Ein „Manifest“, das die Unterzeichner dazu mehr oder weniger verpflichten soll, internationale Geschäfts- und Dienstreisen über den Linzer Flughafen abzuwickeln – das ist die neueste Idee der Politik, um die wiederaufgenommene Linienverbindung nach Frankfurt besser auszulasten.
„Mit der Unterzeichnung des „Flughafen-Manifests Oberösterreich“ haben die Eigentümer Land OÖ und Stadt Linz sowie Wirtschaftskammer OÖ und Industriellenvereinigung ein klares Bekenntnis abgelegt, Aktivitäten und Initiativen zu setzen, um die Flugverbindung Linz-Frankfurt sowie gegebenenfalls auch weitere Linienverbindungen ab Linz nachhaltig zu stärken und langfristig abzusichern“, heißt es rund um die Proponenten und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner. „Ziel dieses Schulterschlusses ist es, innerhalb der kommenden vier Jahre eine derart stabile Nachfrage und Auslastung zu erreichen, dass diese Verbindung dauerhaft eigenwirtschaftlich betrieben werden kann und künftig keine weiteren Zuschüsse des Landes OÖ erforderlich sind.“
Mit Zwang hat man allerdings noch nie etwas erreicht – im Gegenteil: Zwang erzeugt Widerstand, und andererseits: Was will man denn gegen Deliquenten aus Betrieben oder Organisationen unternehmen, die aus zeitlichen oder wirtschaftlichen Gründen (Flüge ab Linz via Frankfurt sind in der Regel empfindlich teurer) dennoch weiter ab Wien oder München fliegen wollen? Bestrafen, vierteilen oder mit einem Flugverbot belegen?
Unter dem Strich sind derlei Manifeste sehr geduldiges Papier und eher eine nette PR-Aktion. Klar ist zudem: Mit 36 Millionen Euro-Subvention für die Strecke nach Frankfurt hat man mögliche Verbindungen anderer Airlines zu großen Hubs verunmöglicht – keiner fliegt in Konkurrenz zu einem mehr als drei Jahre lang hochsubventionierten Flugverbindung, die entsprechende Frequenzen absaugt.
Eine aktuelle Studie von Univ.-Prof. Dr. Teodoro D. Cocca von der Johannes Kepler Universität Linz bestätigt indes die volkswirtschaftliche Bedeutung des Flughafens Linz für Oberösterreich. Demnach beträgt die gesamte direkte, indirekte und induzierte regionale Bruttowertschöpfung der am Flughafen Linz angesiedelten Betriebe mit flugnahen Dienstleistungen rund 129 Mio. Euro jährlich. Insgesamt sichern diese Betriebe rund 2.234 Arbeitsplätze in Oberösterreich.

Titelfoto: Max Mayerhofer / Land OÖ















