Die aktuelle Lage in der Bauernschaft ist angespannt: Viele Familienbetriebe kämpfen mit explodierenden Kosten für Energie, Treibstoffe und insbesondere Düngemittel, die inzwischen bis zu 30 Prozent der Produktionskosten ausmachen können. Diese Entwicklung wird durch EU-weite Regelungen weiter verschärft, der Importdünger mit CO₂-Abgaben belastet und zu Preissteigerungen führt. Gleichzeitig bleiben die Erzeugerpreise für viele Agrarprodukte unter Druck – in Teilen Europas sanken sie 2025 teilweise deutlich, während die allgemeine Inflation und Energiekosten hoch blieben. Oberösterreichs Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger fordert gezielte Entlastungen für die heimische Landwirtschaft, um sinkende Erzeugerpreise bei gleichzeitig hohen Produktionskosten auszugleichen und stabile Lebensmittelpreise für die Bevölkerung zu sichern.
Die Bauern leisteten einen essenziellen Beitrag zur Ernährungssicherheit, zum Naturschutz und zur Erhaltung attraktiver Kulturlandschaften im ländlichen Raum. Langer-Weninger verweist auf aktuelle Daten der Statistik Austria aus der Konsumerhebung 2024/25: Österreichische Haushalte geben durchschnittlich nur 11,6 Prozent ihrer monatlichen Ausgaben (von insgesamt 4.170 Euro) für Ernährung und alkoholfreie Getränke aus – ein leichter Rückgang gegenüber 12,1 Prozent in 2019/20. Im EU-Vergleich liegt Österreich damit im unteren Bereich (Eurostat-Daten für 2024: 10,2 Prozent in Österreich gegenüber 13,2 Prozent EU-weit). Die Lebensmittelpreise sind hierzulande also weiterhin moderat, und der Anteil am Haushaltsbudget ist gesunken.
Michaela Langer-Weninger, Landesrätin für Landwirtschaft in Oberösterreich, betont:
„Wer den ländlichen Raum stärkt, gibt Oberösterreich seine Zukunft. Denn regionale Landwirtschaft ist Verantwortung – und wer uns ernährt, verdient unseren Rückhalt.“
Langer-Weninger weiter: „Die Statistik Austria zeigt: In Österreich sind die Lebensmittelpreise im EU-Vergleich noch moderat, und der Anteil der Ausgaben für Lebensmittel ist in den letzten Jahren auf 11,6 Prozent gesunken. Unsere Bauern sorgen tagtäglich für beste Qualität auf den Tellern der Menschen. Doch die aktuellen Achterbahnfahrten im Agrarsektor – steigende Produktionskosten, Energiepreise und Düngemittelpreise – schnüren ihnen zunehmend die Luft ab. Deshalb brauchen wir jetzt gezielte Entlastungen für unsere bäuerlichen Familienbetriebe: Das sichert unsere Ernährungssouveränität, schafft faire Rahmenbedingungen für die heimische Landwirtschaft und entlastet die Geldtaschen der Menschen in unserem Land.“
Kritisch betrachtet: Während die Verbraucherpreise für Lebensmittel 2025 mit +2,9 Prozent unter der allgemeinen Inflationsrate von 3,6 Prozent lagen, profitieren die Landwirte davon kaum. Die hohe Kostenbelastung – verstärkt durch globale Faktoren wie Energiepreise und neue EU-Abgaben – bedroht die Existenz vieler Höfe. Entlastungsmaßnahmen auf Landes- oder Bundesebene könnten helfen, doch sie müssen zielgerichtet sein, um nicht nur kurzfristig zu wirken, sondern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Produktion zu stärken. Ohne solche Schritte riskiert Österreich eine weitere Abwanderung aus der Landwirtschaft und eine Abhängigkeit von Importen – mit potenziellen Folgen für Versorgungssicherheit und ländliche Strukturen.



























