgets für vergleichbare Events in Österreich und international beläuft sich der Gesamthaushalt für ein oder zwei Rennen auf zwei oder mehr Millionen Euro, abhängig von Ort und Anzahl der Disziplinen.
Zu den Hauptkosten zählen:
- Preisgeld: beträgt etwa 340.000 Euro für beide Rennen, verteilt auf die Top 30 (ein Sieg bringt allein knapp 60.000 Euro).
- Unterkunft und Verpflegung: Für 100 bis 200 Personen (Athleten, Teams, Offizielle) oft hunderttausende Euro.
- Entfall von Nächtigungseinnahmen: Die Weihnachtsferien liegen in der teuersten Nächtigungskategorie, in dieser Zeit müssen für den Weltcuptross hunderte Betten für mindestens eine Woche geblockt werden, zudem muss die Hauptpiste in Gosau ebensolange großteils gesperrt werden.
- Personal: Für zwei Rennen dieser Größenordnung sind geschätzt um die 400-500 Personen – von Security über Service, Parkplatz, Ticketing, Pistenpersonal bis hin zu Streckenposten im Einsatz.
- Absperrungen, Tribünen: Es muss ein eigenes temporäres Zielstadion inkl. Technik, WC-Anlagen und mehr errichtet werden.
- Pistenpräparation, Sicherheit und Rettung: inklusive Investitionen in Schneeproduktion und Infrastruktur.
- Reisekostenzuschüsse: sind für die Top 45 Athleten zu übernehmen.
- Weitere Ausgaben: FIS-Kalendergebühren, Marketing, Personal und technische Ausrüstung.
Diese Kosten müssen durch Einnahmen aus Ticketverkäufen, Hospitality, lokalen Sponsoren und öffentlichen Förderungen gedeckt werden. Wie hoch der Zuschuss des Landes OÖ aus Steuermitteln beträgt, wurde nicht verlautbart. Der Betrag dürfte aber im hohen sechsstelligen Bereich liegen. Kritiker argumentieren, dass solche Events in Zeiten knapper Budgets und Klimawandels (z. B. steigende Energiekosten für Schneeproduktion) ein Luxus sind, der nur durch öffentliche Subventionen tragbar ist. Dennoch überwiegen für die Beteiligten wohl die Chancen.Ob das Comeback nachhaltig wird, zeigt sich erst nach den Rennen.




























