Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) fordert die Abschaffung des „Luft-100ers“ auf der A1 im Raum Linz. Seit 2008 gilt auf dem rund 14 Kilometer langen Abschnitt bis Enns bei Überschreitung bestimmter Schadstoff-Schwellenwerte ein Tempolimit von 100 km/h. Steinkellner argumentiert: „Die Luftschadstoffwerte sind in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen und die Fahrzeugtechnologie hat sich massiv verbessert.“ Und nicht zu vergessen: Der Verkehr wird immer „elektrischer“ und damit emissionsfreier. Ist der Luft-100er daher nur mehr eine grüne Gängelei?
Zusätzlicher Verkehr durch Baustellen im untergeordneten Netz belaste den Abschnitt derzeit stark. Ein Tempolimit, das den Fluss weiter bremse, sei kontraproduktiv und führe zu vermeidbaren Pendler-Verzögerungen. Er verweist auf andere Bundesländer, wo ähnliche Maßnahmen zurückgenommen wurden, und fordert eine „sachliche Neubewertung“ für einen „effizienten, leistungsfähigen und sicheren Verkehr ohne unnötige Einschränkungen“.
Tatsächlich zeigen Messungen des Umweltbundesamtes einen langfristigen Rückgang der NO₂-Belastung entlang der A1. An der Station Enns-Kristein wurde der EU-Grenzwert von 40 µg/m³ Jahresmittel seit 2018 eingehalten, wenngleich frühere Werte (z. B. 2019 noch 37 µg/m³) teilweise über dem strengeren IG-L-Ziel von 35 µg/m³ lagen. Aktuelle Luftqualitätsdaten für Linz und Umgebung weisen moderate bis gute Werte auf (NO₂-AQI oft im niedrigen Bereich). Moderne Euro-6- und Hybridfahrzeuge emittieren zudem deutlich weniger Schadstoffe. Auch der Anteil an E-Autos stieg in den vergangenen Jahren signifikant an.
In Deutschland gibt es auf vielen Autobahnabschnitten keine generelle Begrenzung (nur Richtgeschwindigkeit 130 km/h), in Italien und nun auch in Tschechien wird teilweise gegen den EU-Trend der Temporeduktion aus Klimaschutzgründen gehandelt.Bei unserem nördlichen Nachbarn ist bereits seit 2024 künftig auf ausgewählten, gut ausgebauten Autobahnabschnitten 150 km/h erlaubt. Die erste 150er-Strecke in Tschechien soll übrigens ausgerechnet der südböhmische Teil der D3 zwischen Tabor und Budweis Richtung Linz werden, weitere Abschnitte sollen folgen.
















